IMHO könnte ein Krisenszenario so aussehen:
Status Quo: Da alles Geld Kredit ist, halten nur neue Kredite alte Kredite und deren Zinsen am Leben. Während dieser Zeit ist das System stabil.
Diesen stabilen Zustand kann man nun nach oben oder unten verlassen:
a) Nach unten durch Deflation. Das würde bedeuten, es werden weniger Kredite nachgefragt (was faktisch eigentlich unmöglich ist, da ja immer mehr Zinsen bezahlt werden müssen). IMHO hatten wir die letzten Jahre hier in D schon so eine Art Deflation, weil die Wirtschaft weniger Kredite nachfragte. Das wurde nur durch höhere Schuldenaufnahme des Staates kompensiert. Daher auch die niedrigen Zinsen der vergangenen Jahre.
b) Nach oben durch Inflation. Das würde bedeuten, es werden immer mehr Kredite immer schneller nachgefragt. IMHO sind wir jetzt in den Anfang dieser Phase eingetreten. Die Wirtschaft liegt weitgehend am Boden. Kredite werden mehr oder weniger nur noch durch den Staat, da aber exzessiv, nachgefragt. Damit betätigt sich der Staat als Gelddrucker.
Was wird irgendwann passieren? Durch die Inflation passiert zweierlei:
1. Alle Abgaben, die prozentual erhoben werden (also Steuern, Lohnnebenkosten, etc. ...) werden im Wert steigen. Denn die Löhne steigen nicht im selben Maß wie die Inflation.
2. Alle anderen Kosten, Preise also, werden steigen, was zu weiterer Entwertung des Geldes führt.
Ergebnis wird also sein:
Irgendwann hat der Bürger sehr hohe Abgaben und Preise zu bezahlen, aber einen faktischen Lohnrückgang. Damit werden Kreditausfälle exzessiv zunehmen. Schon jetzt sind Millionen Privathaushalte überschuldet oder stehen kurz vor der privaten Insolvenz.
Wenn dann die Kredite platzen, gibt es eine richtig schwere Deflation, denn jeder geplatzter Kredit vermindert die Kreditgeldmenge. Die Banken und andere Gläubiger werden ihre Sicherheiten einfordern. Lieber heute noch das Haus des Schuldners versteigern und dafür Cash kassieren, weil Cash ja mehr Wert wird. Die Schuldner werden trotzdem nicht ihre Schulden los, denn zunehmend verlieren Waren durch ein Überangebot an Wert. Sie müssen zwar die Sicherheiten abgeben, aber Schulden bleiben übrig.
Damit wird die nächste Phase eingeleitet: Hyperinflation. Es entsteht zunächst ein Überangebot an Häusern und Waren. Da die Banken wie geschrieben schnell alle Sicherheit einforderten, wird der Wert dieser Sicherheiten total fallen, denn kaum jemand kann noch etwas kaufen oder will etwas kaufen, denn Cash war King. Dieses geparkte Geld wird jetzt auf den Markt geschmissen, denn Waren sind total billig geworden. Zudem sind die Schulden kaum weniger geworden.
In der letzten Phase wird auch der Staat sich noch mehr einmischen und alles nur noch schlimmer machen. Am Ende wird eine Währungsreform stehen.
Ich fasse zusammen:
Das Ganze wird ein sich ständig aufschaukelnder Prozess sein. Man wird vermutlich sprichwörtlich durch Dick (Inflation) und Dünn (Deflation) gehen müssen, bis die Währungsreform ansteht. Ich habe das Ganze hier etwas verkürzt. Ich kann mir auch nacheinander viele kleinere Deflationen und Inflationen vorstellen, die sich immer weiter aufschaukeln, bis es dann irgendwann richtig kracht.
So, denke ich mir, kann das aussehen.