Beiträge von Kaufrausch

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    Original von fundamentalist
    Das Vertrauen in Geld in den Köpfen der Verbraucher basiert wohl kaum auf dem Wissen, daß eine Zentralbank irgendwo eine eher homäopathische Dosis Gold herumliegen hat.


    Zumindest bei mir und meinen Eltern, die beide Währungsreformen erlebt haben, da ist das so.


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    Das Vertrauen in Geld basiert auf der Erfahrung daß die Geschäfte und Börsen am kommenden Werktag wieder öffnen und daß die Preise sich bis dahin nicht wesentlich geändert haben werden.


    Das ist IMHO nicht Ursache, sondern Wirkung. Wer weiß, dass es rund um den Planeten ständig irgendwelche Währungsreformen gibt, der kann durchaus zweifeln, ob dies immer so sein muss. ;)


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    Wer etwas anderes behauptet - der möge einmal zu einer Bank gehen und einen Kredit beantragen. Ein Kredit basiert ebenfalls auf Vertrauen - nämlich dem Vertrauen darauf daß der Gläubiger "morgen" in der Lage sein wird den geschudeten Betrag incl. Zinsen zurückzuzahlen.
    Vertrauen basiert hier entweder auf dem Vorhandensein geldwerter Vermögensgegenstände - das sind dann die "billigen" Kredite wie z.B. Hypotheken - oder z.B. auf einem regelmäßigen Einkommen - das sind dann schon die "teuereren" Krediete - weil ein Einkommen ex ante niemals 100% sicher ist.
    Fiat-Money ist sozusagen ein Kredit auf das Einkommen - während Gold-Geld ein Kredit auf einen Vermögenswert ist - wobei ein Vermögenswert nur dann als Sicherheit taugt, wenn er den Kredit mindestens zu 100% absichert.


    Im Fall Kredite muss sich ja nur der Gläubiger, also die Bank, Sorgen machen. Wie Du richtig schreibst, sind daher Kredite ohne reale Sicherheiten teurer oder werden gar nicht erst genehmigt. Du kennst sicher den berühmten Spruch mit dem Regenschirm. Die Bank verleiht gerne Regenschirme bei Sonne, will sie aber sofort wieder einsammeln, wenn es regnet. Als ehemaliger Banker kann ich da ein Liedchen drüber trällern!


    Die Bank muss aber natürlich trotzdem Risiken eingehen, denn sie ist ja nicht nur irgend ein Privatier, der Geld verleiht, sondern ein Unternehmen, das auch wirtschaftlichen Zwängen, also Konkurrenten, etc. ausgesetzt ist. Andernfalls müsste sie ja gar kein Geld verleihen. Dieses Risiko bleibt bei der Bank und das lässt sie sich bezahlen.


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    Daß auch dies nicht 100% sicher ist - sieht man nicht nur an Immobilienkrediten (wenn die Immobilien in ihrer Wertschätzung sinken und folglich billiger werden) sondern sogar an Gold. Auch Gold kann gemessen in Kaufkraft weniger wert werden.


    Das sehe ich anders. Nicht das Gold wird weniger wert, sondern das Fiat-Money oder was auch immer wird mehr wert. In diesen Tagen sehe ich auch keine Wertsteigerung von Gold, sondern einen Wertverfall von Fial-money. ;) Gold ist wie jeder andere Rohstoff abhängig vom Markt. Glücklicherweise von einem Markt, den der Staat (momentan) nicht kontrollieren kann!


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    Sicherheit ist so oder so nur dann gewährleistet, wenn Morgen die Waren noch annähernd zu den selben Preisen in den Regalen stehen.


    Genau das ist ja aber im Moment immer weniger der Fall!


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    Wer das Vertrauen in diesen Umstand nicht teilt - der kommt nicht umhin sein Fiat-Money heute in Sachwerte umzutauschen.
    Bitte - er kann es tun und sich beliebige Konsumgüter, Immobilien oder auch Gold kaufen. Jeder kann es tun - und jeder tut es - ich ja auch!


    JEDER tut es eben NICHT! Täte es jeder, würde sich prinzipiell auch im Crash nichts ändern. Da es aber eben immer Cleverle wie Dich gibt, die die Zeichen der Zeit erkannt haben und andere, die den Versprechungen der Politiker glauben, gibt es auch immer Reiche und Arme auf der Welt.


