Die Schere geht weiter auf, der DAX steht nun über 11000 Punkte (meiner Meinung nach sind wir mitten in einem Blow Off Spike analog dem Jahr 2000, recht spektakulär das Ganze).
Parallel dazu bricht der Baltic Dry Index als harter Wirtschaftsindikator weiter ein.
Nachdem er schon seit Jahren inflationsbereinigt neue Alltime-Lows aufmacht, knackte er vor ein paar Wochen auch den nominalen Wert und steht nach dieser Marke von 559 Punkten nun sogar bei 512 (nach gestern Minimum 509).
Dazu kommen jetzt schon die ersten markanten Stimmen, dass der DAX in Wahrheit sogar relativ niedrig stünde.
http://www.welt.de/finanzen/ar…inter-dem-Dax-Rekord.html
Das kann man glauben oder nicht. Hätten dieselben Analysten vor den Abstürzen 1987, 1998, 2000, 2008 gewarnt würde ich sagen, klar doch, ich bin übervorsichtig.
ZitatAndreas Heinrich, Vorstand der Vermögensverwaltung Hansen & Heinrich in Berlin: "Gemessen an den Bewertungsrelationen sind Aktien aber zumindest zum großen Teil nicht teuer." (...) "Der Dax hat derzeit ein Kurs/Gewinn-Verhältnis von rund 14. Dies war in den vergangenen Jahren schon tiefer. Allerdings liegt es noch im Durchschnitt der letzten zehn Jahre", betont Geldmanager Heinrich. Im Jahr 2000, als der Leitindex erstmals die Marke von 8000 Punkten übersprang, rangierte das KGV bei 30 oder höher.
Na dann. Wie war nochmal das KGV von 1987? Ach so, ja, so weit reichen die KGV-Angaben haargenau nicht zurück, es wäre ja der Argumentation nicht zuträglich. ![]()
Naja. Um dem ganzen, in meinen Augen, "Blabla", mal etwas Luft abzulassen: Ist es nicht in Wirklichkeit so, dass wir sogar aktuell noch unter der vollkommenen Überbewertung der Börse aus dem Jahr 2000 leiden und die KGVs (die wesentlich mehr geschönt werden als 1988 ) allein deshalb noch gedrückt sind.
Wenn wir früher oder später eine US Rezession und eine in Europa bekommen, dann sind die in die Zukunft prognostizierten Gewinne weg, wie Eis in der Sonne - und dann natürlich auch die "ach so preiswerten" KGVs. Dazu muss man auch noch anmerken, dass gerade die deutschen KGVs durch andere Vorschriften im Vergleich zu Zeiten vor der Umstellung auf IAS frisiert erscheinen. Wäre mal interessant, wenn man das rausrechnen könnte, was sich dann ergäbe! So gibt ein Steinchen das andere - und am Ende sitzen alle (viele
) wieder in der weit geöffneten Venus-Fliegenfalle und tanzen Tango.
Was übrigens noch dazu kommt: Die fulminante Unternehmensverschuldung aus dem Jahr 2000 wurde im Crash 2008 zumindest was die Finanzbranche und damit einen kritischen Anteil angeht von den Regierungen und Steuerzahlern geschultert. Auch dies müsste man für eine realistische Begutachtung der Kurse einfließen lassen. In einer freien Wirtschaft gäbe es die meisten der Banken so gar nicht mehr. Und ebenfalls viele Unternehmen.
Die Schulden sind aber zu großen Anteilen immer noch da.
Kurz: Da pfeiff ich auf Börsen-KGVs. Klar sind die Zombie-Börsen aktuell überbewertet! ![]()
Von daher, meine aktuelle Prognose: Ich gönne dem Dax noch über 12000 Punkte, maximal 13000, also 10-20%.
Danach, ca. ab Mitte Mai bis Ende Juni 2015: Absturz zurück in die Kaufzone um oder sogar unter 8000 Punkte.
Dauer bis zu den Tiefkursen von jetzt an: 2-3 Jahre.
Was meint Ihr so?
Gruß,
gutso