Es beginnt: Die ersten von hunderten Ölanleiheausfällen! Schon jetzt
haben sie sich den Namen Subprime-Ölanleihen verdient. Das
US-Finanzsystem ist ein wahrhaftiger Seriensünder in Sachen Subprime -
das Back-End einer Vermögensblasennation.
Eine Schieferölfirma
musste Anleihen im Umfang von 175 Millionen $ ausfallen lassen, ohne
überhaupt nur eine Couponzahlung vorgenommen zu haben. In den
Vereinigten Staaten und Kanada werden mit Sicherheit hunderte weitere
Firmen folgen. Jetzt ist auch Quicksilver Resources in der Bankrottarena
eingetroffen. Der Fracking-Komplex kontaminiert nicht nur die
Grundwassersysteme, sondern auch die Finanzpapiersysteme.
Das
Unternehmen hat Schulden in Höhe von 2,35 Mrd. $ angegeben. Noch vor
einem oder zwei Jahren galt die Kreditorgie dieser Firma als aggressiv
doch schlau. Dank der einbrechenden Ölpreise ist sie jetzt mit negativen
Cashflows konfrontiert. Und die US-Regierung denkt, sie würde dem
Russischen Bären schwere Wunden zufügen, hmmmmm.
Quicksilver hat nicht mehr als 1,21 Mrd. auf der Aktivseite vorzuweisen.
Der Rest hat sich in Rauch aufgelöst, die Unternehmensanteile sind
wertlos. Während die Aktionäre nackig gemacht wurden, müssen die vielen
Gläubiger um die verbleibenden Reste kämpfen. Den gehebelten
Verpflichtungen mit Kreditzusatzklauseln erging es ein wenig besser, die
Ramschanleihen wurden aber böse zugerichtet - wie zum Beispiel
Einbrüche auf 17 Cents und 2 Cents pro Dollar.
Einige naive
Beobachter glauben noch, dass sich der Schaden eingrenzen ließe. Warten
Sie ab, bis die Gläubiger, darunter auch die Trusts, Ausfälle zu
verzeichnen haben. Sie hatten niedrige Anleiherenditen gescheut und nach
Erträgen und größeren Weidewiesen gesucht. Sie fanden toxisches Papier
und bekommen das Peitschensyndrom. Unter den Gläubigern von Quicksilver
befinden sich die Wilmington Trust National Association (361,6 Mio. $),
der Delaware Trust (332,6 Mio $), die US Bank National Association
(312,7 Mio. $) sowie verschiedene Pipeline-Unternehmen, darunter Oasis
Pipeline und Energy Transfer Fuel.
Die Dominos fallen. Es sind
dutzende weitere Bankrotte zu erwarten, während die Chefclowns einen
Sieg für das amerikanische Proletariat ausrufen. Selbst die Bank für
Internationalen Zahlungsausgleich warnt schon vor größeren Problemen bei
den Ölanleihen. Wahrscheinlich wird der gesamte Schieferöl-Boom bis
Ende 2015 komplett abgeschlossen sein.