Ray Dalio sagt: Das Ende ist nah, kaufen Sie Gold
Ein Artikel aus der Schweizer Handelszeitung.
Ray Dalio, der erfolgreichste Hedge-Fund-Magnat der letzten Jahrzehnte, prophezeit einen Paradigmenwechsel.
- Das billige Geld entfaltet weniger Wirkung in der Realwirtschaft. Es führt zu Aufblähungen in diversen Finanzmärkten; es führt auch zu Aktienrückkäufen, Fusionen und Investitionen im Private-Equity- und Startup-Bereich. Kurz: Die Aktienmärkte sind auf Sand gebaut.
Er stellt ein Rechnung auf, wie sich die Aktienmärkte entwickelt hätten, wenn keine Zinssenkungen, Aktienrückkäufe, Steuer-Sparprogramme aufgelegt worden wären.
- Wären all diese Faktoren auf dem Stand von 1999 geblieben, dann stünde der S&P 500 heute tiefer als vor zwanzig Jahren.
Sein Resume daraus:
- Die Versuche der Zentralbanken, die Märkte und die Gesamtwirtschaft zu stimulieren, verlieren mehr und mehr Wirkung.
- Auf der anderen Seite türmen sich enorme Schuldenberge – beziehungsweise es stehen massiv künftige Verpflichtungen an, etwa Pensionen und anrollende Gesundheits-Kosten. Sie können ab einem bestimmten Punkt nicht mehr zurückbezahlt beziehungsweise finanziert werden.
- Der Punkt sei erreicht, so Dalio, wenn erstens die Realzinsen so tief sind, dass die Anleger überhaupt keine Obligationen mehr halten wollen und umzuschichten beginnen; und zweitens, wenn dieser Trend auf der Gegenseite – also bei den Schuldnern – auf einen grossen Bedarf an neuem Geld trifft. Beziehungsweise wenn die Schuldner grosse Summen umschichten müssen.
- Dalio rechnet vor, dass derzeit rund 13’000 Milliarden Dollar in Schuldpapieren stecken, die keinen oder sogar einen negativen Zins bringen. Die Anleger haben diesen Zustand lange geschluckt, denn sie profitierten immerhin von den steigenden Kursen. Aber das war im Grunde eine Illusion; denn den Kursen steht eigentlich kein entsprechender Gegenwert gegenüber.
- Es hat nur noch wenig Aufputschmittel in der Flasche, und je mehr wir davon einsetzen, desto rascher ist es aufgebraucht.
- Dies wird man nur mit einer Kombination diverser Tricks lösen können – Währungsabwertung; Staatsverschuldung; Steuererhöhungen. Gläubiger werden dann bloß noch Renditen im Nullbereich erzielen, und dies meist in Währungen, die sich abschwächen. «Das wird», so Ray Dalio, «de facto eine Vermögenssteuer darstellen.»
Wie könnte man sich verhalten:
- Am besten noch sollten in jener Krise jene Anlagen funktionieren, die traditionell an Wert gewinnen, wenn das Geld entwertet wird und wenn Konflikte anrollen. Das heißt: Gold
- Die meisten Investoren seien derzeit sowieso unterinvestiert in Gold. Dass heißt, wer ein besser balanciertes Portfolio haben und Risiken senken will, braucht mehr davon. Gold sei derzeit «an effective portfolio diversifier».
Im weiteren Verlauf des Artikels kann man noch lesen, dass er ein Engagement in China empfiehlt.
Er bezweifelt, dass der nächste downturn an den Finanzmärkten so stark wird wie die Finanzkrise von 2008.
Er sieht aber nach so einem Einbruch eine gewandelten Welt, die vor allem politisch sehr unruhig sein dürfte – «viel näher an dem, was wir in den späten 1930er Jahren sahen».
Zum Zeitpunkt dieses Szenarios meint er:
- «Um es klar zu machen: Ich sage nicht, dass die Verschiebung sofort passiert. Ich sage, dass sie näher rückt und dass sie eine große Wirkung darauf haben wird, wie das nächste Paradigma aussehen wird.»