@Edel Man - Also doch nochmal zurück zur Werthaltigkeit von Gold und anderen Dingen.
Dies ist meine Meinung und auch wenn diese einigen hier nicht gefallen wird, so liegt vielleicht mehr Realität in den folgenden Zeilen, als man sich zunächst eingestehen möchte... auch wenn ich aus Gründen des Umfangs nur einige wenige Punkte ansprechen kann.
Aber es geht keinesfalls darum Gold schlecht zu machen oder als Anlage abzuwerten. Nur leben wir derzeit in turbulenten Zeiten, und das Entwicklungen nicht kontinuierlich sondern in Sprüngen verlaufen, ist eine oft beobachtete Tatsache.
Ich wollte mit meinem ursprünglichen Beitrag auch nur den Blick auf Möglichkeit von Veränderungen lenken und vielleicht eine Diskussion eines anderen Blickwinkels imitieren...
Der Mensch hat seit Anbeginn seiner Existenz grundliegende Bedürfnisse: Essen, Trinken, Schlafen, Obdach etc. und alles was drüber hinaus geht ist Lebenserleichterung bis Luxus.
Erst wenn der Mensch seine Grundbedürfnisse gedeckt habt, wendet er sich anderen Dingen zu und schreibt diesen eine "Wert" zu, um eine Vergleichsmöglichkeit zu seinen Grundbedürfnissen und seinem Leben.
Wir leben heute in einer Welt des Luxus und unsere Existenz ist durch nichts großartig bedroht. So konnte sich eine Gesellschaft, die Kultur, Kunst, Philosophie und vieles mehr entwickeln. Wurde die Zeit des Luxus, beispielsweise durch Kriege unterbrochen, so kamen die höheren Bedürfnisse weitgehend zum Erliegen und die Deckung der Grundbedürfnisse wurde wieder vorrangig.
Heute haben wir jeder Sache, jedem Gut, welches auf der Welt existiert eine "Wert" gegeben und selbst der Quadratmeter Mondfläche wird mittlerweile bepreist.
Dieser "Wert" richtet sich mehr oder weniger nach dem Nutzen und/oder Willen des Besitzes des jeweiligen Gutes. Dabei sind einige Güter relativ unvergänglich, wie Grundstücke und andere wie Lebensmittel haben zum Teil nur eine Haltbarkeit von wenigen Wochen.
Einem Lebensmittel, wie Spargel, welcher nur begrenzt über einen kurzen Zeitraum zur Verfügung steht, wir deshalb einer höherer "Wert" zugeschrieben, wie Kartoffeln, die für unsere Ernährung/Nährwert einen wesentlich höheren Stellenwert besitzen.
Die "Werte" sind also in unserer Luxus-Gesellschaft nicht mehr von den existenziellen Bedürfnissen abhängig, sondern vorrangig Besitzwillen oder einem Spekulationsprodukt - beispielsweise die Leerverkäufe von Spargel.
Wenn man ein einfaches Gedankenspiel macht und sich in eine Situation ohne den üblichen Luxus versetzt, so wird man auch seine Ernährung an dem was saisonal auf dem Feld wächst anpassen. Das Obdach ist ein Schutz gegen den Naturgewalten und muss keine 100m² Wohnung mit fließend Wasser und Heizung im Winter sein.
Am Ende des Gedankenspiels, wir ein Korb von Dingen entstanden sein, den wir zum Leben benötigen. - Und dies ist gar nicht so viel!
Doch was ist mit dem Rest..? - Er ist unwichtig und wertlos!
Wir bewegen uns, je nach Situation immer zwischen dem gewohnten Luxus-Leben und einem Leben in dem vorrangig die Befriedigung der Grundbedürfnisse steht. Dass beide Extreme ein erfülltes und freudiges Leben zulassen, will ich nicht tiefer erläutern, aber das Erlangen von Glück ist in einem einfachen Leben sogar zumeist einfacher.
Wenn man Gold (nur um bei dem Beispiels zu bleiben) in diesem Kontext betrachtet, welchen Wert hat dieses dann..?
Jedenfalls hat eine Unze Gold schon mal nicht den Wert von 2 Tonnen Kartoffeln!
