empfehlenswerte "zusammenfassung"
«Russland hat nicht die Absicht, Europa anzugreifen»
«Unsere Politiker sind Gefangene ihrer Narrative»
Interview mit Jacques Baud
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Josep Borrell erklärte: «Irgendwie haben wir dieses Problem geschaffen, und wir haben eine grosse Verantwortung, es zu lösen. […] Ich weiss, wie man den Krieg in der Ukraine beenden kann. Ich könnte den Krieg in der Ukraine innerhalb weniger Wochen beenden, indem ich einfach die Lieferungen kappe. Wenn ich die Waffenlieferungen an die Ukraine kappe, wird die Ukraine keinen Widerstand leisten können, sie wird sich ergeben müssen, und der Krieg wird enden. Aber wollen wir, dass der Krieg so endet? Ich möchte das nicht, und ich hoffe, dass viele Menschen in Europa das auch nicht möchten.»⁶
Wie sich jeden Tag aufs Neue zeigt und wie ich seit Beginn der Krise erläutert habe, ist es nicht das Ziel des Westens, der Ukraine zu helfen, sondern Russland zu schwächen – egal, welchen Preis die Ukrainer dafür zahlen. Für unsere Parlamentarier ist es ein Leichtes, mit dem Blut anderer Krieg zu führen.
Das ist übrigens genau das, was der polnische Präsident Duda zu Beginn des Bürgenstock-Gipfels sagte:7 Es geht um die «Dekolonisierung», das heisst die «Zerstückelung» Russlands nach Nationalitäten.8 Er wiederholt nur, was die estnische Ministerpräsidentin Kaja Kallas am 18. Mai auf der Lennart Meri Conference gesagt hatte.⁹
Diese Aussagen bestätigen einerseits diese von allen europäischen Regierungen unterstützte «Strategie», die auf die Zerstörung des russischen Staates abzielt, und andererseits das von Wladimir Putin oft wiederholte Gefühl einer existenziellen Gefahr für Russland. So beweisen die westlichen Politiker selbst, dass Putin weit davon entfernt ist, paranoid zu sein, wie unsere Experten von RTS behaupten,10 und stärken seine Glaubwürdigkeit bei den Russen.
Während laut Medienberichten europäische Staaten den Krieg auch auf russisches Territorium ausweiten wollen, zeigen die USA eine gewisse Zurückhaltung. Hat der Krieg gegen Russland für die USA an Bedeutung verloren?
Heute versuchen unsere Medien, die Unterstützung der Bevölkerung für die Ukraine aufrechtzuerhalten. Die katastrophalen Entscheidungen unserer Politiker beginnen, sich direkt auf das Leben der Europäer und die Wirtschaft unserer Länder auszuwirken. Je weiter die Zeit fortschreitet, desto deutlicher wird, dass unsere Medien und Politiker in diesem Konflikt über so ziemlich alles gelogen haben. So hatte ich in meinem im September 2022 veröffentlichten Buch «Operation Z» bereits im März 2022 eine mögliche Einigung zwischen Russland und der Ukraine angekündigt, die von den Europäern verhindert worden war, doch erst Ende 2023 begannen unsere Medien darüber zu berichten, und erst vor wenigen Tagen veröffentlichte die New York Times den Text.11 Unser Botschafter in Kiew wurde mehrmals von den Schweizer Medien befragt und hatte diesen Text nie erwähnt, der von Selenskyj unter dem Druck von Grossbritannien, Frankreich und Deutschland zurückgezogen worden war.
Zu diesem Zeitpunkt gelingt es dem Westen, Selenskyj davon zu überzeugen, dass er die Waffen für eine grosse Gegenoffensive liefern wird, die zur endgültigen Niederlage Russlands führen würde.12 Diese grosse Gegenoffensive mit einer Million Mann wurde von Selenskyj bereits im Juli 2022 angekündigt. Da Selenskyj davon überzeugt ist, dass er Russland mit der materiellen Hilfe des Westens und dessen Sanktionen besiegen kann, entwickelt er seine «Friedensformel», die im September 2022 der Generalversammlung der Vereinten Nationen vorgelegt wird. Diese Friedensformel ist in Wirklichkeit nichts anderes als eine Kapitulationserklärung Russlands. In der Gewissheit seines nahen Sieges erlässt Selenskyj ein Dekret, das jegliche Verhandlungen mit Russland verbietet, solange Wladimir Putin an der Macht ist.13
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Nr. 10 vom 25. Juni 2024 - Zeitgeschehen im Fokus