Stand heute: 50,19%
Ziel zum 01.11.: 80%
Anzahl Tage: 73
Notwendige Einspeicherung pro Tag: 0,41%
Reale Einspeicherung pro Tag: 0,2% mit Tendenz zu 0,15%
Voraussichtlicher Füllstand zum 01.11.2026: 64,79%
zum Vergleich 01.11.2025: 75%
Konsequenzen für den kommenden Winter:
- Geringere Pufferkapazität: Den Speichern fehlen zum Winterbeginn rund 15 % des notwendigen Volumens, was die Widerstandsfähigkeit gegen langanhaltende Kältewellen drastisch reduziert.
- Erhöhte Importabhängigkeit: Deutschland muss fortlaufend maximale Mengen über Pipelines und LNG-Terminals importieren; jede ungeplante Lieferunterbrechung führt sofort zu Engpässen.
- Hohe Preisvolatilität: Die Gewissheit des Marktes über die zu leeren Speicher wird die Großhandelspreise für Gas im Winter massiv in die Höhe treiben.
- Frühzeitige Sparaufrufe: Die Bundesnetzagentur wird sehr früh im Winter restriktive Sparvorgaben für Industrie und private Haushalte aktivieren müssen.
Unmittelbare staatliche Reaktionen (Behörden-Eingriff):
Die Bundesnetzagentur und der Marktgebietsverantwortliche Trading Hub Europe (THE) werden diesen Trend nicht tatenlos abwarten. Es greifen die Mechanismen des EnWG:
- "Use-it-or-lose-it"-Prinzip: Kapazitäten von Händlern, die nicht einspeichern, werden entzogen.
- Strategische Sonderausschreibungen: THE wird beauftragt, im September und Oktober eigenständig Gasmengen am Markt einzukaufen und zwangsweise einzuspeichern, um das Defizit künstlich zu verringern.
Finanzierungsweg der Zwangseinspeicherung:
- Zwischenfinanzierung durch Kredite: THE kauft das benötigte Gas zunächst am Markt ein und nutzt dafür Kreditlinien, die staatlich (über die KfW-Bank) abgesichert sind.
- Gas-Gasspeicherumlage: Die anfallenden Kosten (Einkaufspreis, Speicherkosten, Zinsen) werden über die sogenannte Gasspeicherumlage (§ 35a EnWG) an die Fernleitungsnetzbetreiber weitergegeben.
- Weitergabe an die Versorger: Die Netzbetreiber stellen diese Umlage allen Gaslieferanten und Stadtwerken pro Megawattstunde (MWh) entnommenem Gas in Rechnung.
- Endverbraucher trägt die Last: Die Gasanbieter legen diese Umlage eins zu eins auf die Endtarife um. Dadurch steigen die Gaspreise für Industrie, Gewerbe und private Haushalte.