Solange es einen höheren Handel gibt, kann man Gold gegen Geld tauschen, mit dem man dann die Kartoffeln erwerben kann. Denn direkt etwas mit Gold zu erwerben ist auch heute nahezu unmöglich. Wie schnell aus einem höheren Handel wieder ein einfacher Tauschhandel werden kann, sieht man in den Krisengebieten der letzten Jahre. Dann wird man auch für eine Handvoll Gold nicht mal eine Handvoll Kartoffeln bekommen.
Extremsituationen? - Ja, sicherlich!
Aber unmöglich?- Nein, allenfalls aus heutiger Sicht bisschen unwahrscheinlich!
Auch wenn Gold in der Technik/Medizin eine gewisse Bedeutung hat, so rechtfertigt dies keinesfalls den Wert, welcher dem Gold in Bezug auf die Grundbedürfnisse des Lebens zugeschrieben wird. Der überwiegende Anteil des Goldes liegt im Anlagebereich, sowie kulturellen und religiösen Verwendungen. Gold ist auch kein knappes Gut, sondern kann problemlos gekauft werden.
Die einzige Bedeutung, die Gold für die Menschheit hat ist durch die Akzeptanz als Zahlungsmittel zwischen Staaten definiert. Doch der Bürger ist nunmal nicht der Staat, hat keine Einfluss und auch keine Mitsprache bei staatlichen Entscheidungen.
Wenn jemand heute in Gold langfristig investiert, liegt meist der Schwerpunkt auf Sicherheit, Werterhalt, etc. Doch doch ist Gold wirklich über einen langen Zeitraum so sicher..?
In der jüngeren Vergangenheit muss diese Frage mit einem klaren JA beantwortet werden. Aber bis vor einigen Jahren waren Kapitallebensversicherungen auch noch sehr attraktiv.
Was die Zukunft bringt weiß keiner und jede Vorausschau bleibt immer nur eine Mutmaßung oder das Ergebnis eines Gedankenspiels. Doch je weiter wir uns von dem gewohnten Luxus-Leben entfernen, desto mehr schwindet auch der "Wert" von Gold für unser Leben.
Vielleicht kann Gold dazu dienen einen "Wert" auf die Zeit nach einer Krisensituation zu übertragen.
Während der Krisensituation wird es aber sicherlich wenig hilfreich sein und für ein Danach, muss man die Krise erst mal überstehen.
Es spricht heute auch nichts gegen eine weitere Einschränkung oder eines Verbots des Goldhandels. Sogar das Verbot von Bargeld wird mehr als nur eifrig diskutiert...
Wer wird dann später den Wert von Gold für den Bürger festlegen, mit dem er sein Gold in eine digitale Währung überführen kann?
Wird es immer noch der Gegenwert von 2 Tonnen Kartoffeln sein? - Ich denke nicht!
Man kann selbstverständlich auch Gold in diesen Zeilen auch durch viele andere Assets ersetzen. Für mich sind flexible und kurzfristige Aspekte bei einer Anlage ausschlaggebend. Wenn diese nahe an meinen Grundbedürfnissen liegen oder sogar leicht konvertibel sind umso besser.
So sehe ich in Gold für mich die Möglichkeit kurzfristige Gewinne zu erzielen, und evtl. mal von der "Sicherheit des Goldes" zu profitieren. Bei allen längerfristigen Anlagen lasse ich jedoch in erster Linie Vorsicht walten, was in diesem Land geschieht und welche Entwicklungen sich abzeichnen. Ein kleiner Anteil EM, wie der, den ich zum Spekulieren verwende ist sicher kein Problem. Wenn er schlimmstenfalls mal weg ist, ist er eben teilweise weg..
Aber den Aufbau der Altersversorgung vorrangig auf Gold, sehe ich skeptisch.
"Wer streut rutscht nicht" ist eine alte Börsenweisheit, die auch in vielerlei anderen Situationen ihre Richtigkeit unter Beweis gestellt hat. Zeiten, in den einem Asset jedoch vorrangig Sicherheitsaspekte zugeschrieben werden, waren schon oft die Vorboten einer ganz anderen Entwicklung!
Ihr könnt mich nun für meine Sichtweise/Meinung köpfen oder zerreißen. Aber vielleicht versteht/teilt der eine oder andere meine Vorsicht, und aus diesen Gedanken wird doch noch eine blickwinkelerweiternde Diskussion.
Ich wünsche euch ein schönes Wochenende
Eure Wildkatze