Beiträge von immerso

    Zu den Dividenden:
    Solange Clearstream blockiert UND Dividenden nicht gutgeschrieben werden können, wird Polymetal International KEINE Dividenden auszahlen. Solange ein substanzieller Anteile der POLY-Aktionäre die Dividende nicht erhalten können, wird keine Dividende bezahlt. Das war zumindest die Begründung für die Streichung - der bereits beschlossenen - Schlussdividende für das Geschäftsjahr 2021. Damals, im Frühling 2022 hätten den 22% der Aktionäre, welche die Aktien an der MOEX gekauft hatten, die Dividende nicht gut geschrieben werden können.


    Nochmals dazu: Es ist mir schon klar, daß derzeit keine Dividenden gezahlt werden. Frühestens nach der Redomizilierung. Ich meinte die Dividenden nach dem Split rein des Teils mit dem russischen Geschäft, POLY-R. Der kasachische Teil (POLY-K) wird sicherlich prinzipiell Dividenden zahlen können. Ob der das tut, oder ob erstmal investiert werden muß, kommt auf. Da hat die US-Sanktionierung von JSC Polymetal am 19. Mai wohl auch einiges durcheinandergebracht, was ja nach dem Conference Call am Investorentag am 10. Mai war. Jedenfalls, an der prinzipiellen Möglichkeit des Dividendenflusses sollte die Sanktionierung doch nichts ändern, oder? Also von JSC Polymetal zur reinen kasachischen Holding POLY-R (so verstand ich das Ziel jedenfalls), und von dort sowohl in den Westen als auch nach Rußland.


    urai: Meinst du, es macht schon Sinn, sich bei Tabys zu registrieren? Hast du bei Polymetal schon einen Code angefordert? Oder braucht man dafür erst das Aktienzertifikat?


    Es ergibt erst Sinn, nachdem man ins Aktienregister eingetragen wurde. Vorher kann ja Polymetal keinen Zugriff auf jemandes Daten haben. Das wird in der Kürze der Zeit noch nicht stattgefunden haben. Ich nehme an, daß man kurz darauf auch das Aktienzertifikat erhalten wird (Postversand?). Also kann man noch warten, bis man dieses erhalten hat. Die Frage könnte nur sein, was ist, wenn man es erst kurz vor dem 17.7. erhält? Muß man den Code von Polymetal zwingend vorher beantragen und sich bei der AIX registrieren? So klang es jedenfalls irgendwo.

    Ich habe dann auch gleich auf unsere Gazprom-Aktien hingewiesen, die ebenfalls noch bei Lynx liegen und gefragt, wie der Berater die Situation einschätzt und ob f24 auch dort in Zukunft irgendeine Lösung sieht.


    Du hast vermutlich keine russischen Aktien, sondern ADRs, oder? Das ist ein bedeutender Unterschied. Ich habe auch noch russische Originalaktien an der MOEX, für die ich noch eine Lösung suche. Momentan bekommt man m.W. bei Lynx/IB nicht einmal die Dividenden überhaupt gutgeschrieben. FF24 akzeptiert leider keine eingehenden Transfers mehr, obwohl man bei denen vor den Sanktionen auch in Moskau handeln konnte. Sie würden aber ein Depot bei ihrer russischen Schwestergesellschaft CIFRA eröffnen. Dorthin sollte der Übertrag klappen; jedoch erhält man die Dividenden nur auf ein eingeschränktes "Type S"-Konto, d.h. man kann die Rubelbeträge nicht in Euro wechseln. Aber immerhin bekommt man sie überhaupt gutgeschrieben, im Unterschied zu Lynx/IB. Die Schwestergesellschaft in Kasachstan nimmt auch keine eingehenden Transfers mehr an, wegen der geopolitischen Situation - wohl Angst vor Sanktionen. Aber ich habe Hinweise darauf, daß man über Kasachstan die Sanktionen umgehen könnte, wenn man die russischen Aktien dorthin überträgt. Die Halykbank könnte eine Möglichkeit sein. Die konnten allerdings nicht sagen, ob es möglich ist, als deutscher Staatsbürger dort russische Dividenden zu empfangen. Wenn jemand Erfahrung hat, gerne PN.


