@goldcore zitat: nach heutigem Wissen damit dann auch mit großer Wahrscheinlichkeit immun sind...
wenn ich mich recht erinnere, erwirbt man KEINE Immunität ! @Wildkatze?
Ganz einfach erklärt - zumindest will ich's versuchen:
Bei einer Immunität spricht man, wenn ein Fremdstoff (Bakterium oder Virus) der in der Körper gelangt, vom Immunsystem als solcher erkannt und bekämpft wird.
Diese Immunität kann der Körper selbst erlernen, wenn er eine oder besser mehrere Infektionen übersteht, oder durch Impfung auf den Fremdstoff geprägt wird. Dabei gilt, dass jede Impfung ihre Wirkung mit der Zeit verliert wenn der Körper keinen Kontakt (Infektion) mit dem Fremdstoff bekommt. Auch die selbst erlernte Immunität baut sich langsam wieder ab, jedoch weitaus langsamer als die über Impfung erzeugte. Dies liegt daran, dass die erlernte Immunität weitaus breiter aufgestellt ist als die Impfung, die zur Vermeidung von Nebeneffekten/Impfschäden nur sehr schmal ausgelegt werden kann.
Grundvoraussetzung ist in beiden Fällen, dass der Fremdstoff sich nicht verändert. Wird der Fremdstoff auf Grund einer Veränderung nicht mehr vom Immunsystem erkannt, wird die erlernte oder geprägte Immunität unwirksam.
Dies kann man an verschiedenen Impfungen nachvollziehen:
Für z.B. Polio (Kinderlähmung) reicht eine Impfung für nahezu das gesamte Leben, während dies für Tetanus nur maximal 10-12 Jahre gelingt, weil der Körper dann die Immunität bei "Nichtgebrauch" wieder verliert.
Influenza (Grippe) verändern sich derart schnellbenötigt, dass man jährlich eine Impfung für das jeweils gerade aktuelle Virus benötigt. Durch die kurze Vorlaufzeit ist die Grippeimpfung auch wenig effektiv.
Die riesige Anzahl der einzelnen Influenza-Virenstämme machte eine Immunisierung des Körpers unmöglich.
Wo sich das SARS-CoV2 einsortieren wird, lässt sich heut noch nicht sagen, da die Veränderungen zu schnell und vielschichtig sind. Eine Möglichkeit für wirksame Impfung sehe ich nur bei einem Impfstoff der auf eine frühe Version abgestimmt ist, wobei die Wirksamkeit eher gering sein wird - also evtl. der Unterschied zwischen Leben und Tod, aber u.U. mit größeren Folgeschäden beim Infizierten (Lungen- oder andere Organschäden).
Dies wäre aber keine Immunität sondern allenfalls ein Abmilderung.
Die große Veränderungsfreudigkeit von SARS-CoV2 könnte sich aber auch als dessen Schwachstelle herausstellen.
Viele Veränderungen bedeuten auch eine Verzettelung und kurze Existenzdauer der einzelnen Varianten und damit Schwächung des Virus selbst.
Einzelne Ausbrüche können sehr leicht sein und damit auslaufen oder derart stark, dass zu viele Wirte zu früh versterben um eine relevante Reproduktion zu erzeugen. Man kann auch einzelne Varianten gezielt bekämpfen und dadurch stoppen.
Ist recht schwierig zu erklären..
Wenn man sich das Virus als Unternehmen vorstellt ist es denke ich leichter:
Das mittelständische Unternehmen "Virus" beginnt in immer mehr Wirtschaftszweigen aktiv zu werden und erzeugt für jeden Zweig eigene Strategien und Konzepte. Dadurch wird das Unternehmen überdurchschnittlich schnell wachsen aber sich gleichzeitig derart verzetteln, dass es sich quasi von innen selbst aushöhlt.
Da die Kommunikation zwischen der Vielzahl der einzelnen Aktivitäten in den unterschiedlichen Märkten immer schwieriger wird, kommt es zu großen Unterschieden. Während eine Gruppe höchst profitabel ist, wird eine ähnlich Gruppe daneben um ihre Existenz kämpfen müssen. Die schwache Gruppe wird schließlich von selbst aufgeben müssen, während die überstarke Gruppe ihre Kunden aufzehrt und kurze Zeit späten ebenfalls zusammen bricht.
Am Ende wird das Unternehmen zusammenfallen und sich wieder auf die mittleren Bereiche mit gesundem Wachstum und Erträgen konzentrieren.
Zurück zum Virus:
SARS-CoV2 wird sich wahrscheinlich über die Zeit zu einem höher ansteckenden (evtl. dann auch über die Luft) aber weitaus ungefährlicherem Virus (nicht tödlich mit geringer Symptomatik) entwickeln. Aber es wird präsent bleiben und kann irgendwann wieder den Wege des "mittelständigen Unternehmens" einschlagen und eine hochgefährliche Mutation hervor bringen.
Was passiert kann heute noch niemand abschätzen und der menschliche Eingriff in dessen Struktur macht einen Prognose keinesfalls leichter (fast unmöglich). Es ist letztlich auch völlig egal, welchen Grund der Eingriff hatte, also ob es um medizinische Forschung, niedere Beweggründe oder die Schaffung einer Waffe ging.
Nun ist ein hochveränderliches Virus im Umlauf, gegen dass es keine Abwehr gibt. - Lediglich eine medikamentöse Linderung der Symptome. Ein universeller Impfstoff, sofern dieser überhaupt möglich ist, liegt in sehr weiter Ferne..