Sozialpsychologie: Lascher Druck auf Ungeimpfte bewirkt das Gegenteil – Einführung könnte helfen
Eine Impfpflicht könnte nach Einschätzung eines Sozialpsychologen die Haltung von Impfgegnern sogar eher ändern, als weiterhin nur einen Druck zum Impfen aufzubauen. „Ein substanzieller Teil der Bevölkerung hat sich in dem Selbstverständnis eingemauert, sich nicht impfen zu lassen“, sagte der Marburger Sozialpsychologe Ulrich Wagner der dpa. In ihrer „Blase“ würde diese Meinung ständig bekräftigt und verstärkt. „Wenn politisch Druck ausgeübt wird, besteht die Gefahr, dass diese Blase noch enger zusammenrückt.“„Nur so lau und lasch den Druck zu erhöhen, führt zu einer Abkapselung. Eine klare Ansage könnte dazu führen, dass auch eigentlich eingemauerte Impfgegner sich am Ende doch noch impfen lassen und dann nachfolgend ihre Überzeugungen ändern“, glaubt Wagner. Seine Meinung zu ändern und das gegen die Gruppe zu verteidigen, sei sehr schwer. Eine Impfpflicht brächte „ein neues Argument ins Spiel, sowohl für die eigene Überzeugung als auch gegenüber der Gruppe“, meint er. „Der äußere Zwang wäre eine Entschuldigung