    Ich habe die o.g. Weisung von der DKB auch erhalten, bei mir für die bei Tradegate in Deutschland gekauften Aktien, die bei mir als "Wertpapierrechnung Großbritannien" ausgewiesen sind. Ein Witz! Sie hatten fast sechs Wochen Zeit seit dem 10. Mai bzw. drei Wochen seit dem 30. Mai, und es sind auch noch fast vier Wochen bis zur Redom, und jetzt fällt es ihnen ein, daß man innerhalb von einem halben Tag reagieren soll. Ich hatte gestern abends definitiv noch nichts im Postfach, das muß also spätabends gekommen sein. Es steht auch nicht darauf, was geschieht, wenn man keine Weisung erteilt. So wie ich die DKB kenne, würde eine E-Mail auch nicht mehr bis 14:30 Uhr gelesen werden, daher ist die Faxnummer wohl die beste Option, die ja auch nur wenige Kunden überhaupt haben werden.
    Der Mitarbeiter bei FF24 konnte mir nicht sicher sagen, ob sie die Aktienzertifikate annehmen können; sie klärten das noch. Ich habe die Weisung jetzt aber mal erteilt. Im Zweifel ist es besser, sich an der AIX zu registrieren als irgendeine gefangene Position der dwpbank zu halten.



    Im neuen Aktienregister von Polymetal könnte dann Clearstream als unser neuer direkter Verwahrer drinstehen. Nur einen Handel können sie so nicht anbieten, weil die Verwahrung eben nicht in Kasachstan ist.


    Dieser Gedankengang von Wurtschtler ist nicht abwegig. Im UK gibt es den Broker AJ Bell, der zwar auch keinen Zugang hat zur AIX, über den man aber Polymetal trotzdem weiter halten kann. Die lassen wohl die Aktien auf den eigenen Namen im Aktienregister eintragen; die bisherige Sammelverwahrung gibt es dort scheint's nicht. Die Kunden erhalten dann Dividenden als Schecks weitergeleitet. Der Handel sei dann nicht möglich, und auch die Übertragsmöglichkeit ist noch offen, aber immerhin. So könnte das bei den deutschen Banken auch funktionieren, bloß daß a) Clearstream noch dazwischengeschaltet ist - aber so wie es jetzt aussieht, blockiert Clearstream gar nicht? - und b) daß nicht unser Broker, sondern eben die dwpbank eingetragen werden müßte.

    holzschlange: Wertpapierrechnung Großbritannien gilt in Deinem Fall für die in London gekauften Originalaktien, oder? Bei der DKB werden auch die bei Tradegate in Deutschland gekauften so ausgewiesen (ohne weitere Angabe wie CBL oder CBF). Auch da ist Clearstream beteiligt in der Verwahrkette. Dennoch gibt es einen Unterschied, denn diese hätte ich nicht in London verkaufen können, denn dafür wäre erst ein Lagerstellenwechsel vonnöten gewesen. Möglicherweise spielt hier CBL vs. CBF eine Rolle? (Nur bei deutschen Banken, bei IB war bei Kauf in London Clearstream außen vor.)
    Eine "Wertpapierrechnung Deutschland" ist mir neu, diesen Begriff kannte ich nur für das Ausland. Oder sind damit vielleicht die ADRs gemeint?

    Es könnte aber nochmals einen Unterschied machen, ob über deutsche Banken in London gekauft oder an deutschen Börsenplätzen (die JE-ISIN)? Vielleicht ist einmal CBL (Luxemburg) und einmal CBF (Frankfurt) beteiligt. Unwahrscheinlich, daß die sich in ihrer Vorgehensweise unterscheiden, aber nicht unmöglich. Notwendig ist es ja eh nicht. So könnte sich vielleicht erklären, daß irgendwo jemand schrieb, bei ihm habe der Übertrag von einer deutschen Bank geklappt, sowohl bzgl. ADR als auch Originalaktie.
    Daß der ADR in Frankfurt gehandelt wurde, aber dabei nicht Clearstream die Lagerstelle sein soll, scheint mir nämlich unwahrscheinlich. Zumindest müssten die doch in jedem Fall zwischengeschaltet sein.


