progress78
Vielen Dank für den link!
Dieses Anti-Gold-Pamphlet ist eine echte Perle. Es strotzt nur so von Ungenauigkeiten, billiger Polemik
, Weglassen wichtiger Fakten und ist insgesamt ein weiterer kläglicher Versuch, Goldbesitzer zu verunsichern und Goldinteressenten von einem Engagement in Gold abzuhalten. Was soll man auch vom Online-Ableger eines heruntergekommenen Schmierenblattes wie der "Zeit" erwarten?
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Das Gold hat seine Glanzzeit hinter sich: Seit Monaten fällt der Kurs, ein Ende ist nicht abzusehen. Langfristig war es noch nie eine gute Idee, in Gold zu investieren. von Nadine Oberhuber
Na das wollen wir uns doch mal genauer ansehen!
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Bei jedem Fonds oder Wertpapier wäre die Sache schnell klar: 30 Prozent Wertverlust innerhalb eines Jahres? Viel zu riskant, da würden die meisten nicht einsteigen. Zumindest nicht, wenn sie eine wertbeständige Geldanlage suchen, für die Ewigkeit oder nur ein paar Jahre weniger. Doch genau die gleichen Anleger reagieren völlig anders, wenn genau diese schwankende Geldanlage Gold heißt. Dann machen ihnen die 30 Prozent Preisrückgang glänzende Augen. Sie schwärmen: Nachkaufen! Unbedingt! So billig wird es so bald nicht wieder!
Sollte tatsächlich jemand so denken, würde wohl keine einzige Aktie aus dem Dax jemals als Investment in Frage kommen, denn ich würde mal aus dem Stand behaupten, dass jeder der 30 Werte in seiner Historie schon einmal einen Verlust von 30% innerhalb eines Jahres verzeichnen musste. Dabei sollte eigentlich klar sein, dass man größere Gewinne mit bereits am Aktienmarkt etablierten Unternehmen nur dann macht, wenn man sie kauft, wenn der Markt sie übermäßig abgestraft hat. Das nennt man antizyklisches Anlegen. Man muss nur aufpassen, dass man keinen echten Pleitekandidaten (Arcandor, ehemals Karstadt) erwischt. Und da sehen wir schon mal einen Vorzug von Gold. Pleite wird es nie gehen.
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Über Jahre hat uns die Finanzindustrie eine Botschaft eingehämmert, so wie einem Barren den Reinheitsgrad: Gold ist die wertstabilste Anlage überhaupt. Sie übersteht alle Zeiten, unbeschadet von Inflation oder Krisen. Nur beweist die Wertentwicklung des Goldes, dass diese Behauptung überhaupt nicht stimmt.
Seltsam. Ich habe eine andere Wahrnehmung. Vor allem zum Anfang der letzten Goldhausse wurde permanent vor Gold gewarnt. Die Wertentwicklung von Gold hat tatsächlich Inflation und Krisen unbeschadet überstanden, zumindest wenn man die Angelegenheit nicht zu kurzfristig betrachtet. Wenn es überhaupt Empfehlungen für Gold gab, dann meistens derart, dass man von Depotbeimischung in Höhe von 5-10% sprach.
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...Vieles spricht dafür, dass sich das Edelmetall durch den Kursrutsch wieder in der Nähe seines normalen Werts einpendelt. Der lag über Jahrzehnte weit unterhalb der 1000-Dollar-Marke und rührte sich dort auch kaum.
Was ist das für eine Logik? Weil Gold lange Zeit deutlich weniger als 1000 Dollar kostete, ist dies der normale(???) Preis!??? 
Falls die Autorin sich einen Langfristchart angesehen hat, dann sollte sie vielleicht auch einmal auf logarithmisch umstellen. Gold war schon immer volatil, außer in der Zeit als der Preis staatlich fixiert war.
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...Was viele Analysten und Spekulanten gern verschweigen: Für den großen, langfristigen Wertzuwachs sorgte das Gold in Anlegerdepots bisher nicht. Zwischen 1968 und 2004 legte das Edelmetall zwar nominal von knapp 100 auf 400 Dollar zu. Das glich die Inflation in dieser Zeit gerade so aus. Aber in den 30 Jahren zwischen 1983 und 2005 schaffte das Gold nicht einmal das. Eine Feinunze kostete 1983 im Jahresschnitt 423 Dollar, 2005 waren es 444 Dollar. Die Inflation summierte sich in dieser Zeit hierzulande auf stattliche 38 Prozent. So viel hätte ein Goldbesitzer real verloren, hätte er 1983 ge- und 2005 verkauft.
Die übliche Fixierung auf Dollar, anstatt auf DM und Euro.
Und dann auch noch mit falschen Zahlen. Dummheit oder Manipulation? 1968 bewegte sich der POG nach der Freigabe in einer Spanne von 37 bis 42 Dollar. Immer schön bei der Wahrheit bleiben, dann passt es auch mit dem Inflationsausgleich!
Wir könnten es an dieser Stelle aber auch kurz machen:
Gold 1968 im Tief bei 37 Dollar und heute bei 1215 Dollar -> +3183%
S&P 500 im Tief 87 Punkte u. heute bei 1975 Dollar -> +2170 %
Jaja, ich weiß die Dividenden. Dagegen kann man aber die immensen Transaktionskosten rechen, die in der Voronlinebörsenzeit schon mal gerne 1,5% betrugen, für eine Transaktion wohlgemerkt. Und hat man sich an einem Index wie z.B. dem Dow Jones orientiert, dann waren Umschichtungen regelmäßig nötig.
Gold zeigte in den letzten gut 45 Jahren in US$ keine schlechtere Wertentwicklung als der S&P 500.
Zur Abwechslung könnten wir uns ja mal die Wertentwicklung des Nikkei-Index seit 1989 anschauen.
Lassen wir das lieber.
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Unterm Strich bleibt für Anleger eine Erkenntnis: Wer über viele Jahrhunderte denkt und tatsächlich Angst um den Bestand der Weltwirtschaft hat, der zahlt vielleicht gern den Preis für ein paar Barren im Depot. Sonst aber ist die breit gestreute Geldanlage in Aktien erheblich vielversprechender. Indizes wie der S&P 500, Dax oder Dow Jones schwanken zwar auch im Wert. Aber bisher hängten sie die Inflation um Längen ab. Und schafften damit zuverlässig mehr als nur den Kapitalerhalt.
Und ich schreibe meine Replik bewusst hier, auf den Goldseiten, weil Zeit-Leser ruhig dumm bleiben sollen, wenn sie sich nur auf Quellen wie die Zeit verlassen. ![smilie_love [smilie_love]](https://goldseiten-forum.com/wcf/images/smilies/smilie_love_004.gif)