RT schreibt zu Butscha folgendes:
<source media="(-webkit-min-device-pixel-ratio: 2) and (min-resolution: 120dpi)" data-srcset=" https://cdni.russiatoday.com/d…9fade48fbef4b9d6c942b.jpg 850w, https://cdni.russiatoday.com/d…9fade48fbef4b9d6c942a.jpg 1960w, " srcset=" https://cdni.russiatoday.com/d…9fade48fbef4b9d6c942b.jpg 850w, https://cdni.russiatoday.com/d…9fade48fbef4b9d6c942a.jpg 1960w, " sizes="1104px" style="box-sizing: border-box; margin: 0px; padding: 0px; appearance: none; text-size-adjust: none;">
Der Westen ist sich schon einig in der Bewertung der Aufnahmen aus Butscha. Aber liegen die Dinge wirklich so klar auf der Hand? Gerade in einem Krieg ist es schwierig, die Wahrheit herauszufinden. Spontane Empörung führt oft in die Irre. Bilder von Toten sind allein noch kein Beweis für ein Verbrechen und die Täter.
Ganz plötzlich beherrscht der Krieg in der Ukraine wieder die Schlagzeilen, und die politische Klasse überschlägt sich mit neuen Sanktionsforderungen. "Die Bilder aus Butscha sind unerträglich", erklärt beispielsweise Außenministerin Baerbock, und fordert sofort neue Sanktionen gegen Russland. Die Bilder aus dem Ort in der Nähe von Kiew wurden sofort "eingeordnet" – das kann nur ein russisches Massaker an unschuldigen ukrainischen Zivilisten sein, ein abscheuliches Kriegsverbrechen.
Nun ist die Berichterstattung über jeden Krieg seit jenem in Vietnam im Westen unlauter. Weil die Sichtbarkeit des Elends damals weltweit einen starken Widerwillen gegen jenen Krieg auslöste, werden Bilder aus Kriegsgebieten nur noch in homöopathischen Dosen verabreicht. Dadurch wird schon einmal die erste, grundlegende Tatsache verdrängt: Krieg ist eine kollektive Unternehmung menschlicher Gruppen, deren erstes Ergebnis darin besteht, andere lebende Menschen in tote Menschen zu verwandeln. Das ist ein technischer Fakt. Die einzige Sache, an der es in Kriegen nie mangelt, sind Leichen.
Der zweite Punkt, über den man gerne hinweggeht, ist die Tatsache, dass die Genfer Konventionen zwar der rechtliche Maßstab sind, nach dem Kriegsverbrechen bemessen werden, es aber seit ihrer Verabredung kurz nach dem zweiten Weltkrieg keinen einzigen Krieg gegeben haben dürfte, bei dem sich beide Seiten – oder auch nur eine – in jedem Moment daran gehalten haben. Auch Soldaten sind Menschen, begehen Fehler, haben Angst, reagieren falsch. Artilleristen können sich verrechnen und das eigentliche Ziel verfehlen. Krieg ist nun einmal ein in der menschlichen Psyche nicht vorgesehener Zustand. Das normalerweise starke Tötungsverbot muss aufgelöst werden, um überhaupt einen Krieg führen zu können, und das macht es zu einer schwierigen Aufgabe, dem dennoch Regeln zu setzen. Dass das nicht immer gelingt, liegt in der Natur der Sache.
Es gibt also selbst an Aufnahmen ziviler Toter eigentlich nichts, das überraschen dürfte. À la guerre comme à la guerre. Um zu wissen, ob Empörung angebracht ist und es sich um eine besondere Schuld handelt – und falls ja, um wessen Schuld –, muss man die Dinge schon genauer betrachten und nach Möglichkeit mit einem kühlen Kopf und nicht in spontaner Erregung. (Die homöopathische Berichterstattung hat natürlich auch den Effekt, dass die wenigen Bilder, die dann gezeigt werden, besonders schockierend wirken; aber ich gebe zu, ich habe dennoch in den Jahren seit 2014 allein aus dem Donbass eine solche Menge derartiger Bilder gesehen, dass der schiere Anblick von Toten bei mir keine spontane Erschütterung mehr auslöst).
<source media="(-webkit-min-device-pixel-ratio: 2) and (min-resolution: 120dpi)" data-srcset=" https://cdni.russiatoday.com/d…142b7b480cc27ce7e79aa.jpg 850w, https://cdni.russiatoday.com/d…142b6b480cc27ce7e79a9.jpg 1960w, " srcset=" https://cdni.russiatoday.com/d…142b7b480cc27ce7e79aa.jpg 850w, https://cdni.russiatoday.com/d…142b6b480cc27ce7e79a9.jpg 1960w, " sizes="280px" style="box-sizing: border-box; margin: 0px; padding: 0px; appearance: none; text-size-adjust: none;">[Blockierte Grafik: https://cdni.russiatoday.com/deutsch/images/2022.03/thumbnail/624142b7b480cc27ce7e79aa.jpg]
Folterungen von Kriegsgefangenen durch ukrainische Soldaten? Russland leitet Untersuchung ein
Die Behauptung, von der Annalena Baerbock auszugehen scheint, ist die, dass es sich um ein Kriegsverbrechen der russischen Armee handelt. Belegt sei dies allein durch die besagten Bilder aus dem Ort Butscha. Nun zeigen die Aufnahmen bestenfalls schlicht tote Menschen; es gibt einen Videoausschnitt, auf dem sich im Rückspiegel des Fahrzeugs einer der zuvor gezeigten Körper wieder aufsetzt; es ist also noch nicht einmal sicher, dass es sich bei allen gezeigten Personen wirklich um Tote handelt. Aber selbst wenn – dann blieben immer noch Fragen: Wer hat sie getötet, wann und warum? Und es ist erst die letzte der Fragen nach dem Warum, bei der der Gedanke eines Kriegsverbrechens überhaupt ins Spiel kommt. Darin unterscheidet sich dieser Fall übrigens sehr deutlich von jenem jüngst aufgetauchten Video von der Misshandlung russischer Kriegsgefangener durch die Ukrainer: in letzterem ist klar erkennbar, wer die Täter waren, mehr noch, die Aufnahme selbst stammt schließlich auch von ihnen selbst. Aber auch hier gibt es noch Unschärfen; The Intercept hat ein Foto veröffentlicht, das am selben Ort mehrere verkohlte Leichen zeigt, es kann also sein, dass wir hier nicht nur von Misshandlungen, sondern von Morden reden, aber das ist nicht so eindeutig wie das besagte Video von Misshandlungen.
