Ukraine: Gerd Schultze-Rhonhof meldet sich zu erneut Wort. Briefe vom 24.12.2023 und
2.2.2024 an die deutsche Politik und Öffentlichkeit.
Gerd Schultze-Rhonhof
Generalmajor a. D.
2.2.2024
Meine Damen und Herren!
Ich habe nicht 37 Jahre als Soldat gedient, um Deutschland den Frieden zu bewahren, und um jetzt
kommentar- und tatenlos zuzusehen, wie Deutschland langsam, aber wahrscheinlich auf eine aktive
Teilnahme an einem fremden und sinnlosen Krieg zugesteuert wird. Unsere „Heiligen Drei Könige“,
Herr Bundeskanzler Scholz, Herr Minister Lindner und Herr Minister Dr. Habeck haben in ihren
jungen Jahren zunächst alle den Wehrdienst für Deutschlands Recht und Freiheit und die Bewahrung
unserer Demokratie verweigert. Sie geben nun weit mehr als 10 Milliarden Euro Steuergelder pro
Jahr für das „Recht“, die „Freiheit“, die „Demokratie“ und die Westlichen Werte in einem fremden
Staat aus, der weder eine Demokratie ist noch Westliche Werte vertritt. Sie verlängern mit unseren
Steuergeldern und dem Blut fremder Wehrpflichtiger einen inzwischen sinnlos gewordenen Krieg.
Die Ukraine ist mitnichten eine Demokratie und ihre Werte sind nicht die unseren. In der Ukraine
sind 11 Oppositionsparteien verboten. Selenskyj hat die terminlich für März 2024 anstehenden
Präsidentschaftswahlen untersagt ( in Russland finden solche statt ). In der Ukraine sind alle Medien
gleichgeschaltet. Aus der Ukraine heraus sind keine ukraine-kritischen Berichte deutscher
Journalisten zugelassen ( aus Moskau heraus sind russlandkritische Kommentare deutscher
Journalisten durchaus üblich). In der Ukraine sind politische Morde an der Tagesordnung (lt. der 3-
Wochen-Protokolle der Bundeszentrale für Politische Bildung bis Kriegsbeginn). Die Ukraine und
Russland sind gemeinsam die zwei korruptesten Staaten Europas (lt. Transparency International). Der
Freikauf vom Wehrdienst ist in der Ukraine genauso üblich wie in Russland. Die Ukraine steht mit
ihrem Sündenregister von Brüchen von Staatsverträgen und von Verletzungen von UN Konventionen
und internationalen Chartas dem russischen Register in Häufigkeit und Schwere in nichts nach. Die
Art und Häufigkeit von ukrainischen Kriegsverbrechen sind denen von russischer Seite gleich,
lediglich der Missbrauch kriegsvölkerrechtlich geschützter humanitärer Einrichtungen als
Schutzschilde für kämpfende Truppen kommt allein auf ukrainischer Seite vor (lt. Bericht des OSZE
vom 29.6. 2022).
Diese Ukraine ist weder eine Demokratie noch steht sie für unsere Werte, wie uns die deutschen
Medien und die Mehrheit unserer Parteien vortäuschen. Die uns von offizieller Seite präsentierte
Interpretation, dass die Ukraine unsere Werte mitverteidigen würde, ist so töricht wie Strucks
„Deutschland-Verteidigung am Hindukusch“ es war. Ich erwarte von den ehemaligen
Wehrdienstverweigerern im Bundestag und in der Bundesregierung, dass sie sich – treu ihrer
früheren Friedensgesinnung – aktiv für ein schnellstmögliches Ende des Krieges in der Ukraine
einsetzen und sich von ihren unrealistischen Phantom-Vorstellungen eines Ukraine-Sieges lösen. Von
allen anderen Regierenden und Parlamentariern erwarte ich das Gleiche. Die Vorstellung einer
möglichen Wiedervereinigung von zwei zerstrittenen und sich inzwischen hassenden Teilen eines
Staatsvolks, die bereits vor dem russischen Einmarsch 8 Jahre Krieg gegeneinander geführt haben, zu
einer zukünftigen Ukraine alten Umfangs ist der Traumtanz von Narren. Zum Eifer der Mehrheit der
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deutschen Parteien, den Ukrainern mit Geld und Waffenlieferungen doch noch zu einem Sieg zu
verhelfen, fällt mir ein Ausspruch des russischen Generalleutnants Alexander Lebed ein, der im
ersten Tschetschenienkrieg gesagt hat: „Lassen Sie mich eine Kompanie aus den Söhnen der Elite
rekrutieren und der Krieg wird am nächsten Tag vorbei sein“. (Lebed war 1996 erfolgloser
Präsidentschaftskandidat in Russland.)
