Ich halte einen Silberbestand von mehreren Milliarden Unzen auch fuer wahrscheinlicher als einen von nur wenigen hundert Millionen. Das Silber verschwindet ja nicht, es wird zu Schmuck, Besteck, Muenzen, Medaillen und sonstwas verarbeitet. Das Zeug liegt in hunderten Millionen Haushalten herum und bleibt unbeachtet, weil es kaum etwas wert ist. Keiner kuemmert sich um Omas Besteck oder die seltsame Muenze von Opa, wenn es beim Haendler nur einige Euro erloesen wuerde. Man kann man aber sicher sein, dass jeder seine Wohnung durchsucht und alles silbern aussehende zum Ankaeufer schleppt, wenn es sich lohnt.
Und auch das angebliche Silberdefizit ist doch Schwachsinn. Niemanden interessiert, ob die Silberfoerderung niedriger ist als der Silberverbrauch, wenn das Defizit jedes Jahr durch Recycling kompensiert wird. Es interessiert einfach niemanden, wo das Silber herkommt. Ob aus der Erde oder aus dem Recycling. Wichtig ist nur, dass es zur Verfuegung steht.
Das alles heisst aber nicht, dass ich nicht an einen grossen Preisanstieg glaube. Bin ueberwiegend in Silber investiert. Der Preisanstieg funktioniert aber nur, weil die grosse Masse so unheimlich traege ist. Wenn die Unze bei 50$ steht, kommt ein Artikel in der Bild. Dann gucken vielleicht 10.000 mal nach, davon gehen 1000 zum Haendler, weil es sich lohnt. Wenn die Unze bei 100$ steht, kommt ein groesserer Artikel und 100.000 gucken nach. Davon gehen dann nach einer Woche Bedenkzeit 90.000 Menschen mit jeweils 8kg Sterlingsilberbesteck zum Haendler, weil es sich lohnt. Und in dieser Woche gilts dann zu verkaufen, weil anschliessend das Angebot groesser wird als die Nachfrage - trotz angeblichem Defizit und Knappheit. Zeitungen und Silber gibts schliesslich nicht nur in Deutschland.