Bei Tichy als Kommentar gelesen:
Volltreffer!
Kein Osterspaziergang
Von Sandra Kristin Meier
Vom Leben befreit sind Strom und Bäche
Durch des Blockwarts kontrollierenden Blick,
Im Tale schwindet Hoffnungsglück;
Die alte CDU, in ihrer Schwäche,
Zog sich auf zwanzig Prozent zurück.
Von dort her sendet sie, sterbend, nur
Ohnmächtige Schauer gequirlter Scheiße
In Streifen über die ergrünende Flur.
Auf der Lüge dringend Geheiße,
Regt überall sich Blödheit und Hass,
Alles macht sie mit Panik nass;
An Wahrheit fehlts völlig im Revier,
Sie nimmt vermummte Schafe dafür.
Kehre dich um, von diesen Schrecken,
Nach der Stadt den Blick nun zu strecken!
Aus dem hohlen finstern Tor,
Dringt kein buntes Gewimmel hervor.
Jeder in Sonne sich einstmals gern suhlte.
Nun feiern sie die Auferstehung der Kulte,
Denn sie sind selber auferstanden:
Aus niedrer Gesinnung dumpfen Gemächern,
Aus Presse- und politisch Banden,
Trompetet es von Giebeln und Dächern,
Aus der Straßen quälender Leere,
Aus der Städte trister Nacht,
Wird der Wahnsinn ans Licht gebracht.
Sieh nur, sieh! wie stumpf sich die Schere
Durch die Hirne und Seelen schneidet,
Wie die Knute in Breit und Länge,
Allen das lustige Lachen verleidet,
Und, bis zum Sinken dumm überladen,
Verschwand längst des Geistes letzter Kahn.
Selbst auf des Waldes einsamen Pfaden,
Blinken uns farbige Masken an.
Ich sehe jetzt wieder den tumben Lümmel,
Hier ist der Masse wahrer Himmel,
Ekstatisch jauchzet groß und klein:
Hier bin ich Sklave, hier darf ichs sein!
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