Es gibt große Goldvorkommen in sicheren Jurisdiktionen,
daher kann man in diesen Regionen auch bevorzugt investieren,
wenn man das Länderrisiko minimieren will.
Beim Silber ist es anders. Die Vorkommen im Bereich der traditionell sichersten Jurisdiktionen
sind klein. Die größeren Vorkommen befinden sich anscheinend allesamt in nicht derart sicheren Gebieten,
sondern in Mexiko, Peru, Argentinien oder Bolivien - oder sind nicht für Investoren geöffnet (Kasachstan, Polen).
Man ist insofern schon gezwungen, sofern man in Silberminen investieren möchte, dies in weniger sicheren Regionen zu tun. In Mexiko entsteht schnell ein Klumpenrisiko.
Wie @Caldera treffend beschreibt, befinden sich die Silberminenunternehmen noch ganz am Anfang einer sich langsam zu ihren Gunsten wendenden Entwicklung. Bis die aufgeschobenen notwendigen Investitionen getätigt sein werden und der Silberpreis soviel höher stehen wird, dass er einen signifikanten positiven Cashflow produzieren kann - erschwert durch die erwartungsgemäß höhere Volatilität des Silberpreises - wird noch ein wenig Zeit in's Land gehen.
Daher wird es im Vergleich zu der Situation bei den Goldproduzenten noch recht lange dauern, bis die Silberproduzenten in einer dann auch fundamental starken Ausgangslage sein werden. Wenn die Entwicklung zu explosionsartig verläuft, entsteht diese fundamentale Stärke der Silberminenproduzenten erst hiernach.
Was wir nicht wissen können, ist, wie der Markt die steigenden Silberpreise und die Erwartungshaltung auf noch höhere Silberpreise und damit auf eine überaus günstige Situation bei den Silberproduzenten vorwegnehmen wird.
Schließlich werden Silberminenkurse auch als reine Spekulationsvehikel genutzt, wofür die Fundamentalsituation unerheblich sein kann, was gewiss ein gewichtiger Grund für ihre große Volatilität ist.
Es kann aber auch gut sein, dass die Kurse der Silberminen lange Zeit kräftig vorauslaufen,
bis deren fundamentale wirtschaftliche Situation diese Erwartungshaltung endlich rechtfertigen kann.
Die institutionellen Investoren werden sich indes bei dieser Vorwegnahme nicht mehrheitlich beteiligen. Bei den Goldproduzenten wird dies anders sein. Dort steht dies kurz bevor.
Andererseits ist der Silbermarkt und der der Silberproduzenten eben auch viel, viel kleiner als der beim Gold.
Und wer weiß, was passiert, wenn die gigantischen Papiergeldberge in den Anleihen und den zyklischen Aktienmärkten in die wenigen Notausgänge flutet, die es dann noch geben wird....
Solche Korrekturphasen befördern natürlich auch die Neigung, viel zu kleinlich zu denken...