ist das wirklich so?
Ich würde viel eher sagen, Staaten haben ein riesen Cash Flow Problem! Bei Unternehmen und sogar bei privatpersonen rechnet man Aktiva gegen Passiva. Solange die Aktiva die Passiva übersteigen, besteht eigentlich kein Problem egal wie hoch die Passiva werden. Wenn der Cash Flow aber nicht reicht um die Schuldzinsen zu bedienen wird es eng. Ich glaube nicht dass ein Unternehmen oder ein Bürger langfristig Kredit bekäme um die Zinsen seiner Schulden zu bezahlen. Die Bürger sind aber so schwachsinnig für minimale Zinsen dem Staat Geld zu leihen, damit dieser die Zinsen an sie bezahlen kann. Der Grund dürfte sein, dass es keine Alternative gibt??
Zurück zu den Aktiva des Staates. Eine enge Definition läßt nur den Wert der staatlichen Unternehmensbeteiligungen und des Bundesbankgoldes zu. IMHO völlig falsch. Im prinzip sind die Aktiva des Staates alle unbeweglichen Vermögensgegenstände innerhalb der Staatsgrenze und noch viel mehr. Bei einer Währungsreform enteignet der Staat sogar das Geldvermögen und tauscht es gegen seine Schulden. Dies wird aber von den Bürgern, egoistisch wie sie sind, gar nicht gerne gesehen, weil sie nicht begreifen wollen, dass ein deutscher "Staatsbürger" nicht nur Rechte sondern auch Pflichten gegenüber dem Staat hat.
Also ich sehe keine Überschuldung des Staates, das Vermögen der Staatsbürger reicht locker um die Schulden abzudecken. Ich sehe aber ganz klar das Cash Flow Problem.
Wenn eine AG Cash Flow Probleme hat, fordert sie eine Kapitalerhöhung der Aktionäre. Wer nicht mitzieht, wird "verwässert". Wie könnte ein Staat so etwas erreichen? Eine einmalige Vermögenssteuer von 50% (oder mehr)rückwirkend erhoben?
Also rein theoretisch, logisch betrachtet, wäre eine gerechte Währungsreform, ein Reset der den Staat wieder sinnvoll wirtschaften läßt, eine tolle Sache. Der Staat, sprich seine Bürger, würden enorm profitieren. Aber Gerechtigkeit ist eine Utopie, genau wie vernunftbegabte Staatsbürger. Jeder ist sich selbst der Nächste. Wie heißt es so schön, "Brot für die Welt, Schnitzel für mich!".
Kann es gerecht sein, wenn die jenigen die Vermögenswerte aufgebaut haben, enteignet werden, während die Teilnehmer an der enthemmten Konsumgesellschaft gerettet werden? Und beiden geht es nach dem Reset gleich gut (oder schlecht, je nach Maßstab)?