    Ich habe noch einen Übertrag laufen zu FF24.
    HansE: Du hast eine PN.


    Es ist überhaupt bemerkenswert, was sich hier ein Privatunternehmen herausnimmt.

    Mein Übertrag von Lynx/IBIE zu FF24 ging innerhalb von zwei Tagen vonstatten! Di. Auftrag, gestern Gutschrift.
    Falls jemand dort ein Depot eröffnen möchte: wer sich werben läßt, erhält von einem Pool aus 26 Aktien eine zufällige im Wert von bis zu 200€. Bitte PN, dann sende ich den Link zu.


    Wood & Co hatte nach Tagen geantwortet, daß sie nur von Euroclear oder CREST empfangen könnten, wobei das nichts heißen muß, denn Clearstram ist ja nur zwischengeschaltet.


    urai: Ja, das stimmt, es dürfte nicht alleine die dwpbank sein; es gibt ein paar wenige weitere Transaktionsbanken. Aber wenn es nur an Clearstream liegt, dann hätte doch gar kein Handel der ADRs in Frankfurt mehr möglich sein dürfen, nicht wahr? Der war bis Ende Februar noch möglich, und ich nehme an, die ADRs liegen immer bei Clearstream, bin aber auch nicht sicher. Kann natürlich auch sein, daß seither auch Clearstream blockiert und damals noch nicht. Bei den Banken habe ich das Gefühl, es ist wie mit Anwälten, zwei Banken, drei Ausagen zur Ursache. Ich habe mich übrigens bereits bei der luxemburgischen Aufsicht CSSF beschwert.


    Einen Verkauf von POLY-R fände ich schon eine sehr schlechte Option. Dafür würden sie jetzt kaum was bekommen. Ich verstehe auch nicht ganz, warum die Aufspaltung nicht genügt. Daß die Vorstände sich persönlich aus JSC Polymetal zurückziehen, ist klar, sonst setzen sie sich selbst wahrscheinlich einem Risiko aus. POLY-R mit Sitz in Kasachstan würde evtl. auch betroffen sein, aber da ist die Frage, ob uns das interessieren müßte. Wir würden die Dividende doch trotzdem aus Kasachstan bekommen? Oder dürfte der Broker uns die gar nicht auszahlen? Immerhin hat FF24 den Sitz in der EU und deren Muttergesellschaft ist auch an der Nasdaq gelistet.


    Die Aktien, die beim NSD in Moskau hinterlegt sind, könnten auch noch ein Thema sein. Da weiß ich nicht, wie damit umgegangen wird.

    Laut Freedom Finance (übrigens sind freedomfinance.eu, freedom24.com und ffgermany.de identisch) liege es entgegen dem, was in #628 geschrieben wurde, nicht an Clearstream, daß der Transfer nicht klappt, sondern an der dwpbank, die für viele Banken als Abwicklungsbank agiert, oder an anderen zwischengeschalteten Stellen. Es dürfte eine gute Idee sein, sich ggf. zu beschweren. Wenn genügend Banken bei der entsprechenden Stelle ein Ticket aufmachen, übt das auch nochmals Druck aus.


    Clearstream wiederum betreibt Systeme in Deutschland und Luxemburg, da könnte es ggf. auch nochmals einen Unterschied machen? Bereits im Februar hatte ich widersprüchliche Aussagen von Banken erhalten, warum der Handel aus Deutschland nicht mehr möglich war. Mal hieß es, es liege an Clearstream Luxemburg, ein andermal, genau das sei nicht das Problem und ein Übertrag sei prinzipiell möglich (ebenfalls von einer deutschen Bank und damit bezogen auf Clearstream, vgl.auch die Bestätigung in #594). Daher bin ich vorsichtig damit, Aussagen von einzelnen Bankmitarbeitern zu verallgemeinern.