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    Ja und mit exakt diesem Verhalten tragen selbst die Skeptiker von Fiat-Money zur Funktion des Systems bei.
    Das System ist erst dann "am Ende", wenn niemand mehr dieses Fiat-Money annimmt. (Sich also von Sachwerten, Immobilien oder Gold gegen Fiat-Money trennt).


    Korrekt. Und das ist, wie in meinem anderen Post ausgeführt, vorprogrammiert!


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    Nur dies ist eine Frage des Preises - und damit ist eben auch nicht gesagt daß der Goldbesitzer Morgen für seine heutige Kaufkraft noch die Waren bekommt die er heute bekommen hätte.


    Nein, da muss ich auch widersprechen. Für Gold wirst Du immer annähernd die gleiche Ware bekommen. Auch da mag es Schwankungen geben, die sind aber rein marktgeregelt. Zu Verzerrungen kommt es nur, wenn die Zentralbanken massiv Gold auf den Markt werfen, kaufen, oder Goldverbote existieren.


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    Was oder vor allem wieviel er bekommt hängt vom Angebot an Waren ab. Im Falle eines umfassenden Crash wäre davon auszugehen daß das Angebot an Waren einbrechen würde. Gold ist dann zwar gewiss mehr wert als Papier...
    Aber ist es deshalb mehr Wert als ein vor dem Crash erworbener Anteil an einer Immobilie?


    Immobilien werden nicht weniger (außer bei Krieg).


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    - ist er deshalb mehr Wert als der vor einem Crash erworbene Gemüsegarten?


    Hier haben wir den entscheidenden Hebel IMHO! Der Besitzer mehrerer Immobilien hat vielleicht keinen Gemüsegarten. Also verkauft er eine Immobilie gegen Gold, weil er sich damit einen Gemüsegarten kaufen kann. Da er die Immobilie aber in Not verkauft, wird er sie deutlich preiswerter verkaufen. Immobilien sind zudem innerhalb der Crash-Zeiten oder in Kriegen nicht viel Wert. Denn der Wert kann rapide verfallen und mit einer Immobilie kann man nicht weggehen. In Krisenzeiten ist es sehr gut, flexibel zu sein. Gold ist sehr flexibel.


    Auch ist das eigentlich kein Problem des Goldes. Als kluger Investor muss man einfach immer nur kaufen, wenn irgend was unter "normalem" Wert verkauft wird. Dazu bedarf es aber eben eines Geldes, dass nicht selbst an Wert verliert. In Krisen wird also das Gold den gleichen Wert wie heute haben. Wenn Immobilien fallen, dann kauft man die halt. Vielleicht ist es auch eine gute Idee, in ein paar Jahren Gemüsegärten zu kaufen, nämlich vor dem Crash, wenn sie billig sind. Im Crash kann man sie dann verkaufen, weil sie dann teuer sind.


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    oder mehr Wert als die vor dem Crash angetretene Flugreise - oder mehr Wert als vor einem Crash erworbene Brot?


    In echten Krisenzeiten mit Hunger dürfte jemand seine drei Flugreisen wahrscheinlich ohne Hemmungen für ein Brot eintauschen (es sei denn, es gibt an Bord was zu essen).


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    Somit sollte sich die Frage auf den Kern konzentrieren: Wann erscheint ein Crash wahrscheinlich? - und wie haben wir uns konkret dessen Folgen vorzustellen?


    Dazu gibt es hier schon diverse Threads. IMHO ist der Crash um 2010 wahrscheinlich. Anzeichen werden IMHO sein: Allen geht es gut - die Wirtschaft floriert - die Kredite steigen ... ins Unermessliche!

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    Original von fundamentalist
    Sind uns vollkommen einig. :)


    Des wird mir ja langsam unheimlich. :D


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    Das ist ein Aspekt den ich durchaus sehe. Doch dieses Szenario greift zu kurz. Die eigentliche Frage ist ja worin der Sinn aus der Perspektive des "Fiat-Emittenten" liegt. In dem Augenblick an dem die Geldmenge relativ zum Warenangeobt übermäßig steigt - schrumpft die Bereitschaft zur Akzeptanz dieses Geldes.


