Ja ich werde mein Brokerportfolio auch noch erweitern, ich finde grad noch weiter heraus wer wie wo in welchen Situationen Vorteile hat und nutze das dann auch strategisch.
So viel trade ich gar nicht, ich mache nur immer etwas value-shuffling (also als Beispiel, von mir 2 gleich bewertete Werte zeigen unterschiedliches Verhalten, Wert 1 geht am Tag X 15% hoch, Wert 2 am Tag x 15% runter, dann schichte ich einen Teil von W1 in W2, im Idealfall abverkauft W2 am Folgetag oder Tax Y und W1 korrigiert, dann spiele ich die Wippe, das ist mal ein eher seltenes Beispiel, was aber auch vorkommt, im Extremfall wandert eine komplette Position auch mal, mit der Folge, dass der Verkaufte Wert dann wieder vollständig auf der Fomo oder Watchliste ist ), und das auch nur mit wenigen % im Portfolio am Tag, der größte "Kostenfaktor" sind dabei Steuern, auch ein gutes Zeichen und notwendiges Übel, aber fühlt ihr euch nicht auch gut wenn ihr euren Beitrag leistet? Natürlich ist ein spread immer Bestandteil einer Gesamtkalkulation und soll nicht im "hin und her macht Taschen leer" enden, ich gehe solche Dinge nur bei einem deutlichen Value-Gefälle ein, also das ich am Tag draufzahle.
Und mein Cashmangel rührt ja daher, dass ich die 100%...bzw. meist 99,5%-99,9% Investitionsquote habe. Wenn ich nichts umschichten kann, dann muss mir mein Fomowert halt weglaufen oder im Idealfall wartet er auf mein nächstes Gehalt, Steuerrückzahlung, Weihnachtsgeld, Erbe usw. Da würde ein anderes Konto oder so auch nichts helfen, cash ist immer Opfer von Fomo und das könnte ich nur mit Disziplin lösen, würde dann aber wieder neue Baustellen aufmachen, cash wird sofort zur Arbeit gezwungen bei mir, ich bin da unerbittlich, zum Glück bin ich recht Impulsresistent und spule in den wichtigen Fällen einen schon vorab gefassten halbwegs deutlichen Plan ab. Also ich leide da nicht wirklich drunter, Fomo ist aktuell im Bullenmarkt ja eher ein Luxusproblem und evtl. nur ein Ausdruck von Gier oder Sucht. Meine Partnerin ist für das Notfallkonto zuständig, bei der muss ich spätestens Mitte des Monats auch betteln gehen wenn ich mir was leisten will, aber frugalistisch wie ich bin, hält sich das auch in Grenzen.
Deshalb ist meine Fomoliste ja auch so lang, ich habe heute sogar eine FomoFomo Liste gemacht, also die Werte, die auf der Fomo-Watchlist fomologischer sind als die Anderen. Also sie ist so lang, weil ich an dem Tag wo ich bewerte, in Tranchen nach und nach reingehe bis die approximativ 100% Investitionsquote erreicht ist, alles weitere muss ich entweder laufen lassen, weiter beobachten oder umschichten nach besagtem Szenario. Ich bilde mir ein, dass dieses Vorgehen auch das Depot bereinigt und sich sukzessive zeigt, welche Werte wirklich stark oder stark unterbewertet sind. Im Umkehrschluss wären die Werte im Depot, wenn ich sie nicht habe oder zu kleine Positionen, die Werte die auf der Fomo Liste die Topwerte wären.
Der Thread, bzw. die Beschäftigung mit Fragen, seinem Investverhalten, dem Umgang mit Fomo usw. regt mich auch zu weiterem Denken an, ich dachte eben, 100% Invest in einem Bullenmarkt ist das Richtigste was man tun kann.