Jemineh, wo hast du denn das grenzdebile Sätzchen in deiner Signatur her?
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Hochwertige, geschliffene Mineralien als Finanzanlage erfordern extrem viel Wissen und Erfahrung. Gut geschliffene, reine Brillianten sind zwar schön und ausgesprochen transportabel, besitzen aber (von Ausnahmesteinen abgesehen) in der Preisfindung einen sehr hohen "virtuellen" Wertanteil. Wie bekannt "drosselt" die De Beers Gruppe die Menge der auf den Markt kommenden Steine seit Beginn ihrer Monopolstellung, um den Preis künstlich hoch zu halten. Solange sie in der Lage ist, dies aufrecht zu erhalten, dürften die Preise "nur" innerhalb gewisser Grenzen schwanken. Aber bereits das "Überschwemmen" des Marktes mit den sogenannten "Blutdiamanten" anderer afrikanischer Staaten hat gezeigt, dass auch eine solche Monopolstellung nicht unangreifbar ist.
"Stabilität" stellte man durch "Ächtung" der "anderen" Diamanten her. Ein fragiles Gebilde.
Ein sehr viel größeres K.O.-Kriterium dürfte jedoch sein, dass vor einigen Jahren eine Meldung durch die Presse ging, nach der es russischen Wissenschaftlern gelungen ist, künstliche Diamanten herzustellen, die auch in hochspezialisierten Laboren nicht mehr ohne weiteres als "künstliche" Steine zu erkennen sind.
Das "geringe" Transportgewicht sowie das Konzept der "Konfektionierung" von "Anlagediamanten", mit festgelegten Qualitätsstufen, einer entsprechenden Steingravur und "festgelegten" Preisen ist zugegebenermaßen faszinierend und verlockt dazu, in diese "Währung" zu investieren. Die Einschätzung der Marktentwicklung dürfte aber aufgrund der nicht wirklich vorhandenen Knappheit für Laien extrem schwierig sein. Im vergangenen Jahrhundert haben sich einige unwissende "Gutverdiener" damit eine ziemlich blutige Nase geholt...... Klar.... mit Ostimmobilien auch..... (aber das war absehbar).
Wer die entsprechende "Leidenschaft" und "Leidensbereitschaft" mitbringt, den kann aber sicherlich nichts von einer Investition (in was auch immer) abhalten.
"Echte" Farbedelsteine sind erheblich seltener als "echte" Diamanten. Eine Normierung ist schwer möglich. Der "Massenmarkt" wird über Fernseh-Verkäufer bedient und schaufelt in Mengen "gekochte", "bestrahlte", "geflickte" Ware, die einigermaßen ausschaut in die Landschaft. - Gute, "unbehandelte" Ware ist schwer zu bekommen und erfordert Spürsinn, Menschenkenntnis, Materialkenntnis und ein Wissen über die unendliche Vielfalt der "kaum diagnostizierbaren" Fälschungen und Behandlungen, die es auf diesem Gebiet gibt.
Bei "echten" Steinen kann dann der Hauch einer Schattierung in der Farbgebung zu immensen Preissprüngen führen und manch ein begeisterter "Sammler", der meinte, ein Schnäppchen gemacht zu haben, mußte feststellen, dass er wohl etwas daneben gegriffen hatte.
Ein "gescheites" Einlesen in die Materie ist unabdingbare Voraussetzung.
Die "emotionale" Belohnung bei der Beschäftigung mit diesen "Kristallstrukturen" ist fürstlich. Die Schönheit eines kaum berührten Minerals, seine Leuchtkraft, seine Brillianz, sein Charakter und seine unendliche Eigenständigkeit erlauben dem überwältigten Betrachter einen Blick in die Unendlichkeit der Entstehungsgeschichte unserer Erde.
Diese Magie verdeutlicht der bekannte Edelsteinexperte E. Gübelin in seinem Buch "Edelsteine" (gute Einführung mit schönen Fotos) mit folgenden Worten:
".........Rubin: kristallener Götterfunken
Rotmagie und Farbextrakt aus einem 'Tropfen vom Herzblut der Mutter Erde' - so wird der Rubin in der überschwenglichen Sprache des Orients betitelt. Diese Eigenschaften haben den Edelstein zum hochkarätigen Favoriten der Mächtigen und Liebenden aufsteigen lassen. Die Lobpreisungen dieses stolzesten Vertreters der Farbedelsteine steigern sich oft ins liebenswert Irrationale. Kaum ein anderes Kleinod vermochte gefühlsbetonte Schwingungen zu erzeugen, wie der Rubin. Bei allen Völkern symbolisierte er von je her das höchste unter den Glücksgütern - die Liebe. Den Geburtstagskindern des Monats Juli verheißt er begehrte Gaben wie Freiheit, Güte, Ansehen und Würde. Dieses 'flammende Fanal' verdankt seine Beliebtheit der prunkvoll gelühenden Farbe, einer schwelenden roten Glut unter lackglänzender Oberfläche. Sein Name, vom lateinischen Wort ruber=rot abgeleitet, versinnbildlicht die Verkörperung des schönsten denkbaren Rots. Lichte und samtene Töne wechseln von Rosa bis zu dunklem Purpur; die Krönung aller Schönheit aber, edelste und konstarste Nuance, ist das Taubenblutrot, eine satte Schattierung von Karminrot. Je leuchtender, je lebhafter das Rot funkelt, desto erlesener und kostbarer ist der Rubin....."