    Ich denke, der Staat und alle Schuldner haben ein Interesse an einer Inflation, denn ihre Schulden werden so entwertet.


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    Folglich sägt der Emittent an dem Ast auf dem er sitzt. Seine Wertschöpfung "erschöpft" sich praktisch an dem Punkt, an dem eine werterhaltende Anlage in der betreffenden Währung nicht mehr möglich ist. (weil dann jeder diese Währung verkauft)


    Wer ist denn der eigentliche Emittent? Das ist die Zentralbank. Nur ist die eben nicht so richtig unabhängig. In Krisenzeiten dürfte der Staat zumindest die Unabhängigkeit teilweise oder ganz aufheben. So gesehen funktioniert das ganze System dann IMHO so:


    Der Staat schafft per Gesetz eine (zunächst) unabhängige Zentralbank, die wertlose Scheine zu wertvollem "Geld" macht (eigentlich sinds ja nur Schuldscheine). Da per Gesetz außerdem definiert ist, dass zu verliehenem "Geld" (Schuldscheine) zusätzlich Zinsen zurückgezahlt werden müssen, ist eine Inflation systembedingt vorprogrammiert. Sobald dieses "Geld" verliehen wird, muss es per Zinsdefinition mehr werden. Die Geldmenge muss wachsen, sonst würde das System nach kurzer Zeit zusammenbrechen. Einen Ausweg gibt es nur über Kredite, die aber ja auch wieder neue Zinsen produzieren, womit das System noch mehr Inflation produziert.


    Da es also per Definition immer mehr Geld geben muss, um die immer höheren Zinsmengen zurückzuzahlen, muss die Geldmenge zunehmen. Dieses alleine ist nun IMHO keinsweg schädlich, solange das Gesamtsystem wächst, also auch die Gütermenge zunimmt. Erst wenn das System aus den Fugen gerät, d. h. die Geldmenge deutlich schneller wächst, als die Gütermenge (wie im Moment) kommt es zu Problemen. Dann ist der Staat aber aus dem Schneider. Es folgt eine Krise, in dem alles geliehene Geld praktisch wertlos wird. Es gibt eine Währungsreform und das Spiel beginnt von vorne ... Wären die Zentralbanken WIRKLICH unabhängig, dann wäre der Staat seine Schulden nicht los, weil die Zentralbank verhindern könnte, dass es eine Währungsreform gibt. Das kann sie aber nicht.


    Hier kommt das Gold ins Spiel. Würde man ein Goldsystem an die Währung koppeln, dann kann die Goldmenge eben nicht beliebig erhöht werden. Sie verhält sich IMHO eher proportional der real zu vermehrenden Gütermenge, da Gold ja auch ein reales Gut ist. Mehr noch, wird gerade im 21. Jhdt. sehr viel des Wirtschaftswachstums auf Rohstoffen basieren. Da Gold letztlich auch ein Rohstoff ist, wäre hiermit dem entsprechenden Wachstum auch Grenzen gesetzt.


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    (wie lange kann ein Staat seine Schuldzinsen real begleichen).


    Das ist derzeit die alles entscheidende Frage. ;)


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    Also eben nicht Fiat-Money Pauschalverurteilung - sondern: Hat der "Laden" seine Finanzen noch unter Kontrolle! Oder erlebt die Währung bereits eine Flucht in Sachwerte (Warenangebot sinkt - Nachfrage und Preis steigt)


    Die Frage der unterschiedlichen Systeme ist ja nicht, welches System länger hält, sondern ob es mit der Goldwährung vielleicht möglich ist, ein System zu schaffen, das dauerhalt stabil ist. Zumindest einige Verfechter des Goldstandards behaupten dies. Ich kann das so nicht beurteilen. Aber im o. g. Sinne eines realen Guts ist Gold IMHO deutlich eher dazu geeignet, die Macht des Staates zurückzudrängen, seine Schulden einfach mit einem Federstrich zu entwerten.


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    Also jetzt mal einen kleinen Blick auf die lateinische Münz- bzw. Währungsunion zur Zeit des Goldstandards geworfen... und ich behaupte und belege guten Gewissens mühelos das Gegenteil!


    Nur zu!


