„Die Versuchung für Castillo könnte deswegen sein, mit spektakulären Aktio- nen wie Enteignungen seine Popularität zu steigern und den radikaleren Flügel seiner Partei zufriedenzustellen. «Cas- tillo könnte einer der extremsten Lin- ken sein, die seit Dekaden in Latein- amerika an die Macht gekommen sind», sagt der Lateinamerika-Experte Andrés Oppenheimer. Der liberal-konserva- tive Journalist Oppenheimer fürchtet, dass Castillo an den Pfeilern des perua- nischen Erfolgsmodells für die Wirt- schaft sägen könnte: der marktwirt- schaftlichen Politik, dem hohen Export- anteil und den massiven Investitionen in die Rohstoffindustrie. Mit dem Modell sind auch die meisten Peruaner gut ge- fahren. Die Wirtschaft wuchs zwischen 2001 und 2016 jährlich um 5,6 Prozent. Die Armutsrate ist von 60 auf rund 20 Prozent gesunken – vor der Pandemie.„
Auszug aus der NZZ vom 31.7.2021