Global Economic Collapse

  • Inside Wall Street

    Der 700-Mrd-Dollar-Skandal


    Von Lars Halter, New York


    Die jüngsten Entwicklungen in Washington D.C. sind haarsträubend. Die amerikanische Regierung plant ein Rettungspaket für die Finanzriesen, das mit 700 Mrd. Dollar sogar den gigantischen US-Verteidigungsetat übersteigt – und das von einem einzigen Mann verwaltet werden soll. Ohne Abstimmung. Ohne jede Kontrolle.


    Dass sich in den letzten Tagen mit Finanzminister Hank Paulson, Fed-Chef Ben Bernanke und einigen Leuten bei der SEC Befürworter für ein solches Paket gefunden haben, ist nicht das eigentlich Schlimme. Wirklich erschütternd ist, mit welcher Eile ausgerechnet der ahnungslose US-Präsident George W. Bush dieses Paket durch den Kongress drücken will.


    Wenn man aus den Terrorattacken von 2001 eines gelernt habe, so Bush, dann doch wohl, dass die Regierung schnell handeln müsse, um Krisen zu bewältigen. Das ist absurd. Wenn man aus den Fehlern der letzten Jahre überhaupt etwas gelernt haben sollte, dann vor allem, dass man sich in schwierigen Zeiten nicht von einer korrupten Regierung zu panischen Entschlüssen treiben lassen sollte, die am Ende die Lage nur noch schlimmer machen.


    Denn das ist bisher geschehen und hat zum Einmarsch im Irak ebenso geführt wie zur illegalen Abhörung von privaten Telefongesprächen ohne jede richterliche Genehmigung.


    Der aktuelle Plan der Bush-Regierung würde Finanzminister Paulson einen Blankoscheck über 700 Mrd. Dollar geben, für den er keine Rechenschaft schuldig wäre. Das Finanzministerium möchte mit dem Geld der Steuerzahler den Banken nicht nur die ursprünglich angepeilten „schlechten Hypotheken“ abkaufen, sondern plötzlich alle „schlechten Anlagen“. Man möchte das unbürokratisch und ohne Abstimmung tun und verlangt dafür auch Immunität. Kein Richter und kein Gericht soll Paulson und seinem Team an den Karren fahren können, wenn das Geld wirkungslos verbrannt wird.


    In einem Land, dass sich regelmäßig auf seine Verfassung, Bürgerrechte und Demokratie beruft, und dessen Regierung für „weniger Macht für Washington und mehr Selbstbestimmung für den Bürger“ eintritt, ist das nicht weniger als schockierend. Eine Allmacht für Hank Paulson – der sicherlich ein begabter Finanzexperte ist – wäre in einer Diktatur besser angesiedelt; der Kongress muss sich mit Händen und Füßen dagegen wehren.


    Zumindest müssen einige Details offen diskutiert und geklärt werden. So ist bisher etwa unklar, zu welchem Preis die Regierung die kaputten Anlagen der Finanzhäuser übernehmen soll. Zum aktuellen Marktwert? Dann hätte das ganze ja keinen Sinn für die Banken und den Markt. Zu einem überhöhten Preis? Dann würde der Steuerzahler den Banken direkt Geld zustecken und für deren Fehler büßen.


    Die Demokraten haben zudem einen Gegenentwurf zur Paulson-Vorlage erarbeitet, der vorsieht, dass die Regierung für ihren Einsatz bei den Banken wenigstens jeweils Unternehmensanteile in entsprechender Höhe bekommt. Damit wäre sichergestellt, dass der Steuerzahler direkt davon profitiert, wenn der teure Plan gelingt. ("From Obama with Stake")


    Die Republikaner sperren sich gegen solche Details und wollen möglichst über Nach ein Gesetz ohne Haken und Ösen durchfechten. George W. Bush hat erklärt: „Die ganze Welt schaut auf uns und sieht zu, wie wir das Problem lösen.“ Im Moment sieht die ganze Welt Krisenmanagement durch einen Narren, der aus der Vergangenheit nichts gelernt hat. Oder – noch schlimmer – eine Regierung, die kurz vor dem möglichen Machtwechsel auf Kosten des Mittelstandes ihre Gönner ausbezahlen will.

    http://www.n-tv.de/1027260.html?email=ok

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  • Inside Wall Street

    Der 700-Mrd-Dollar-Skandal
    Das Finanzministerium möchte mit dem Geld der Steuerzahler den Banken nicht nur die ursprünglich angepeilten „schlechten Hypotheken“ abkaufen, sondern plötzlich alle „schlechten Anlagen“.


