Bei Semafo beträgt der Faktor aus dem aktuellen Wert der Reserven und dem EV, der die gesamten Verbindlichkeiten des Unternehmens beinhaltet zz. 2,13.
Er liegt damit exakt auf dem gleichen Niveau wie bei EDV.
Mir gefällt diese Art von Bewertung zz. am besten. Ich nenne diesen Faktor jetzt einfach mal den "Reservenwertfaktor/EV". Die Berechnung geht recht zügig und die wichtigsten Bewertungsmaßstäbe werden berücksichtigt.
Da ich das noch nicht lange anwende sind meine Erfahrungswerte damit noch recht übersichtlich.
Doch würde ich mit meinem derzeitigen Kenntnisstand folgende Aussage wagen:
Minenaktien mit einem Faktor um die 1 sind in ihrem Gewinnpotenzial i.d.R. auf einen steigenden Goldpreis begrenzt. Diese Aktien steigen also i.d.R. nur dann, wenn der Goldpreis deutlich steigt.
Minenaktien mit einem Faktor um die 2 sind i.d.R. aussichtsreiche und solide Werte, die den Goldpreis z.T. deutlich outperformanen sollten. Diese Aktien sollten sich auch bei einem Seitwärtstrend des Goldpreises ganz ordentlich entwickeln. Allerdings sind sie dann wohl auch "nur" solide.
Minenaktien mit einem Faktor von 3 und mehr sind i.d.R. stark unterbewertet und könnten sich evtl. auch dann gut behaupten, wenn der Goldpreis leicht rückläufig ist oder wenn sie das nicht tun dafür bei einem Goldpreisanstieg dann eben explodieren. In diese Kategorie können jedoch auch (riskantere) Sonderstories fallen bei denen Geduld angesagt sein könnte. Leider sind hier aber auch die "Rohrkrepierer" zu finden, die einfach nur immer billiger werden. Aus diesem Grunde macht es für mich Sinn den Großteil des Depots mit Werten aus der Faktor 2 Kategorie zu bestücken und sie mit einzelnen Werten der Faktor 1 und Faktor 3 Kategorie zu ergänzen.
Diese Aussagen beziehen sich jedoch nur auf die mittelgroßen Produzenten und evtl. auch noch auf die Seniors.
Explorer und Entwickler müsste man definitiv in einer eigenen Kategorie bewerten.
Seniors könnte man evtl. auch mit den mittelgroßen Produzenten bewerten, wenn man bedenkt, dass die Bewertungszahlen hier etwas schlechter ausfallen und man sie vielleicht daher ein wenig aufwertet. (gewichtet)
Nachtrag:
Um Missverständnissen vorzubeugen und bzgl. calderas nachfolgendem und berechtigtem Einwand:
Die obigen Aussagen sind lediglich eine quantitative Bewertungsgrundlage. Eine ausführliche Fundamentalanalyse des einzelnen Minenunternehmens ist daher unabdingbar um die Spreu vom Weizen zu trennen. Danach erst bietet der oben beschriebene Bewertungsfaktor "Reservenwertfaktor/EV" eine gute Grundlage um eine Unter- bzw. Überbewertung ausfindig machen zu können.