    Wood hat inzwischen auch eine eigene Seite für Polymetal:
    https://polymetal.wood.com/


    Laut Preisverzeichnis ganz unten ist der eingehende Transfer kostenfrei, die Lagerung kostet 0,2% des Depotwertes pro Jahr und beim Verkauf fallen 0,4% Spesen an.
    Nachteil: Bei Freedom Finance kann man halt auch kaufen und hat evtl. Zugang zu weiteren Börsen, die andere Broker nicht anbieten.

    IB meinte ebenfalls, daß ein Ausstellen von physischen Zertifikaten nicht möglich sei. Ich würde zwar nicht davon ausgehen, daß das zwingend das letzte Wort ist, weil es sich ja doch um eine ungewohnte Situation handelt, aber auch da könnte es evtl. unverhältnismäßige Kosten verursachen.

    Ich habe bei Freedom Finance in Kasachstan angefragt, und sie meinten, ich könne zwar ein Konto eröffnen, sie würden mir aber derzeit keinen Zugang zum Handel anbieten und sie würden auch keine Wertpapiertransfers annehmen aufgrund der geopolitischen Situation. Etwas widersprüchlich. Ich vermute, sie wollen nicht ins Visier geraten, indem sie dabei helfen, die (westlichen?) Sanktionen zu umgehen. Die drei verschiedenen Halykbanken, die auf der Webseite der AIX genannt werden, könnte man auch noch anfragen. Die erste, die eigentliche Halyk Bank, schreibt schon auf ihrer Webseite, daß die Depoteröffnung für Ausländer nicht möglich sei.


    Freedom Germany ist nach meinem Verständnis nur ein Vermittler von Freedom 24 auf Zypern. Also sowas ähnliches wie Lynx für Interactive Brokers, vermutlich deutschsprachige Ansprechpartner. Freedom 24 gehört zwar zum gleichen Konzern, dürfte aber eigenständig sein und eben unter EU-Recht fallen. Ich hatte letzte Woche bei Polymetal angefragt, ob das überhaupt einen Unterschied macht, wo man die Aktien hält, wegen der Dividenden der russischen Tochter, die ja auch nach dem Split über den Umweg der kasachischen Holding fließt, wurde aber nur verwiesen auf die diesbezügliche Meldung, die diese Woche erscheinen sollte (war ja am Montag). Klingt leider, als ob es auf einen Verkauf der russischen Assets hinausläuft, was sehr schade wäre.


    Ich habe auch Polymetal-Originalaktien bei Interactive Brokers, die ich in London gekauft habe und die folglich bei Euroclear lagern sollten. Die wären laut IB übertragbar, und das scheint mir jetzt auch ratsam, weil der Übertrag einige Wochen dauert. Deren Zwangsliquidation scheint mir schon denkbar. IB ermöglicht zwar derzeit den Verkauf nicht, aber es gibt prinzipiell Handel in London, und sie schrieben mir zwar auch, daß sie Stand heute die Aktien auch ohne Handelbarkeit halten könnten, aber das könne sich noch ändern, wenn die Verwahrstelle sie auffordern würde, ein Delisting durchzuführen (so haben sie es geschrieben - Delisting ist nach meinem Verständnis lediglich die Einstellung des Börsenhandels, aber gemeint ist wohl der Wechsel der Verwahrstelle, der ja absehbar ist). Falls ihnen das erlaubt ist (kann ich nicht ausschließen), wäre ein Zwangsverkauf an den letzten Handelstagen eine Option, und für einen Übertrag wird es dann zu spät sein. Also lieber jetzt zu Freedom 24 übertragen? Auf deren 100 Euro Gebühren kommt es auch nicht an.


    Die bei deutschen Banken über Clearstream gehaltenen kann Freedom 24 derzeit nicht annehmen. Vielleicht ergibt sich kurzfristig noch eine Lösung. Falls aber Clearstream entscheidet, daß die Aktien entblockt werden, dann besteht doch die gleiche Situation wie bei Euroclear: sie wären dann auch frei für einen Zwangsverkauf. Zwar auch für die Ausstellung physischer Zertifikate, aber meine Bank hat schon gesagt, daß sie das prinzipiell nicht anbieten, und selbst wenn sie es doch ausnahmsweise täten, wer weiß, was das dann kostet.