    Das ist ein guter Artikel, der wesentliche Punkte anspricht, die in dem ganzen Schlamassel ansonsten untergehen. Es ist sonnenklar, dass Paulsons etwaige Vollmacht eine einzige Katastrophe wäre, denn ohne jede Überprüfung wäre es höchst wahrscheinlich, dass er ganz eigenmächtig erklärt, was "schlechte Anlagen" sind . Zu seiner Zeit als Goldman-Boss war er wohl ebenso rigoros, denn damals waren es einfach alles "gute Anlagen", solange sie einem die Millionen in die Tasche gespült haben.


    Das schon zum jetzigen Zeitpunkt deutlichste Beispiel sind die oben in einem anderen Posting erwähnten langlaufenden Unternehmensanleihen über viele Milliarden, welche die Banken in ihren Büchern haben. Diese sind keinesfalls querbeet einfach schlechte Anlagen kurz vor dem Totalausfall, die man eilig retten müsste, nur weil sie der eigenen Banker-Klasse (und wohl auch ihm selbst) gehören, sondern die müssen - das gehört nun einmal zum Risiko einer solchen Anlage - nun als Teil der Kapitaldecke bei der Neustrukturierung herangezogen werden. Warum sollte man langlaufende Anleihen/Unternehmenskredite, deren Schicksal sich erst in etlichen Jahren entscheiden würde, eilends auf Kosten der Steuerzahler jetzt aus dem Risiko nehmen?


    grüsse
    auratico

  • Wollte eben eine Umfrage zum Thema "GB raus oder nicht" starten... kann die Funktion leider nicht mehr lokalisieren. Bin auf jeden Fall dafür! :D

    Es bestand zu keiner Zeit keinerlei Gefahr...

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    Paulson im Senat Banking Panal

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    Bush im UN Security Council zur Weltwirtschaft und über die UN


    Washington Mutual (größte US-Sparkasse) vor Untergang?

    New York, September 22, 2008 — Moody’s Investors Service downgraded the financial strength rating of Washington Mutual Bank to E from D+. Additionally, Washington Mutual Inc. preferred stock was downgraded to Ca from B2. All ratings of Washington Mutual Bank (deposits and senior unsecured at Baa3, subordinate debt at Ba1, short term Prime-3) and Washington Mutual Inc. (senior unsecured at Ba2, subordinate at Ba3, preferred at Ca) were placed under review for downgrade.

    3 Mal editiert, zuletzt von GOLD_Baron ()

  • Abzusehen ist, dass die diversen Arme der in völliger Panik zusammengezimmerten US-Rettungsaktion(en) verhängnsivolle Fehleinschätzungen beinhalten. Bei der ersten grossen Tranche, der Quasiverstaatlichung von Fannie und Freddie, zeigen sich schon nach wenigen Wochen die ersten Verwerfungen überdeutlich. Die dumme Entscheidung, die Dividenden der Vorzugsaktien auszusetzen, hat nicht nur dazu geführt, dass nun niemand mehr bereit sein wird, in ähnlichen Fällen Kapital einzusetzen, sondern es lag offensichtlich auch eine völlige Fehleinschätzung (Absicht?) der Besitzerstruktur bei den Aktien von Fannie und Freddie vor.


