Ich beobachte ähnliches, mit ähnlichen Gefühlen. Aber es ist eben die Frage: ist das Verhalten aus echter Überzeugung getrieben, dann wäre es wohl wirklich vorbei. Oder ist es das übliche gewohnheitsmäßige Geschwafel, mit dem immer schon irgendwelche Medienthemen rezitiert wurden, ohne daß sich jemand Gedanken drüber gemacht hat.
Ich tippe auf letzteres. Und da sind wir jetzt eben bei einem aufgezwungenen Lerneffekt, daß es diesmal nicht so ist, wie wenn man nachplappert, "das Klima ist mir wichtig", sondern daß es viele geben wird, die mit ihrer Gesundheit bzw. ihrem Leben dafür bezahlen werden. Und das wird einen Effekt haben, weil das dann festverdrahtete Instinktreaktionen sind, die nicht mal eben mit ein paar Sondersendungen kanalisierbar sind.
Der Ausgang der Geschichte ist m.E. noch offen. Es hängt eben davon ab, ob genügend Kristallisationskerne da sind, an denen sich eine politische Landschaft herausbilden kann. Weil eins ist ja klar: das derzeitige Parteiensystem inkl. der damit verfilzten Stiftungen muß weg. Bis es soweit ist, daß diese Erkenntnis mehrheitsfähig wird, dauert es noch. Evtl. wirkt da eine grüne Kanzlerschaft beschleunigend.