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    Danke daß Du mich doch verstanden hast. :)


    Ich muss, mit Verlaub, gestehen, dass ich ein wenig Probleme damit habe, Dich zu verstehen. Denn ich glaube, in Deiner Brust schlagen zwei Herzen und Du verstehst Dich manchmal selbst nicht. Ist nicht böse gemeint! Nur mein oberflächlicher Eindruck. ;)


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    Das globale Klima hat natürlich einen Selbstregelmechanismus - sonst wäre unser Planet heute entweder eine wasserlose Wüste oder ein Eisklumpen.
    Das Problem liegt nur darin, daß dieser natürliche Regulstionsprozess enorm lange dauert und in seinen Extremen kaum zu beherrschen bzw. zu beeinflussen ist.
    So wie ich denke,daß es sowohl angenehmer als auch einfacher ist (oder gewesen wäre) einen anthropogenen Klimawandel zu verhindern - so denke ich eben auch, daß es bei ökonomischen Prozessen einfacher und für alle Beteiligten angenehmer ist mit geeigneten Maßnahmen eine "ansonsten zwingende Korrektur" abzuwenden.


    Wo wir uns einig wären.


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    Oder nochmal für´s Autofahrerland: Ich baue in mein Auto diverse Regulationsmechanismen ein - obwohl ich weis, daß das Auto auch ohne diese Bedienmechanismen irgendwann oder irgendwo zum Stehen kommen würde.


    Die Frage lautet aber ob es sinnvoll ist die Lösung der Probleme alleine diesen Kräften zu überlassen.


    Ich halte das für nicht so einen treffenden Vergleich. Der Staat neigt dazu, sich irgendwann seiner selbst geschaffenen Probleme zu entledigen. Ein Autobesitzer möchte aber das Auto so lange wie möglich fahren. Aber selbst wenn wir diesen Vergleich bemühen: Es wäre wohl wenig ratsam, die Lenkung so zu bauen, dass die Räder bei Vollgas auf der Autobahn mit geringen Lenkausschlägen um 90° verdreht werden könnten. ;)


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    Richtig - und ich sage sogar, daß uns Alle diese Versündigung an den Marktprinzipien recht teuer zu stehen gekommen ist.
    Einziger Profiteur war vielleicht eine - übrigends nicht sozialistische - Regierung welche sich so den Machterhalt "erkaufte".


    Ich halte unsere Regierung für sehr sozialistisch. Zwangsabgaben wohin man schaut. Ein Durchschnittsbürger muss alles in allem ca. 75% seines "Geldes" an den Staat oder in Zwangsversicherungen abführen.


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    Generell kann man wohl zusammenfassend sagen: Weiches Geld wird von jenen gesellschaftlichen Gruppen geschätzt, welche kein Geld bzw. keinen Besitz (oder entsprechend wenig) haben, während gesellschaftliche Gruppen mit Geld und Besitz hartes Geld bevorzugen.


    Der Kampf wird politisch ausgetragen - und keineswegs nur anhand der Trennungslinie "Sozialismus". Vergl. Hierzu die Politische Diskussion in England nach dem 1. Weltkrieg (Pro/Contra Deflationspolitik zur Wiedererlangung des Goldstandards) oder Pro-Silber-Anhänger in den USA Ende des 19.Jhd.


    Der Staat ist deswegen auch beim Geldsystem sozialistisch, weil er nach Gutdünken das Ganze bei einer Währungsreform neu erfindet und die alten Schulden praktisch entwertet. Diese kommt einer zyklischen Enteignung der Bürger gleich, denn der Staat "schöpft" die Schulden ja bei den Bürgen, durch Schuldverschreibungen! Das ganze System wurde vom Staat erfunden (siehe oben) und alles ist auf den Crash vorprogrammiert. Dem Markt, als nicht sozialistische Komponente, sind in jedem Fall zeitliche Grenzen gesetzt. So gesehen hat witzigerweise sogar Nixon dafür gesorgt, dass ab 1971 das US-Geldsystem sozialistisch wird.


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    Dies ist Richtig - Gegen die "Natur- oder Marktgesetze" zu wirtschaften ist wenn schon nicht unmöglich - dann doch wenigstens Unsinn.


    Genau. Steuerung ist sinnvoll, solange das System nicht nur noch läuft, wenn es gesteuert wird. Die Steuerung darf allenfalls dazu dienen, kleine Korrekturen durchzuführen. Das System in Gänze muss erstmal auch so funktionieren.


