Relevant für Dich scheint nur die elementare Bedürfnisbefriedigung zu sein
Natürlich habe ich die in ähnlichem Maße höhere Bedürfnisse, die über die Grundbedürfnisse hinausgehen, wobei die Betrachtung nach Maslow eine theoretische Abgrenzung aufzeigt, bei der es in der Realität viele Überschneidungen gibt.
So beinhaltet ein Essensvorrat natürlich auch die Befriedigung des Bedürfnisses nach Sicherheit und umfasst evtl sogar individuelle Bedürfnisse. Ich habe mich nur deshalb auf einige Grundbedürfnisse konzentriert, weil die Differenzen bei den höheren Bedürfnissen viel ausgeprägter und der Erklärungsaufwand wesentlich größer werden.
Dies beginnt schon bei der für jeden etwas unterschiedlichen Bedeutung/Gewichtung von "Sicherheit".
Wie alt werde ich? - Wie lange muss meine Altersvorsorge reichen? - usw.
Da Lebensmittel nur schlecht dazu geeignet sind, einen Wert(Vermögen) über einen längeren Zeitraum zu transportieren, ist hierfür der Einsatz unverderblicher Güter, wie Gold, etc. weitaus besser geeignet.
Wenn du schreibst, Ackerland wäre die bessere Wahl gewesen, so beziehst du dies auf den finanziellen Erfolg/Mehrung, durch Kaufen + Verpachte + Verkaufen. - Eine recht überschaubare Anlage.
Für mich ist das Ackerland primär etwas, was ich ernähren kann und hat damit einen weitaus höheren Wert, als den Kaufpreis + Pacht. Jedoch nur solange ich körperlich in der Lage bin die Feldarbeit zu leisten! Danach kommen wir wieder an die gleiche Stelle.
Dass dabei deine Pachteinnahmen (Geld) schon völlig anders zu werten sind wie meine direkte Lebensmittelernte ist offensichtlich. Dass du von der Pacht sicher nicht die Menge an Lebensmitteln einkaufen könntest, die ich auf dem Feld produziere ebenso (Arbeitsleistungsdifferenz). Dadurch entsteht eine zeitliche Wertverschiebung und aus deiner linearen Rechnung wird bei mir ein mehr oder weniger großer Hügel zu Anfang, wer sich zum Ende hin langsam abflacht.
Aus Sicht auf den Aspekt der Sicherheit ergeben sich natürlich auch andere Gegebenheiten, denn ich erhalte aus der Investition direkt Lebensmittel (gesicherte Grundversorgung), während du daraus angewiesen bist, dass dir jemand etwas für dein Geld überlässt.
Wie du schreibst, entstand dein Vermögen aus Überschüssen. - Also ist das Vermögen etwas, das du (zumindest momentan) nicht benötigst und welches du mit verschieden Anlageformung zu konservieren versuchst. Du hast in deinem bisherigen Leben also mehr geleistet/erarbeitet, als für dein Leben notwendig war und damit entstand dieses Vermögen. Das Vermögen ist für dich ein Gut, welches direkt zur Befriedigung deiner anderen Bedürfnisse eingetauscht werden kann (Zumindest solange du die gewünschten Güter bekommst), oder das du später für die Altersversorgung nutzen kannst.
Für dich dient dieses Vermögen also vorrangig der Befriedigung deines Sicherheitsbedürfnisses, aber es verursacht auch eine Verlustangst, die wiederum die Triebfeder für deine Konservierungsbemühungen ist.
Hättest du dein Vermögen nicht aufgebaut, hättest du aber prinzipiell das selbe Leben führen können. Ob du dies wirklich geführt hättest, ohne das Reservepolster im Rücken, ist ein anderes Thema.
Viele hier im Forum sind sich jedoch nicht einmal sicher, ob sie ihr Vermögen jemals benötigen werden und spannen daher den zeitlichen Bogen über die eigene Lebensspanne hinaus (Vererbung). Spätestens an diesem Punkt wird es für mich vollkommen nutzlos..
Der Faktor Zeit ist etwas, was die meisten Menschen heute mehr zu schätzen wissen. Dabei ist die Zeit der Faktor, der all unsere Bemühungen im Leben definiert und auch begrenzt.
Er ist ein knappes Gut, da man möglichst effektiv für mein Leben nutzen sollte. Die Schaffung eines "nutzlosen Gegenstand", wie eines Vermögens, welches man wahrscheinlich nie nutzen kann, ist deshalb für mich nicht so erstrebenswert. Wo eine finanzielle Reserve endet und ein Vermögen anfängt, ist natürlich auch bei jedem Menschen an andere Stelle.
Aber ich befinde mich keinesfalls in einem ständigen Krisenmodus, dieser Eindruck entsteht nur aus der persönlichen Bewertung und dem Vergleich meiner Aktivitäten mit dem eigenen Leben.
Wobei ich, durch die "Hintergründe der Menschen hier auf dem Hof", schon in einem Spannungsfeld lebe, welches für Andere eine sehr hohe (untragbare) Belastung darzustellen scheint. Aber das ist mein Leben und ich ich empfinde die Belastung eher als "Herausforderung zur Selbstverwirklichung".
Auf dem Hof, bzw. im Umfeld, führe ich eine glückliches und sehr erfülltes Leben, welches von außen zwar mit Unverständnis quittiert wird, aber damit kann ich leben.
Das was außerhalb existiert, lehne ich weitgehend ab und versuche es so gut es geht fern zu halten. Gelingt nicht immer.. und dann baut sich stellenweise schon so etwas wie ein Krisenmodus auf.
(Ich lass diesen letzten Ansatz einfach so stehen, weil ich nicht weiß, wie ich es anders ausdrücken kann, ohne zu detailliere Erklärungen geben zu müssen).
"JETZT geht‘s aber los! Der heilige Wildkater von Altötting , oder was ?" - Bitte nicht in den falschen verstehen ..
Dies ist nicht beabsichtigt und ich gehöre auch keiner der Religionsgemeinschaften an. Viele einzeln Aspekte von Religionen haben sicher ihre Bedeutung, auch für mich, aber in der Gesamtheit lehne ich alle mir bekannten Richtungen ab.
Was ein vorbildliches Leben ist, weiß ich nicht? - Möchte auch keinen Vergleich zu anderen Lebensführungen ziehen. Ich weiß aber sehr genau, wie schnell sich ein vorbildliches Leben in das Gegenteil umkehren kann!
Die Resultate wohnen hier bei mir..
Ich versuche ein aus meiner Sicht gutes Leben, zwischen meinen Wünschen und der menschlichen/gesellschaftlichen Realität zu führen. Aber ich möchte hierfür keinesfalls bewundert werden, da es letztlich nur ein Leben ist, welches von den "Handlungen der Gesellschaft" geprägt/geschaffen wurde.
Glück und Zufriedenheit für sich selbst und die Lieben, ist ein Zustand, den die meisten Menschen ansteuern. Für mich hat das Geben von Glück und Zufriedenheit, ebenso wie der Respekt vor Leben, nur einen wesentlich höheren Stellenwert.