Sehr geehrte Damen und Herren des labordiagnostischen Zentrums der Uniklinik der RWTH Aachen,
vielen Dank für das Video, zudem ich Fragen habe, welche sich ergeben sofern man im Hinterkopf hat, dass für ihre Labortätigkeit die Biostoffverordnung, die Gefahrstoffverordnung und auch die TRBA 100 und weitere Gesetze und Verordnungen gelten.
Da ich glaube das die Antworten für alle Videobesucher von Interesse sind, würde ich mich freuen, wenn Sie ebenfalls auf dieser Plattform antworten.
Vielen Dank vorab!
In ihrem Video wird gesagt: „Die Kontrollen sind wichtig, weil jede kleinste Verschmutzung des Probenmaterials das Ergebnis verfälschen könnte.“
Das bedeutet doch aber auch, dass ein sehr sorgfältiges, hygienisches Arbeiten notwendig ist, um solche möglichen Verschmutzungen ausschließen zu können, oder? Mit Sicherheit hilft ihnen dabei ein aufgestellter Hygieneplan. Die Frage ist nur, weshalb sich einige Mitarbeiter*innen nicht an diesen Plan halten? Oder, wenn Sie sich an den Plan halten, weshalb der Plan unvollständig ist?
Können Sie erklären, warum
- sie Nierenschalen aus Papier zum Transport der Proben (roter Beutel) nutzen? Gelten diese in ihrem Haus als rein?
- der rote Probenbeutel beim Scannvorgang Kontakt mit der Tresenfläche haben darf? Ist diese generell dekontaminiert?
- eine Person in dem Video ohne Schutzkleidung, also in Straßenkleidung, in den Laborräumen zu sehen ist?
- manche Mitarbeiter*innen den Labormantel offen tragen und manche geschlossen?
- keine einzige Person in dem Video eine Kopfbedeckung trägt? Ist nicht bekannt, dass der Mensch im Durchschnitt 10 g Schuppen, darunter mit Sicherheit ein Anteil an Kopfhautschuppen, am Tag verliert?
- eine Mitarbeiterin ihre Haare offen trägt, wobei ihre schulterlangen Haare Kontakt haben mit den Inhalten ihrer Labormantelbrusttasche? - mind. zwei Personen in dem Video Schmuck (einmal eine Handkette und einmal einen Ehering) tragen?
- das Brillenband von Frau H., welches regelmäßig Kontakt mit ihrem Mundschutz hat, nicht als mögliches Kontaminationsrisiko eingestuft wurde?
- wir Arbeitsplätze sehen, auf denen sich zig Gegenstände befinden? Sind alle Laborinternen Gegenstände katalogisiert, inkl. Stifte? Und werden diese alle regelmäßig desinfiziert?
- warum ein handelsüblicher Tischventilator im Raum in dem Herr Dr. K. seine Aussagen tätigt vorgehalten wird? Stellt dieser bei Nutzung nicht ein hohes Kontaminationsrisiko dar?
- in ihrem Labor in den Wandregalen unreine Umverpackungen gelagert werden? Kann von diesen keine mögliche Verschmutzung ausgehen?
- sich die Mitarbeiter*innen an den Mundschutz fassen (2-mal gesehen), einmal mit der nackten Hand und einmal mit der behandschuhten Hand?
- warum sich eine Mitarbeiterin mit der behandschuhten Hand die Haare aus dem Gesicht (Stirnbereich) streicht?
- nackte Unterarmbereiche während der gesamten notwendigen Teilschritte der Mitarbeiterin Frau H. selbst in den Laborschränken häufig in Kontakt mit den Arbeitsflächen und Geräten (Lüftungsgitter Laborschrank, Zentrifuge u.a.) kommen und ob bei diesen Kontakten ausschließbar ist, dass von ihnen keine mikrobiologischen Verunreinigungen ausgehen können?
- eine benutzte Pipette auf eine mit dem Unterarm kontaminierte Fläche (Lüftungsschlitze) abgelegt wird und ob diese vor der nächsten Nutzung dekontaminiert wurde, einschließlich der kontaminierten Flächen?
- in ihrem Labor eine Holzkiste steht und auf dieser ineinander gestapelte, schwarze Entsorgungsbehälter? Wie desinfizieren Sie die Holzkiste?
- in ihrem Labor an diversen Stellen Zettel und Blätter an den Türen, Wänden und Schränken kleben? Geht von diesen kein Kontaminationsrisiko aus? Wie werden die beklebten Flächen denn regelmäßig gereinigt/desinfiziert?
Abschließend würde ich gerne noch erfahren welche Schutzstufenzuordnung sie für ihr Labor und die Arbeiten mit dem Sars-CoV 2 in ihrem Labor getroffen haben und in welche Risikogruppe sie das Sars-CoV 2 eingestuft haben?
Nochmals vielen Dank vorab für ihre Mühen, gerne lesen wir von ihnen!
Beste Grüße, Manuel Potthoff