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    Es geht beim Fiat-Money ja gerade darum den Gedanken des Steuerns aufzugreifen. (Wobei wir bei der heiklen Frage der Qualität des Steuermannes wären... :) )
    Früher oder später landet das Holz immer am Meer - nur ist es für die Reisenden angenehmer, wenn das Holz dort als Floß ankommt - und nicht vorher Spielball der Naturgewalten geworden ist.


    Paddl


    Die Frage, die sich stellt: Muss das Holz immer im Meer landen?

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    Original von fundamentalist


    Eine Teildeckung ist in dem von Dir gewünschten Zusammenhang von keinerlei Nutzen.


    Das sehe ich etwas anders. Mindestens ist eine Teildeckung mit mehr Vertrauen in die Währung verbunden. Und auf Vertrauen bauen ALLE Währungen. ;) Vertrauen ist überhaupt der Schlüssel des ganzen Systems! Bis vor einigen Wochen hab' ich selbst noch mehr dem Fiat-System geglaubt, weil ich glaubte, dass das irgendwie durch das Gold der Zentralbanken gedeckelt ist. Heut weiß ich, dass es nicht so ist. Ergo suche ich mir eine Währung, die vertrauenswürdiger ist. Was meinst Du, was passieren würde (wird), wenn erstmal alle merken, dass sie nur noch bunt bedrucktes Spielgeld haben? Die Leute werden, wie ich, sofort anfangen, in vertrauenswürdigeres Kapital zu investieren. Da bleibt doch praktisch nur Gold. Vor allem auch, weil es in der Vergangenheit immer dazu diente. Auch das schafft Vertrauen!


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    Die vorgehaltene Menge an Gold und Devisen würde nicht annähernd genügen eine hypothetisch nicht vorhandene Warenmenge zu kompensieren.
    Der Sinn der Gold u. Devisenreserven liegt wie bereits beschrieben in der Ermöglichung von Eingriffen zu Gunsten des eigenen Geldes.


    Hmm, also IMHO ist die Frage des Geldes eine Frage der RELATIVEN Knappheit zu anderen Gütern. Wäre Gold zu knapp, beschreibst Du korrekt, dass dann mehr geschürft werden könnte, was aber nicht beliebig schnell geht. So könnte aber vielleicht die Goldmenge mit der Gütermenge wachsen. Weder Gold noch andere realen Güter sind ja unendlich auf diesem Planeten verfügbar. Fiat-money lässt sich jedoch bis ins Unendliche maximieren. Wenn die Bäume zum Papierdrucken nicht mehr ausreichen, dann speichert man eben Zahlen in Rechnern von Banken. ;)


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    Die Vorstellung einer Selbstregulation ist ebenso real wie unrealistisch

    Mit Verlaub, aber das ist ein Widerspruch in sich. :D Deswegen geh ich da auch nicht drauf ein. ;)


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    Unser einziger Schutz vor unkontrollierter Geldvermehrung liegt in möglichst unabhängigen Zentralbanken, welche per lege der Geldwertstabilität verpflichtet sind.


    Dieses System wird, wie wir alle vermuten, demnächst völlig versagen. An Hand der Inflation ist messbar, dass es schon täglich versagt. Nun mag man einwenden, dass das in der Theorie alles gut funktioniert. Das ist aber IMHO genau wie mit dem Kommunismus. Am Ende mündet das im Sozialismus und genauso sehe ich das auch bei den vermeintlich unabhängigen Zentralbanken. Irgendwann wird nämlich klar, dass die gar nicht so unabhängig sind. Und genau wie beim plangesteuerten und damit zentralgesteuerten Sozialismus sieht es ja auch beim zentralgesteuerten "unabhängigen" Zentralinstitut der Banken aus. In der Theorie alles ganz nett. In der Praxis völlig anders! Nicht umsonst hat man mit ehedem unterschiedlichen, also dezentralen, Währungen gute Erfahrungen gemacht. Das mit dem Euro und in ein paar Jahren (kannst Du drauf wetten) dem Eurodollar wird dem ganzen System das Genick brechen, weil es eben viel zu zentral und damit nicht natürlich angelegt ist. Die Natur baut grundsätzlich auf dezentrale selbststeuernde Systeme. Bildet man das nach, dann hat es auch in der Wirtschaft Erfolg. Je mehr Zentralismus aber da ist, umso mehr gerät die Ökonomie ins Wanken. Dafür gibt es in der Geschichte unendlich viele Beispiele!


