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Original von fundamentalist
Schon klar - nur ist es nicht lukrativer sich alljährlich einen kleinen einstelligen Prozentsatz "in die Tasche zu stecken" als mit einem Schlag die 100% zu bekommen aber dann vor einem ökonomischen (und politischen) Scherbenhaufen stehen?
Aus diesem Grund kann ich nicht recht an keinen geplanten oder auch nur billigend in Kauf genommenen Crasch glauben.
Ich befürchte eher einen Crash aus einer größeren (nicht mehr kompensierbaren) unerwarteten Warenverknappung heraus.
Wenn das stimmt, was auch auf den Goldseiten über den Goldstandard geschrieben steht, dann war wohl die Ursache, sich davon zu lösen, dass man eine Kriegsfinanzierung wollte, die eben nicht am Gold endet. Daher das Fiat-Geld, was IMHO schlüssig ist. Außerdem glaube ich nicht (mehr) an die große und erhabene Kompetenz unserer sogenannten "Eliten" unserer Politik. Das hat nichts mit Schwarzseherei zu tun, aber man muss sich ja nur mal angucken, wie vertrottelt die große Politik auf relativ kleine Probleme reagiert. Im Grunde wird doch da von heute auf morgen gedacht.
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Das ist klar - nur ist das Verhältnis Waren:Gold nicht zwangsläfig konstant. In einem Krieg oder im Falle größerer Umweltkatastrophen wäre es durchaus zu erwarten, daß ein großer Teil der heute zur Konsumgüterproduktion zur Verfügung stehenden Resourcen von anderen Aufgaben beansprucht werden. Dann sind inflationäre Tendenzen auch ohne eine Vermehrung der Geldmenge gegeben.
Siehe oben. Hast Du Dir mal auf den Goldseiten die Sachen zum Goldstandard durchgelesen? Damit ist die Lösung vom Gold Ursache und nicht Wirkung des Krieges. 
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Das ist sogar gewollt! Gerade weil ich mich mit einem Gold im Keller recht wohl fühle - halte ich es für sinnvoll mich kritisch damit auseinanderzusetzen.
Selbstgerecht zurücklehnen - dabei läuft man auch Gefahr einzudösen und dann womöglich ein unangenehmes Erwachen zu erleben. 
Es ist sicher eine gute Sache, eine Taktik oder operationelle Entscheidungen öfter kritisch zu hinterfragen. Aber ich denke, man ist schlecht beraten, eine grunsätzliche strategische Entscheidung immer wieder in Frage zu stellen. Das macht einen doch eher zum Spielball seiner eigenen Gefühle. Ich habe z. B. für den Moment die mittelfristige Strategie, mein Depot bis zu fünfzig Prozent mit Sachwerten zu füllen. Die Strategie leite ich aus bestimmten Indikatoren her, die ich jetzt, also heute, gewonnen habe. Selbst wenn sich die Indikatoren zwischenzeitlich ändern, werde ich nicht die Strategie über den Haufen werfen, sondern allenfalls taktisch oder operativ drauf reagieren. Erst wenn sich die Umstände grundsätzlich ändern, werde ich wieder eine andere Strategie fahren (z. B. Sachwerte verkaufen, ...).
Indem ich mich einmal für einen längeren Zeitraum für eine Strategie entscheide, nehme ich ja prinzipiell das Wissen oder auch vor allem Agieren der Mehrheit vorweg. Ich erwarte also, dass in Zukunft eine Mehrheit sich für Gold als Anlage entscheidet, was dann den Preis nach oben treibt. Und das ist mal völlig unabhängig davon, ob Gold nun wertvoll ist oder nicht oder welchen Wert ich Gold beimesse. Für meine Strategie kommt es lediglich darauf an, dass Gold für die breite Masse zukünftig GEFÜHLT an Wert zunimmt.
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Der Staat neigt dazu, sich irgendwann seiner selbst geschaffenen Probleme zu entledigen.
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Ich habe so ein bißchen Probleme damit den Staat als "Wesen" zu betrachten. Wenn man genau hinsieht, dann wird ein einigermaßen domokratischer Staat doch von Menschen "organisiert" die über viel Fachkompetenz verfügen. Daß man Letztere bei Politkern so selten findet muß dabei nicht weiter stören - da das Gros der Entscheidungen ja auf Fachebene vorbereitet wird.
Ich kenne viele Leute mit viel Fachkompetenz. Aber es gibt eben auch viele Leute mit wenig Fachkompetenz. Ich teile unsere Gesellschaft gerne in drei verschiedene Bereiche: Der Staat (im Sinne öffentlicher Dienst, Beamte, Politiker, also alles, was die Staatsmacht ausmacht), die Konzerne und den Rest. Unser staatliches System, demokratisch oder nicht sei einmal dahingestellt, beruht auf dem Peter-Prinzip. Da kannst Du noch so kompetent sein. Irgendwann rutscht jeder in die Position der größeren Inkompetenz. Das ist systemimmanent!