    IB hat für meinen Kundenaccount vor etwa einer Woche und ohne mich zu fragen oder vorab zu informieren ein neues Konto angelegt. Auf meine schriftliche Service-Anfrage, was es damit konkret auf sich hat, erhielt ich folgende Antwort:


    Ich habe bei IB auch von diesem Treuhandkonto gelesen. Das betrifft aber nur Wertpapiere sanktionierter Firmen und da gehört Polymetal nicht dazu. Ich habe noch zwei weitere russische Aktien, die ebenfalls nicht sanktioniert sind, darunter auch eine direkt an der MOEX, und bei mir wurde kein Treuhandkonto eingerichtet. Ich bin aber gespannt, was mit den Dividenden in Rubel passiert, ob die im Konto überhaupt gutgeschrieben werden.



    Ohne Gewähr, aber wenn ich das richtig verstanden habe, ist bei in Deutschland gekauften Aktien (z.B. bei der DKB in Frankfurt in Wertpapierrechnung) also sowohl Clearstream als auch Euroclear involviert, da diese eine gegenseitige Kontenverbindung ("CSD-Link") unterhalten. Hingegen bei denen, die z.B. bei IB direkt in London gekauft wurden, nur Euroclear und damit eine Stelle weniger in der Kette.

    Erwähnt wurden auch dort folgende Broker mit Zugang zur kasachischen Börse (Angaben ohne Gewähr):
    Halyk Finance in Kazachstan, Freedom Finance Europe, Wood & Co in der Tschechischen Republik.


    Es gibt zwei Freedom Finance. Einmal in Kasachstan ansässig, und einmal auf Zypern. Beide haben Zugang zur AIX. Ich würde mich für die in Kasachstan interessieren wegen einer anderen russischen Aktie, die ich über Interactive Brokers in Moskau halte (kein ADR). IB schreibt ausdrücklich, die Aktien von nicht speziell sanktionierten Firmen seien transferierbar, was in dem Fall zutreffen sollte. Somit könnte ich evtl. die Sanktionen privat über Kasachstan umgehen, sowohl was Dividenden, als auch was den Handel angeht.


    Die Frage wäre erstmal, ob die Lagerstelle der Börse Moskau eine Umschreibung überhaupt zulassen würde - eine Umschreibung auf den eigenen Namen ist ja kein Handel. Und ferner, ob bei einem kasachischen Depot Dividenden gutgeschrieben werden? Bei einer russischen Bank findet das m.W. bei Ausländern nur auf ein spezielles Konto statt, auf dem sie dann eingefroren sind, Tausch in Euro unmöglich. Werden überhaupt Dividenden ins nicht-westliche Ausland überwiesen und können die unterscheiden, wer da die Aktien hält?


    Ich halte auch Polymetal noch bei IB, an der LSE gekauft, vermutlich dann mit Lagerstelle Euroclear? Wann kommt Clearstream ins Spiel, bei in Frankfurt oder generell bei deutschen Brokern gekauften Aktien?

    Da ist auch schon die Antwort von der DKB:


    Beachten Sie bitte, dass die Durchführung von Kapitalmaßnahmen und damit
    evtl. einhergehende Umstellungen der Verwahrart nicht in unserem
    Verantwortungsbereich liegen.
    Kontaktieren Sie hierzu bitte das emittierende Unternehmen.


    Ich wurde bereits letzte Woche von der DKB zurückgerufen und man hat mir die Auskunft gegeben, daß der Bestand an Originalaktien gehalten werden könne auch nach dem Wechsel von Rechtssitz und Lagerstelle. Auch ein Wertpapierübertrag sei möglich. Aber ich habe Zweifel, ob die wissen, wovon sie reden. Ich hatte schon vor Monaten mit verschiedenen Banken telefoniert wegen der Handelbarkeit und jedesmal eine andere Auskunft bekommen, woran es liegt. Ich erinnere mich noch daran, daß es einmal hieß, daß die Aktien nicht gesperrt seien und ein Übertrag möglich sei. Ein andermal hieß es, es liege doch an der Lagerstelle, daß die ADRs handelbar sind und die Aktie nicht usw. Vor allem hätte ich eine solche Auskunft gerne schriftlich, um ggf. hinter die Bank in Haftung zu nehmen, wobei schon die Frage ist, woran sich überhaupt ein evtl. Schadensersatz bemessen sollte.


