Zitat
Original von liberty
Dieser Artikel beschäftigt sich mit dem Einbruch der Charterpreise im Zusammenhang mit Containerschiffen um 40%.
Moin liberty,
erst mal würde ich unterscheiden zwischen Deflation/Inflation und deflationäre/inflationäre Effekte. Wenn wir von einer einzigen Währung reden, dann kann es immer nur Deflation ODER Inflation geben, aber nie beides, denn Inflation=Preissteigerung durch Geldmengenausweitung und Deflation ist das Gegenteil. Bei einer Währung kann die Geldmenge jedoch immer nur entweder steigen oder fallen und nie beides gleichzeitig.
Dass die Preise bei den Schiffsfonds fallen kann ich mir lebhaft vorstellen. Aber nicht auf Grund von Deflation, sondern weil die Regierung die Subventionen streicht. Wir haben ganz sicher auch in anderen Bereichen deflationäre Effekte, aber eben keine Deflation.
Was das Bargeld angeht: Geld zu horten, macht IMHO gar keinen Sinn. Es ist das ureigene Geschäft der Banken und das Interesse des überschuldeten Staates, Kreditgeld zu verleihen. An Kreditgeld kann man kein Eigentum halten, man kann es lediglich besitzen, aber dann werden Zinsen fällig. Diese Zinsen werden mit der Inflation bezahlt.
Die Deflation des Kreditgeldes ist eine andere, als die Deflation des echten Goldgeldes. Während bei Goldgeld die Eigentümer das Goldgeld aus dem Verkehr ziehen und auch nichts nachbeschafft (gedruckt) werden kann, ist der Staat und die Banken dort machtlos. Der "kleine Mann" ist somit Kontrolleur über die Deflation.
Während also eine Deflation des Goldgeldes durch gesteigerte Nachfrage nach Geld ausgelöst wird, wird eine Deflation des Kreditgeld durch eine verminderte Nachfrage des Geldes ausgelöst. Beim Kreditgeld ist es nämlich so, dass immer weniger Lohn/Gehalt immer weniger Nachfrage nach Geld bewirkt. Die Banken verleihen immer weniger, weil die Leute immer weniger bekommen, aber nicht, weil sie es nicht bekommen wollen! Und hier kann jederzeit der Staat bzw. die Banken eingreifen, denn sie können einfach Geld drucken, bis das Papier alle ist!
Und deshalb wird es keine Deflation mit Kreditgeld geben, denn dann würden die Schulden des Staates ins Unermessliche steigen und auch einige Banken zumachen und das wird der Staat und die Banken zu verhindern wissen!
Und es gibt noch einen weiteren Grund, warum Banken und vor allem Staat lieber eine Inflation als Deflation haben. Bei einer Inflation denken viele Leute, sie sind reich. Es gibt viel mehr Millionäre, als wenn das Kreditgeld mehr wert wäre. Die übergroße Masser der Leute hat ja schon Probleme mit den vier Grundrechenarten, die freuen sich doch, wenn sie größere Zahlen auf dem Konto oder in der Brieftasche haben. Würden die Zahlen auf den Geldscheinen mit der Inflation kleiner werden, dann würden die Leute das sicher anders sehen, aber so ist es ja schleichend.
Zusammenfassend kann ich daher sagen, dass sowohl Staat, als auch Banken, als auch die übergroße Masse an einer Inflation sogar sehr interessiert sind. Und deshalb werden alle diese Beteiligten auch dafür sorgen, dass es im Zweifel eine Inflation und keine Deflation geben wird. Am Ende der Inflation, das wäre auch bei einer Deflation vermutlich so, steht dann eine Währungsreform, d.h. IMMER eine sofortige Hyperinflation, die alles alte Geld wertlos macht. D. h. selbst WENN es eine Deflation gäbe, dann würde am Ende es doch zu einer Währungsreform kommen und das Geld damit auf einmal weginflationiert.
Und daher macht es IMHO keine Sinn, in Kreditgeld zu "investieren".
Viele Grüße
KR 