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    Was dies anbelangt, haben wir in Europa bislang ja keinen Grund zu Klagen.
    Die Probleme welche wir haben sind stets Eingriffen der Politik geschuldet - zuletzt der politischen Entscheidung die Mark der DDR zu einem Kurs von 1:1 bzw. 1:2 umzutauschen - an statt zum Marktkurs von 1:4. Diesem Umtauschverhältnis ist letztendlich die Teuerung im Zuge der Einführung des Euros geschuldet. Aber dies wäre die Selbstregulation - welche erst mit einer Verzögerung von 10 Jahren mit einem psychologischen Auslöser (Euro) real wurde.
    Letzteres Beispiel soll vor Augen fürhen wie schwer Selbstregulationsmechanismen einzuschätzen sind - und wie vergleichsweise einfach eine gesteuerte Geldpolitik im Hinblick auf Sicherheit und Stabilität ist.


    Tja, aber wenn Du jetzt nochmal genau liest, was Du da geschrieben hast, dann wird Dir offenbar, wie sehr Du damit der Selbstregulierung das rethorische Feld bereitest. ;) Denn erstens hast Du damit verbalisiert, dass die Banken eben nicht so unabhängig sind, denn sonst wäre es nicht zu diesem unsäglichen Umtauschkurs gekommen. Und zweitens hast Du selbst damit geschrieben, dass alleine die Selbstregulierung des Marktes das am Ende wieder ausgebügelt hat. ;)


    Wie Du auch oben schonmal geschrieben hast, dass es letztlich immer in Selbstregulierung endet. Weil das eben das natürlich ökonomische Prinzip ist. Widersetzt man sich diesem wie anderen natürlich ökonomischen Prinzipien, dann kann man das durchaus tun. Es kostet aber IMMER mehr Aufwand, als wenn man auf diesem ökonimischen Prinzip aufbaut. Das ist im Vergleich wie mit einem Floß auf einem Strom. Wer stromaufwärts fahren will, der muss sehr viel Energie aufwenden. Wer mit dem Strom fährt, der braucht nur steuern, aber nicht noch Energie "verpulvern".


    Schöne Grüße


    KR

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    Original von Misanthrop
    Buy low.....sell high ....mehr Börsenwissen braucht kein Mensch :D


    Wieso machen es dann die meisten andersrum? :D Netten Avatar hast Du da. Soll das links den jugendlichen Charme und weiter rechts die Weisheit des Alters ausdrücken? :D

    Zitat

    Original von pipilangstrumpf
    @an alle
    laßt doch auch mal aussergewöhnliche ideen zu, ohne sie gleich zu zerreissen, in der hoffnung endlich bald zur eigentlichen thematik zurückzufinden,


    Moin,


    ich fühl mich jetzt mal als Partikel von "alle" angesprochen. Du hast es mit dualen Begrifflichkeiten, wie? "@an, außergewöhnliche Ideen" :D <klugscheißermodus off>


    Ok, ernsthaft und nur als Statement gedacht: Ideen gerne. Die dürfen dann aber auch kritisiert werden! ;) Was hier noch so hinter den Kulissen abgelaufen ist, weiß ich nicht. Das bezieht sich nur generell auf Ideen hier und meine Reaktionen darauf.


    Gruß retour


    KR

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    Original von fundamentalist
    Du hast Recht!


    Dies kann gar nicht sein. Wahrscheinlich hab ich mich falsch ausgedrückt. :D


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    "Gearscht" wäre somit auch hier der Sparer, der Morgen für die gleiche Menge Goldes weniger Waren bekommt - also einen Kaufkraftverlust erlitten hätte.


    Ich denke, es wäre auf alle Fälle schon mal von Vorteil, wenn der Staat oder die Banken es schwieriger hätten, einfach Geld zu schöpfen. Ich mag nämlich keine ominösen Kontrollinstanzen. Je mehr Kontrolle der Staat ausübt, desto widriger die Umstände für das einzelne Individuum. Ich setze da eher auf selbstkontrollierende Systeme und das ist IMHO mit Gold als Teildeckung der Währung eher der Fall, als bei reinem Fiat.