    Die Lagerstelle sollte übrigens CREST = Euroclear sein. Nicht zu verwechseln mit Clearstream, die zur Deutschen Börse gehören. Meine sind bei der DKB in FRA gekauft und nur "Wertpapierrechnung Großbritannien".

    Die Katze beißt sich doch schon dadurch in den Schwanz, daß ein Verkauf durch die Verwahrstelle rein gar nichts bringt, denn irgendjemand wird die Aktien ja weiterhin halten müssen - und der wird bei der gleichen Verwahrstelle registriert sein - wenn es einen Übertrag zur AIX gibt, wo Polymetal derzeit schon handelbar ist (vermutlich dann auch dort gelagert?), dann würde das Problem so nicht existieren. Es ändert sich bloß der Inhaber. Und wenn sie am letzten Handelstag verkaufen, wer hält die Aktien dann? Was passiert mit denen?
    Bei den ADRs ist es im Unterschied ja immerhin möglich, die zugrundeliegenden Aktien zu verkaufen und den ADR damit aufzulösen.

    Man kann den ADR auflösen lassen und erhält dann die Londoner Papiere. Ich habe gelesen, daß der Emittent für die Auflösung von ADRs 500$ verlangt, jedoch während einer Frist von 30 Tagen nach einem Delisting ist es umsonst (ohne Gewähr - bitte in den ADR-Bedingungen nachlesen). Daran sollte es also nicht scheitern.


    Von verschiedenen Banken habe ich jetzt unterschiedliche Erklärungsansätze gehört. Mal hieß es, der Auslandsbroker des Wertpapierabwicklers habe die Order in London gestrichen, ein ander Mal, daß es an der Lagerstelle liege und es eben unterschiedliche seien, weshalb der ADR Frankfurt gehandelt werden könne und die Aktie in London nicht, und das neueste, daß es an der Börse London selbst liege. Daß das unplausibel ist, erkennt man m.E. aber daran, daß es nicht nur off-book-Umsätze gibt, sondern vereinzelt auch reguläre Börsenumsätze und auch der trading status "regular trading" ist.
    Bei der Bank, die mündlich die Lagerstelle nannte, lautet der Text der Streichungsmittelung "KEIN HANDEL LON", vom zweiten Versuch jedoch "Die Order wurde seitens des Auslandsbrokers nicht akzeptiert. Das Wertpapier ist dort zum Handel gesperrt (geblockt).". Obwohl die beiden Orders am gleichen Tag ausgeführt werden hätten sollen und gestrichen wurden! Nur die eine am Vorabend aufgegeben, die andere während der Handelszeit (beide gültig bis ultimo). Sehr amüsant.

    Den ADR in Frankfurt kann man auch bei anderen Brokern handeln. Im Gegensatz zu London wurde meine Testorder nicht sofort wieder gestrichen. Leider notiert der ADR derzeit mit Aufschlag und mit hohem Spread.
    Es war gerüchteweise zu hören, daß die Deutsche Bank den Handel in London noch ermögliche. Kann das jemand bestätigen? Maxblue dürfte als Tochter auch dazugehören.
    Es sind also nicht nur Depotbanken aus dem DACH-Raum, denn Consors gehört zur frz. BNP Paribas, und die ING zur niederländischen ING Groep. Falls es an der jeweiligen Transaktionsbank selbst liegt, oder diese wiederum unterschiedliche weitere Diensleister beauftragt hat, dann müßte man schauen, ob es vielleicht bei Instituten mit einer bestimmten Transaktionsbank geht: https://de.wikipedia.org/wiki/Transaktionsbank


    Anderes Thema: Dividenden werden wir doch in jedem Fall künftig beziehen können, nach der Verlagerung des Rechtssitzes? Auch wenn die Notierung in London aufgegeben wird und die in Astana die einzige sein wird (die es ja derzeit schon gibt!) - oder ändert sich dann evtl. etwas an der Lagerstelle?