Das Märchen vom Silberdrachen – Episode Lunar II -
Es war einmal ein klitzekleiner Drache. Bei seiner Geburt wog er kaum mehr als 31 Gramm. Sein Papa war in Glitzerland zwar schon unglaublich berühmt doch dieser kleine Feuerspucker, dessen Schuppen so unwiderstehlich silbern glänzten, war bereits eine Legende, lange Zeit bevor er überhaupt das Licht der Welt erblickte.
Schon bevor ihn je irgendjemand zu Gesicht bekommen hatte übte er eine unwirkliche Faszination auf alle Einwohner von Glitzerland aus.
Jeder, der das erste Mal von Ihm hörte, wollte ihn sehen, wollte ihn unbedingt berühren und in jedem Falle besitzen. In einer Prophezeiung hieß es, dass jedem, der diesen Drachen nur einmal mit seinen eigenen Fingern berührte, unermesslicher Reichtum bescheret würde!
Es gab nur ein Hindernis:
Derjenige Eine, der mit dem kleinen Drachen sein Glück machen würde, musste vorher den inneren Wert des Drachens erkennen!
Sämtliche Kaufleute, jung und alt, - fahrende Händler mit allen Wassern gewaschen, aber auch unzählige stramme, junge Männer die zum ersten Male auszogen um ihr Glück zu finden-, versuchten Alles, um dieses Fabeltier in ihren Besitz zu bekommen. Sie fragten jeden Magier, jeden Großvisier und alle klugen Köpfe aus dem In- und Ausland wie sie ihm am einfachsten beikommen könnten. Aber all diese Mächtigen waren selbst wie verblendet, so dass, wenn man sie fragte, statt einer aufrichtigen Antwort immer nur unzählige bedruckte Papierzettel aus ihren Mündern hervor quollen. Sogar ESS-ZE, der allwissenden Silber-Cönig war irgendwie seltsam befangen und ihm war nicht mehr über den Weg zu trauen.
P-S: Koin Drache weit und breit!
Doch die Drachen-Jäger gaben nicht auf. 24 Stunden am Tag lagen sie auf der Lauer, immer bereit mit ihrer geladenen F5 den silbernen Schuss zu wagen. Sie stellten dem Drachen Fallen. Eine dieser fiesen Fallen war zum Beispiel eine unsichtbare, virtuelle Vorrichtung, die sie recht primitiv und einfach den „Warenkorb“ nannten- obwohl dieser Drache natürlich viel mehr war als eine x-beliebige Ware. Aber jedes Mal, wenn sie glaubten ihn darin gefangen zu haben, entschwand er wie aus Zauberhand wieder aus dem Korb. Es war wie verhext: Genau in dem Moment in dem man glaubte ihn zu fassen oder abzuschießen war er schon wieder in der virtuellen Welt verschwunden. Und anstatt die verzweifelten Einwohner mit unermesslichem Reichtum und Zufriedenheit zu beschenken, kehrte er -im Gegenteil - schnell die dunkelsten Seiten aus ihnen heraus: Sie wurden tückisch, aggressiv und auch vielfach verrückt. Reihenweise verloren sie die Fähigkeit ihr reales Leben anständig weiter zu führen. Apathisch und dazu verdammt bis zum Tag der Entscheidung in den einsamen, wirren Gängen eines riesigen, unterirdischen Irrgartens zu fristen siechten sie vor sich hin. Der Irrgarten wurde „Das Forum“ genannt in dem die verlorenen Seelen tagein und tagaus schwarze Pixel , teilweise ohne jeglichen Sinn und brauchbaren Wert, endlos produzieren mussten. Einzeln, jeder in einem gesonderten Raum, waren sie vor Maschinen gefesselt - gezwungen sich durch ihren perfide manipulierten Verstand schier unaufhaltsamen Ergüssen hinzugeben.
(Auch der Erzähler war leider befallen ;O))
Dann nahte er endlich---- der Tag der Entscheidung!
Der erste Tag im letzten Tertial des Jahres war nunmehr angebrochen.
Die Uhren in Glitzerland standen still…
Alle Augenpaare waren auf ihn gerichtet, jeder musste unbedingt und auf der Stelle wissen, ob ihm nun schlussendlich dieses süße Objekt der Begierde gehören würde. Werde ich der Glückliche sein? Und vor Allem: Wird er denn halten was er verspricht, oder werde ich –wie bisher- nur enttäuscht werden.
Der kleine Drache erhob sich...
Blitzschnell breitete er seine (unsichtbaren
) Flügel aus und flog hinein in das Land…er stieg höher und höher- über alle Grenzen hinaus und war urplötzlich und ganz deutlich von überall aus gleichzeitig zu sehen.
Da fiel es ihnen wie Dollar aus den Augen:
Der kleine Drache vermehrte sich. Tatsächlich! Er vermehrte sich!!! Erst fünffach, dann zehnfach, hundertfach – tausendfach. Immer und immer wieder reproduzierte er sich und überschwemmte das ganze Land wie ein silberner Lunarmi. Jeder der wollte, konnte plötzlich seinen eigenen Silberdrachen haben. Sogar zwei…oder noch mehr. Eigentlich so viel wie man wollte! Lauter glückliche Gesichter und strahlende Augen. "Hurrah, ein Hoch dem Drachen, so ein tolles Tier!"…..hörte man sie sagen.
Es dauerte jedoch gar nicht allzu lange bis es sich eigentlich gar nicht mehr sooo „ganz besonders“ anfühlte, einen dieser glänzenden Dinger zu besitzen und schon bald lagen sie vereinzelt sogar relativ achtlos in der Ecke...
Das hatte jedoch seinen Grund - und dieser war nicht ganz unbekannt:
Es nährten sich nämlich seit einiger Zeit Gerüchte, dass es ganz sicher irgendwo in Glitzerland eine unglaublich wertvolle Schlange geben sollte, die…………………………………
Gute Nacht! - Reblis -