    Güße,


    KR

    Hallo Eldo,


    danke für den Chart! :) Bei Deinem "Glück" sollte ich vielleicht lieber erst kaufen, wenn Du die am Montag gekaufen Papiere wieder verkaufst. :D


    Ok, ernsthaft: Ich werde noch auf eine großzügigere Bodenbildung (Bodenhaftung) warten, denn mein Kaffeesatz sagt mir, dass da noch südwärtige Korrekturen möglich sind. Ich tippe auf 7.0 und kaufe dann. Was wäre denn Deiner Meinung nach besser: Minen, Atome oder Zertis?


    Schöne Grüße,


    KR

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    Original von fundamentalist
    Hier wäre der Unterschied zwischen Fiat-Money und Fiat-Gold vollkommen aufgehoben.


    Moin Jungs,


    ich hab' die Diskussion hier aufmerksam verfolgt und es hat mir auch einiges zu denken gegeben. Aber ich würde doch nicht so weit gehen, Fiat-Money JEMALS realen Gütern (und Gold ist ein reales Gut) gleichzusetzen. Gold schürfen und Geld drucken sind zwei erheblich verschiedene Dinge. Um die Goldschürfung zu maximieren, müssen erstens die Vorkommen da sein (und selbst da ist bei Mother Eearth irgend wann Ende im Karton, egal wie teuer oder billig Gold dann ist) und was zudem viel wichtiger ist, dass es ein paar Jahre dauern kann, bis das Ziel dann erreicht ist. Gold kann also nicht "mal eben" vermehrt werden, wie das mit der Druckerpresse der Fall ist. Das ist IMHO auch das entscheidende Unterscheidungsmerkmal, was zumindest ich immer in meine Überlegungen einbeziehen werde.


    Gold und generell nicht biologische Güter unterscheiden sich auch von den biologischen Gütern, da es sich nicht selbst vermehren kann. Man kann keine Goldbäume pflanzen. Ergo Sum ist als Faktum Gold erstmal ein Korsett für den Goldmarkt, egal ob man ihn nun an einen Geldmarkt koppelt oder nicht. Die verfügbare Menge kann nicht schnell und beliebig vermehrt werden.


    Grüße


    KR

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    Original von Eldorado
    David Morgan sagte auch etwas ueber Palladium.
    Ich hatte mal kurz im Palladium thread mit Hpopth ueber die Kats gesprochen. Der Grund warum man auf Platinum umgeschwenkt hat war das Norilsk damals nicht liefern konnte und 3 grosse Autohersteller sind dann auf Platinum das zur verfuegung stand von RSA und blieben dann dabei. Jetzt wo ein riesen Preisunterschied ist zwischen den beiden werden viele sparen und wieder Palladium benutzen.
    David sagte man sollte auch Palladium im Depot haben es wird enorm ansteigen sich den Platinpreis naehern.


    Ich bin schon die ganze Zeit am überleben, ob ich Palladium kaufen soll oder Minen oder Zertis. Meinungen dazu?



    Also erstmal auch 1 schönes WE! Ich seh' den Goldpreis, laut meines Kaffeesatzes (der ja bisher ganz gut als Glaskugel wegkam :D ) Ende nächsten Jahres bei ca. 650 bucks. Der HUI hält sich bei 260 was mir ein gutes Gefühl gibt, mich nicht verkauft zu haben. :]

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    Original von OhneRente
    Quatsch. Ebenfalls Quatsch. Unfug, lass nach. Das ist ein derartiger Blödsinn, dass sich ein weiterer Kommentar erübrigt.


    Na, wenn das keine hieb- und stichfesten Argumente sind, was dann? :D Warum reagierst Du eigentlich so gereizt? Ist Dir die Freundin weggelaufen? :P Sowas kann man doch mal ganz sachlich diskutieren. :rolleyes:


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    Und der ETF ist nicht in Gold gedeckt, sondern enthält lediglich das Versprechen, dass dem so ist. Krügerrands und Barren fühlen sich da wesentlich besser an.


