Auch wenn ein Dirk Müller hinsichtlich Kryptowährungen recht behalten sollte und seine Meinung auch fundiert begründet, sehe ich doch wesentlich marginalere Probleme.
In der Vergangenheit lebten wir nach dem Motto "spare in de Zeit, dann hast du in der Not".
D.h. wenn jemand in jüngeren Jahren mehr arbeitet und entsprechende Rücklagen schaffte, konnte er davon im späteren Jahren profitieren. Die Rücklagen konnten Immobilien, Bargeld, oder auch EM und Aktien sein. Dabei war es jeden selbst überlassen wie/womit er seinen Wohlstand aufbaut (zumindest im legalen Bereich).
Die vielschichtigen Gründe für die Sinnhaftigkeit dieses Konzepte will ich gar nicht diskutieren und denke die älteren hier haben ihren Wohlstand gerade auf dieser Basis geschaffen - aber auch das Erblühen des deutschen Staates wurde maßgeblich erst durch diese Denkweise ermöglicht.
Wenn wir keine Möglichkeit mehr zum Sparen haben, die wenigstens eine gewisse Sicherheit bieten, bricht dieses Konzept zusammen. Denn warum soll ich in jüngeren Jahren etwas sparen, wenn ich nicht sicher bin wenn ich davon ausgehen muss, dass dies später weitgehend wertlos sein wird?
Im Fall einer Digitalwährungen besteht schließlich keinerlei Sicherheit vor staatlichem Zugriff!
Letztlich werden damit zwei riesige Problemfelder eröffnet:
- Die höhere Leistungsfähigkeit der jüngeren Menschen verpufft ungenutzt, weil die Lebenszeit für andere Dinge wie Freizeit/Reisen/Party genutzt wird.
- Die Altersarmut steigt, weil die Menschen für das Alter keine Rücklagen mehr schaffen. Da die Menschen dann länger und schwerer arbeiten müssen, werden die verschleißbedingten Krankheiten massiv ansteigen.
Aus meiner Sicht ist das Thema Kryptowährung/Bargeldabschaffung die wahre "heilige Kuh".
Wenn ich meine Kinder und gleichaltrige (alle etwa 20-30 Jahre, bodenständig und ohne Gredel-Ambitionen, etc.) höre, ist deren Vorstellung von der Zukunft sehr pragmatisch: "Wir leben heute, denn wer weiß, was morgen ist.." - Und Sie setzen dies auch strikt um, oder anders ausgedrückt, haben jede Hoffnung auf eine erstrebenswerte Zukunft verloren..
Arbeiten bis das Geld für den nächsten Urlaub, etc. reicht und dann erstmal paar Wochen in die Welt hinaus. Heute, wo das Reisen beschränkt worden ist, geben sie ihre Jobs auf bzw. wechseln eben zur Teilzeit.
Das Leben ist das eine, und der Job dient lediglich der Geldbeschaffung dafür. Die Aussagen sind immer sehr ähnlich: "..wenn ich nicht weiß, was ich für mein Erspartes mal bekommen, warum soll ich dann etwas sparen - dann arbeite ich lieber nur soviel dass es fürs Heute reicht und lebe.."
Die heutigen Politiker gehören zum Großteil einer anderen Generation an, schauen auf ihre Karriere und das was ihnen gefährlich werden könnte. Aber ob sie diese Veränderung wirklich sehen..?
Vielleicht können sie diese Bewegung, mit ihrem Karrieredenken auch gar nicht verstehen..
Vielleicht besser so, denn wenn sie wirklich verstehen was sich da entwickelt, werden sie zu drakonischen Maßnahmen greifen - erst Zwangsarbeit, später "Soylent Green"..
Aus meiner Sicht ist das praktische Darwinsche Anpassung !