Moin,
bezeichne mich nicht unbedingt als Immobilien-Profi, glaube aber auch, ein wenig mitreden zu können. In den letzten 30 Jahren habe ich auch mehr als 40 Wohneinheiten erworben oder neu gebaut, voll saniert und in die Vermietung gebracht. Allerdings bediene ich nicht das Hartz4-Segment, sondern das obere Segment. Die Häuser/Wohnungen befinden sich allesamt in A und B-Lagen. Die Sozialwohnungen würde ich mir definitiv nicht kaufen.
Habe auch ein paar Anmerkungen zu dem Herrn Raue. Ich finde den ehrlich gesagt aufgrund seiner Naivität unterhaltsam 
Alexander hat die gut 50 Wohnungen auch nur deshalb kaufen können, weil die meisten günstige Buden im Osten waren/sind und er eine herausragende Bonität aufgebaut hat, indem er als IT-Fachkraft von Deutschland in die Schweiz gewechselt ist, um dort einen überdurchschnittlich gut bezahlten Job anzunehmen.
Mehrere Personen die ich kenne, haben dieses ebenfalls in den letzten Jahren gemacht, sie haben in Deutschland 50-60k € p.a. verdient und nun in der Schweiz für ähnliche Jobs (ein wenig mehr Verantwortung) aktuell zwischen 85 und 120k € p.a. (also bis 120.000 Euro pro Jahr).
Eine gute Bonität baut man sich nicht mit einem Gehalt von 85 TEUR auf
Bei der Kreditvergabe spielen neben der gegebenen Kapitaldienstfähigkeit vor allem auch die Blankoanteile eine entscheidende Rolle. Man kann also nicht immer weiter Wohnungen ohne Eigenkapital kaufen, da der Beleihungswert und vielmehr die Beleihungsgrenze deutlich unter den heute bewilligten Kaufpreisen liegt. So ist ab einem gewissen Zeitpunkt der Einsatz von Eigenkapital erforderlich. Bei Herrn Raue hat das wohl bisher funktioniert, weil die Beleihungswerte der Wohnungen aufgrund der heutigen Situation eben zugelegt haben und er den vorhandenen Spielraum beim Sicherheitenwert ausgenutzt hat. Ich habe mindestens 50%, meistens 75% Eigenkapital eingesetzt und die Gebäude jeweils kernsaniert und somit den heutigen Stand der Technik und Anforderung an Wohnraum erreicht. Die nächsten 20 Jahre ist da Ruhe an der Renovierungs-Sanierungsfront.
Der Herr Raue macht vermutlich den entscheidenden Fehler, der allzu häufig gemacht wird: Er verfrühstückt die AfA, die das zu versteuernde Einkommen aus V+V mindert und somit zu mehr "Netto" im Portemonnaie führt. Die sollte allerdings für später anfallende Reparaturen beiseite gelegt werden. Das nennt man Substanzverzehr. Die Instandhaltungsrücklagen in Wohneigentümergemeinschaften sind i. d. R. viel zu niedrig angesetzt und reichen regelmäßig nur für eine kleinere Investition (z. B. neue Heizung, mal ein paar Fenster) aus. Die Art von Immobilien, die er hält, sind eine tickende Zeitbombe. Wenn da mal ein Flachdach gemacht werden muss, wird schnell mal ein 5-stelliger Betrag je Wohnung fällig.
Geschafft hat man es, wenn einem ein potentieller Mietausfall von 50% nicht umhaut 
Grüße
Goldhut