    Doch, der ist gedeckt. Ich kann mir jederzeit angucken, wieviele Barren da in petto liegen und wie es mit meiner Golddeckung ausschaut. Das ist ja IMHO gerade der Vorteil gegenüber einem reinen Zertifikat, wo ich überhaupt nicht weiß, wie es gedeckt ist. http://www.lyxorgbs.com/uk/holdings/index.php


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    Aha. Trotzdem viel Erfolg mit Deinem ETF - kannst Du damit eigentlich auch überall auf der Welt zahlen?


    Würde mich mal interessieren...


    Das ist (leider) nicht mein ETF. :( Ich wüsste auch nicht, wie Du mit Deinem Schließfachinhalt weltweit zahlen kannst, wenn es im Schließfach liegt. Aus Argentinien wurde berichtet, dass die Leute nicht mehr an ihre Schließfächer kamen, als der Staatsbankrott da war. Da hättest Du also Probleme, falls es hier in D soweit ist. Dazu braucht es nicht mal ein Goldverbot. Ich könnte mir den Tageswert meiner anteiligen Barren aber zumindest in London in beliebiger Währung auszahlen lassen und damit auf große Reise gehen oder auch Goldatome im Laden nebenan kaufen ...


    http://www.lyxorgbs.com/uk/how_invest/index.php#2


    "How to sell


    There are 3 ways for investors to sell or redeem LyxOR GBS:


    1. Sell LyxOR GBS on the LSE or on Euronext via normal broking channels


    2. Sell LyxOR GBS to a Market Maker. This is only available to institutional investors


    3. Redeem LyxOR GBS by completing a Redemption Form. This method of sale is available to anyone. A flat fee of US$500 is charged for a redemption. Please click here to download the LyxOR GBS Redemption Form. "


    Gruß,


    KR

    Allocated Gold



    Gold bullion held at the Custodian Bank for LyxOR GBS investors on trust will be held in the form of Allocated Gold.


    Allocated Accounts


    All gold held for investors of LyxOR GBS is held in allocated form.


    Allocated accounts are held by the Custodian or subcustodian in the trustee’s name and consist of uniquely identifiable bars of gold "allocated" to the trustee and beneficially belonging to the investor. The gold held in the account is physically segregated from other metal held in the vault. Metal in an allocated account does not form part of the Custodian’s assets. Allocated gold is not lent out and does not involve any derivatives.

    Zitat

    Original von OhneRente
    es geht nichts über Physisches im Tresor. Da meins teilweise schon seit über 4 Jahren drinliegt, kann ich auch über fehlende Rendite nicht klagen.


    Papier bleibt Papier.


    Letztlich hast Du aber auch nur Papier. Nämlich einen Schein, dass Du an Dein Schließfach kommst. :P ;)


    Die Kosten für Dein Schließfach einschließlich Margin sind IMHO höher als so ein Gold-ETF. Und der ETF ist zu 99,xx% in Gold gedeckt.


    In beiden Fällen steht und fällt alles mit Deiner Bank und Deinem Papier, das Dir den Rückkauf ermöglicht. Es gibt einen einzigen Fall, wo ich das Schließfach vorziehen würde: Es ist bei einer Bank in Asien gelagert.


    Und den ETF kann ich mit einem Enter verkaufen, deine Barren/Münzen must Du erstmal aus dem Tresor holen und zum Verkaufstresen schleppen. Wer weiß, ob der Kurs bis dahin nicht schon um ein Einfamilienhaus gefallen ist. :D Nicht, dass Du nachher ohneRente dastehst. ;)


    Grüße,


    KR

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    Original von Mark
    Für mich kommen für Investitionen auch nur Index-Zertifikate in Frage.
    Physisch ist wegen der Margin einfach nicht lukrativ... :(
    Zudem ist es ein Problem physische Edelmetalle zu bewahren.
    Banktresore kosten Gebühren und daheim ist es gefährlich.


    Hallo Mark,


    schau Dir doch mal den Lyxor-ETF an. Der ist IMHO deutlich risikofreier als reine Zertifikate, weil Du zu fast 100% in gedecktes Gold investierst, was auch nicht verliehen wird. Infos hier: http://www.lyxorgbs.com/uk/holdings/index.php


    Das Ding ist normal an der Börse handelbar und IMHO daher so sicher wie ein Schließfach, aber so preiswert und flexibel wie ein reines Papier-Zerti.