    Fed und Schatzamt schienen davon ausgegangen zu sein, dass kleinere Regionalbanken kaum wesentliche Teile ihres Kapitals in Aktien der beiden Anleihefinanzierer gesteckt hatten, sondern dass es sich bei den Aktionären in der Hauptsache um grosse Wall Street-Adressen handelt. Irrtum, wie sich jetzt zeigt. Bis zu 10% ihres Kapitals haben viele kleine Institute in Fannie und Freddie-Aktien gesteckt. Nun werden noch mehr kleinere und mittlere Banken in Schwierigkeiten kommen, und in der Provinz droht eine Verschärfung der Kreditklemme. Man darf schon gespannt darauf sein, ob sie nun nach dem Bail Out-Plan für die Wall Street-Banken nun auch noch ein Programm für die Main Street-Banken nachreichen müssen:


    Freddie and Fannie bank losses grow
    By Saskia Scholtes in New York


    Published: September 23 2008 00:08 |


    US regulators have underestimated potential bank losses on preferred stock issued by Fannie Mae and Freddie Mac, the American Bankers Association said on Monday.


    Nearly a third of US banks hold preferred stock issued by the two mortgage financiers that were taken into conservatorship this month, according to an industry survey conducted by the ABA. The average bank exposure to such securities relative to core equity capital was 11 per cent.
    “The negative impact on banks – particularly Main Street community banks – is far greater than regulators first thought,” wrote Edward Yingling, chief executive of the ABA in a letter to the Treasury, the Federal Reserve and other banking regulators.


    The government takeover of Fannie and Freddie all but wiped out the value of $36bn of their preferred shares. This would force exposed banks to take writedowns at the end of the third quarter that could impede future lending, the ABA warned.


    http://www.ft.com/cms/s/0/bf4d…fd18c.html?nclick_check=1


    grüsse
    auratico

  • Fed und Schatzamt schienen davon ausgegangen zu sein, dass kleinere Regionalbanken kaum wesentliche Teile ihres Kapitals in Aktien der beiden Anleihefinanzierer gesteckt hatten, sondern dass es sich bei den Aktionären in der Hauptsache um grosse Wall Street-Adressen handelt. Irrtum, wie sich jetzt zeigt. Bis zu 10% ihres Kapitals haben viele kleine Institute in Fannie und Freddie-Aktien gesteckt. Nun werden noch mehr kleinere und mittlere Banken in Schwierigkeiten kommen, und in der Provinz droht eine Verschärfung der Kreditklemme. Man darf schon gespannt darauf sein, ob sie nun nach dem Bail Out-Plan für die Wall Street-Banken nun auch noch ein Programm für die Main Street-Banken nachreichen müssen.

    Die Ausschaltung kleiner und mittlerer Banken, die Zentralisierung des High-Banking-Business und ein Frontalangriff auf den Mittelstand - alle Ziele wurden erfolgreich erfüllt.


    Immer wieder interessant wie gut deren "Stealth" Konzept funktioniert.


    In Chantilly wurden im Juni die letzten Details zu diesem Plan besprochen, der trotz aller Ereignisse hier immer noch nicht als 100% bewusst herbei geführte Aktion klassifiziert wird.


    Ben war auch da (und in erster Linie viele weitere Persönlichkeiten aus "Finance"):
    [Blockierte Grafik: http://www.bilder-hochladen.net/files/big/15et-1n.png]

    Einmal editiert, zuletzt von GOLD_Baron ()

  • Ich hab hier lauter gelbe Ausrufezeichen (lauter gelbe Dreiecke - sieht fast aus wie auf der Dauerbaustelle A9 :D ) Liegt der Baron jetzt in den letzten Zuckungen ? Panikattacke ??? :hae: :D Hat echt`nen Vorteil dieser Ignore-Button - wenn die Seite komplett gelb ist, weiß man dass jemand kurz vorm umkippen ist - dann kann man sich gleich auf die wirklich wichtigen News konzentrieren und muss sich seine Keifereien nicht anhören :D

    3 Mal editiert, zuletzt von freefly ()

  • Ich hab hier lauter gelbe Ausrufezeichen (lauter gelbe Dreiecke - sieht fast aus wie auf der Dauerbaustelle A9 :D ) Liegt der Baron jetzt in den letzten Zuckungen ? Panikattacke ??? :hae: :D Hat echt`nen Vorteil dieser Ignore-Button - wenn die Seite komplett gelb ist, weiß man dass jemand kurz vorm umkippen ist - dann kann man sich gleich auf die wirklich wichtigen News konzentrieren und muss sich seine Keifereien nicht anhören :D