Aus Butscha gibt es aber mitnichten Aufnahmen, welche die Frage, wer da agiert hatte, eindeutig klären. Die Bilder aus den Straßen des Ortes tauchten am Nachmittag des 2. April auf. Verlassen wurde der Ort von den russischen Truppen einige Tage zuvor. Bereits am 31. März filmte der Bürgermeister des Ortes ein Video, in dem verkündete, Butscha sei jetzt wieder ukrainisch. Der Ort Butscha hat weniger als 30.000 Einwohner, man sollte davon ausgehen können, dass der Bürgermeister an diesem Tag über alles Vorgefallene informiert ist. Aber er blickt da noch entspannt und munter in die Kamera, nicht zornig oder empört.
Am 2. April jedenfalls sind auf dem ersten Video, das die Getöteten zeigt, auch ukrainische Truppen zu sehen, mit blauen Armbinden. Diese blauen Armbinden waren schon öfter auf Aufnahmen aus Mariupol zu sehen, als Kennzeichen von Asow-Kämpfern.
Wenn man diese Angaben nimmt, müssten die gefilmten Toten also bereits drei Tage lang auf der Straße gelegen haben. Leider gibt es nur eine einzige Aufnahme, nämlich die eines Mannes in einem Abwasserschacht, die einen genaueren Blick zulässt, und ein, zwei Stellen auf Bildern, auf denen man die Hautfarbe sehen kann.
Dieses eine Bild stammt aus einem Tweet von Dmitri Kuleba, dem ukrainischen Außenminister, der es in einer Reihe mit anderen Bildern aus dem Ort veröffentlichte und dazu schrieb, die Russen wollten angeblich so viele Ukrainer wie nur möglich töten.
<source media="(-webkit-min-device-pixel-ratio: 2) and (min-resolution: 120dpi)" data-srcset=" https://cdni.russiatoday.com/d…9d3ebb480cc04777cc4ed.jpg 850w, https://cdni.russiatoday.com/d…9d3ebb480cc04777cc4ed.jpg 1960w, " srcset=" https://cdni.russiatoday.com/d…9d3ebb480cc04777cc4ed.jpg 850w, https://cdni.russiatoday.com/d…9d3ebb480cc04777cc4ed.jpg 1960w, " sizes="912px" style="box-sizing: border-box; margin: 0px; padding: 0px; appearance: none; text-size-adjust: none;">[Blockierte Grafik: https://cdni.russiatoday.com/deutsch/images/2022.04/original/6249d3ebb480cc04777cc4ed.jpg]
Nach drei Tagen sind Leichen sehr wächsern. Der Wassergehalt im Körper lässt nach, dadurch fallen die Gesichtszüge ein. Das Blut, das beim Lebenden den Hautton ins Rosige verschiebt (ja, selbst Schwarze werden grau), sammelte sich längst am tiefsten Punkt des Körpers und bildete dort die Leichenflecken.
Der Mann in dem Abwasserschacht kann dort nicht drei Tage gelegen haben. Er ist zu rosig, und die Prellungen sind zu rot; das Hämoglobin, das die rote Farbe bildet, hätte zumindest teilweise zerfallen und die Farbe ins Bräunliche verschieben müssen. Noch irritierender ist das Gewebeband, das auf ihm liegt, weil es an ein Kennzeichen erinnert (vermutlich, ohne es zu sein): das Georgs-Band, das die Gegner des Euro-Maidan nutzten, um ihre antifaschistische Gesinnung zu zeigen, und das auch heute Truppen aus dem Donbass oder aus Tschetschenien in Mariupol zur Kennzeichnung tragen.
<source media="(-webkit-min-device-pixel-ratio: 2) and (min-resolution: 120dpi)" data-srcset=" https://cdni.russiatoday.com/d…7d91d48fbef57f23d0c2a.jpg 850w, https://cdni.russiatoday.com/d…7d91d48fbef57f23d0c29.jpg 1960w, " srcset="data:image/png;base64,iVBORw0KGgoAAAANSUhEUgAAABAAAAAJCAQAAACRI2S5AAAAEElEQVR42mNkIAAYRxWAAQAG9gAKqv6+AwAAAABJRU5ErkJggg==" style="box-sizing: border-box; margin: 0px; padding: 0px; appearance: none; text-size-adjust: none;">