Die zweite Frage, um die es hier geht, ist, ob die Russische Föderation seit ihrem Rückzug aus
Mitteleuropa den Westen oder auch nur ein NATO-Land oder ein anderes Nachbarland nach Ende
des sowjetischen Zerfallsprozesses tatsächlich bedroht hat. Dieser Frage werde ich ausführlich in der
Begründung zum jetzt nachfolgenden Brief an die Damen und Herren Politiker beantworten. Diese
Begründung folgt als Anlage 1 zu dieser Mail.
Seit dem 15. August 2022 habe ich versucht, hunderte von Abgeordneten über die Vorgeschichte des
russischen Einmarschs und die Vorgänge innerhalb der Ukraine aufzuklären. Dann habe ich beim
Herrn Bundeskanzler und ehemaligen Kanzlern und Spitzenpolitikern mit noch offenen
Gesprächskanälen zu Moskau eine deutsche Initiative zu einem raschen Kriegsende vorgeschlagen.
Meinen letzten Versuch habe ich Weihnachten 2023 mit dem nun nachfolgenden Brief an Mitglieder
der Bundesregierung, die Fraktionsführer aller Parteien im Bundestag, an alle Parteichefs und
Generalsekretäre und an alle Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten der Länder geschickt.
Mit Zustimmung und überhaupt geantwortet haben nur zwei Parteichefs auf den Seitenrängen des
Plenarsaals, aber mit der Mitteilung, sie könnten nichts ausrichten. Soeben erhalte ich die höfliche,
aber ablehnende Antwort des Vorsitzenden der größten Oppositionspartei, dessen Verschweigen und
Übergehen der langen Vorgeschichte des Krieges ich nicht akzeptieren und dessen Unterstellungen
gegenüber Putin ich weitgehend nicht bestätigen kann. Angeblich bewiesene, aber unberechtigte
Unterstellungen gehörten übrigens auch zuhauf zum Zündstoff der zwei Weltkriege. Trotz aller
Höflichkeit macht die Antwort den Eindruck, dass ihr Autor die Begründung meines Vorschlags
(Anlage 1) überhaupt nicht gelesen hat.
Ein Teil des deutschen Volks ist es inzwischen Leid, nicht über die Hintergründe des Ukraine-Kriegs
informiert zu werden und jährlich bei knappen eigenen Haushaltskassen 10 bis 15 Milliarden Euro in
einen sinnlosen, fremden Krieg und das weitere Sterben von Zigtausenden von Ukrainern und Russen
zu investieren. Wenn die deutsche Regierung unter Missachtung deutscher Interessen riskiert, dass
der Ukraine-Krieg - wie ursprünglich auch von Bundeskanzler Scholz befürchtet – zu einem
Flächenbrand ausufert und auch Deutschland einbezieht, muss das Volk selbst die Regierung an ihre
erste Pflicht erinnern. Bisher ist die überwiegende Mehrheit der deutschen Politiker in erster Linie an
einem Sieg der Ukrainer und einer Niederlage der Russen interessiert und erst nachrangig an einem
Frieden. Bitte lesen Sie meinen Weihnachtsbrief an die „Politik“ und reichen Sie meine Gedanken an
andere Interessierte weiter. Und versuchen Sie, ihre Abgeordneten von der aufgezeigten Möglichkeit
eines baldigen Kriegsendes zu überzeugen.
Ihr Gerd Schultze-Rhonhof
vollständig :
https://www.swg-mobil.de/wp-content/uploads/2024/02/Briefe-Schultze_Rhonhof-Dez-23-und-Febr-24.pdf