    Ich frage mich, was sowas soll. Manche Leute glauben an VT, andere an Astrologie, wiederum andere an Strategeme und so weiter. Ich kann hier mit manchen Aussagen im Board auch nix anfangen. Ich habe aber keinen Grund, deshalb die Leute die diese Aussagen tätigen anzufeinden.
    Jetzt hast du daraus schon deine Konsequenz gezogen und jemanden auf Ignore gesetzt. Das ist ja dein gutes Recht, aber dann darüber zu spekulieren, was er geschrieben hat, ist ja ein wenig schizophren 8|

  • Die Argumente der Demokraten gegen Paulsons geplante Diktatorrolle sind vollkommen einleuchtend. Jetzt bleibt zu sehen, ob sie sich gegen die orchestrierte Panik durchsetzen können. Interessant auch an der Rede des Abgeordneten de Fazio ist die Stelle, wo er sagt, dass die CEOs der Pleitefirmen ihre Kohle womöglich in der Karibik in Sicherheit bringen wollen oder... in Gold anlegen würden. Damit könnte er recht haben.


    http://de.youtube.com/watch?v=ANGsBNMY1_c


    grüsse
    auratico

  • Die Argumente der Demokraten gegen Paulsons geplante Diktatorrolle sind vollkommen einleuchtend. Jetzt bleibt zu sehen, ob sie sich gegen die orchestrierte Panik durchsetzen können. Interessant auch an der Rede des Abgeordneten de Fazio ist die Stelle, wo er sagt, dass die CEOs der Pleitefirmen ihre Kohle womöglich in der Karibik in Sicherheit bringen wollen oder... in Gold anlegen würden. Damit könnte er recht haben.


    http://de.youtube.com/watch?v=ANGsBNMY1_c


    grüsse
    auratico

    Debatten kann man gerade auch live mitverfolgen: http://C-SPAN1 , C-SPAN2

    Ausser den realwirtschaftlichen Indikatoren und Daten gibt es keinen Grund fuer einen Aktiencrash.

  • Zitat: "Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) betonte am Dienstag, für ein Rettungspaket bestehe in Deutschland nicht die Notwendigkeit."

    Gegenzitat: "Politiker und Experten forderten derweil eine Beteiligung der deutschen Bundesregierung an dem US-Rettungspaket."

    Ausser den realwirtschaftlichen Indikatoren und Daten gibt es keinen Grund fuer einen Aktiencrash.

  • GIC has large cash pile, sees opportunities in US
    SINGAPORE (Reuters) - Singapore sovereign fund GIC said it still had plenty of cash after its multi-billion dollar investments in UBS and Citigroup and saw opportunities in the United States amid the financial storm.


    The Government of Singapore Investment Corp, which manages assets estimated at around $300 billion, held 44 percent of its portfolio in stocks and about 7 percent in cash at end-March 2008, it said in its first-ever annual report on Tuesday.
    "Problems in the U.S. would present very interesting opportunities in impaired assets," Group Chief Investment Officer Ng Kok Song said at a press conference ....

    Ausser den realwirtschaftlichen Indikatoren und Daten gibt es keinen Grund fuer einen Aktiencrash.

  • was soll das beweisen tollar?


    auflockerung tut euch allen mal gut


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  • Gegenzitat: "Politiker und Experten forderten derweil eine Beteiligung der deutschen Bundesregierung an dem US-Rettungspaket."



    Wie stehen eigentlich die Fleischpreise im Moment?
    Ich würde in Sachwerten bezahlen. Mit den verantwortlichen Bankern und Politikern nämlich, diesen Hornochsen.
    Ist ja schließlich nicht deren, sondern unser Steuergeld. Da kann man leicht Rettungsringe und Krücken spendieren.



    :wall: :wall: :wall: :cursing:

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