krass
"Das Verlustverhältnis fällt jedoch zuungunsten der Ukraine aus, selbst wenn es sie auf den ersten Blick begünstigt. Denn die Demografie des Landes wird durch Besatzung und Flucht extrem belastet – anders als in Russland. Jüngst aktualisierten US-Schätzungen zufolge hat das Land die derzeit weltweit höchste Sterblichkeits- und zugleich die niedrigste Geburtenrate: Auf drei Todesfälle kommt derzeit nur eine Geburt.
Die ukrainische Bevölkerung schrumpft ohnehin seit Jahrzehnten. Lebten 2001 noch 48 Millionen Menschen in dem Land, waren es vor Kriegsbeginn noch 42 Millionen. Inzwischen leben nach Angaben aus Kiew weniger als 32 Millionen Menschen in ukrainisch kontrolliertem Gebiet. Das WSJ zitiert eine demnach bisher unveröffentlichte Schätzung der ukrainischen Regierung, wonach es inzwischen sogar höchstens 27 Millionen sind. Die Vereinten Nationen erwarten bis 2100 einen Rückgang auf kaum mehr als 15 Millionen – wobei solche langfristigen Prognosen sehr ungenau sind. Und dennoch, aus ukrainischer Sicht, schockierend.
Ein Blick auf die Bevölkerungspyramide des Landes, die eine auffällige Lücke in den Jahrgängen der Neunziger- und frühen Nullerjahre zeigt, erklärt auch, warum die Ukraine bisher keine Männer zwischen 18 und 25 Jahren mobilisiert. Von ihnen gibt es einfach zu wenige, Verluste würden sehr schwer wiegen. Auch das WSJ schreibt, Selenskyj befürchte einen Kollaps der Geburtenzahlen nach dem Krieg, sollten zu viele junge Männer eingezogen werden. "