Ähnliches vollzieht sich bei den Konzernen, die dazu nicht einmal demokratisch organisiert sind. Lediglich die KMUs sind wirklich darauf angewiesen, dass jeder Mitarbeiter auch wirklich kompetent ist. Deswegen existiert dort auch kaum das Peter-Prinzip. Nur große Konzerne und die Staatsmacht (die in D dazu einen enormen Wirtschaftsfaktor, nämlich 47% ausmacht), können es sich leisten, lange Mitarbeiter mitzuschleifen, die innerlich schon gekündigt haben. Zahlen dazu, die regelmäßig veröffentlicht werden, sind erschreckend! Das alles bezahlen übelster Weise auch noch wir alle. Beim Staat per Zwang (Steuer), bei den Konzernen immerhin nur, wenn wir deren Produkte kaufen. In letzter Zeit leider aber auch wieder immer mehr über Zwang, nämlich Subventionen, die aus Steuergelder finanziert werden. Eigentlich ist das skandalös!
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Naja hier haben wir den Point of nor Return wohl schon seit ein paar Jahrhunderten überschritten. Derzeit stecken wir kollektiv doch schon in einer Phase in der wir lernen müssen Lösungen globaler Probleme global zu organisieren.
Probleme die wohl rein ökonomisch lösbar gewesen wären - hätte man sie erstens erkannt und wäre man zweitens willens gewesen sich ihrer bei Zeiten anzunehmen. Rauf geht es immer leichter als runter 
Paddl
Na, ich denke, es ist schwierig, die Zukunft über Jahrhunderte vorwegzusagen. Das Problem ist, dass nicht mal die gegenwärtigen oder vergangenen Probleme in den Griff zu bekommen sind.
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Original von fundamentalist
Na da steht mit dem Markt aber ein Mega-Hintertürchen offen
Ich würde hier vom Haupteingang sprechen 
Ja sicher, aber nur, weil eben die Zentralbanken letztlich doch nicht so frei sind, wie sie sein müssten. 
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Bei Immobilien vergleichbarer Lagegunst und Ausstattung finde ich auch am Ehesten eine relativ konstante Gold-Preis-Relation.
Ansonsten sind die Schwankungen eben auch gigantisch und nicht einmal irgendwelche Regeln auszumachen. Manches ist in Gold gerechnet heute spottbillig - anderes sündteuer.
Paddl
Ja, ich meine auch nicht die Ausreißer. Die findest Du immer und sogar in jeder Krise. Wie ich aber schon woanders hier im Forum geschrieben habe, gehe ich von massiv fallenden Immobilienpreisen in den nächsten 30 Jahren aus, denn wir sind ein Schrumpfstaat. Schon heute stehen sehr viele Wohnungen leer und es kommen immer mehr dazu. So gesehen mögen Immobilien vielleicht eine gute Krisenanlage sein, wenn sie nicht verbombt werden, aber insgesamt und für sich alleine betrachtet sind sie keine gute Anlage, weil die Anlageform ansich verliert. Auch die ganze Werbung und der Hype bzgl. Immobilien spricht da eine klare Sprache. Wir sind auf dem Gipfel einer Immobilienhausse längst angelangt und es geht schon wieder bergab.
Ich bekomme schon heute Häuser im Osten für wesentlich weniger angeboten, als zu Zeiten nach der Wiedervereinigung, wo sich viele über die angeblichen Schnappchen gefreut haben. Sollte es tatsächlich zu einer Krise kommen, und davon können wir wohl ausgehen, dann werde ich mit den Metallen wirkliche Schnäppchen machen. Kannste drauf wetten! 
Und nach der Krise werden alle wieder in Fiat vertrauen. Das wird dann irgendwie anders aufgebaut sein, um das Vertrauen wieder herzustellen. Aber prinzipiell wird es von vorne losgehen. Was bleibt auch der weiten Masse, die sowieso weder Gold noch sonstige Sachwerte hat, als der Politik zu vertrauen? Eine Videorekorder ist keine Sachwert. Der ganze Konsumrausch ist eine schöne Fata Morgana. Die Leute arbeiten, manchmal sogar hart und am Ende zerrinnt die schöne Kompetenz, so sie noch genutzt wird, unter den Händen. Aber es gibt natürlich auch Profiteure. Und das werden IMHO unter anderem Du und ich sein. Die Verkleidungen der großen Spielregeln dieser Welt mögen sich der Mode anpassen - grundsätzlich bleibt doch alles beim Alten. 