Beiträge von Madson

    Russland rettet sich im Goldrausch aus finanzmarktwelt.de


    Oft wird behauptet, die USA würden den Ölpreis gezielt nach unten manipulieren, um geopolitische Gegner wie Russland wirtschaftlich unter Druck zu setzen. Zwar haben die USA durchaus Instrumente, die auf den Ölmarkt wirken können – etwa strategische Reserven, Förderpolitik oder politischen Einfluss auf Partnerländer –, doch der Ölpreis entsteht letztlich aus einem komplexen Zusammenspiel von Angebot, Nachfrage, Finanzmärkten und globaler Konjunktur. Von einer einfachen, direkten Steuerung kann daher kaum die Rede sein.

    Ähnlich verhält es sich mit der These, Russland, China und Indien könnten im Gegenzug den Goldpreis gezielt nach oben treiben. Zwar ist es richtig, dass diese Länder in den letzten Jahren ihre Goldreserven ausgebaut haben, doch der globale Goldmarkt ist groß, liquide und von vielen Akteuren geprägt. Einzelne Staaten können Trends beeinflussen, aber keine dauerhafte Preismanipulation erzwingen.

    Häufig wird in diesem Zusammenhang auf die Zeit um 1980 verwiesen, als die Sowjetunion versuchte, sich über Rohstofferlöse – insbesondere aus Öl und Gold – wirtschaftlich zu stabilisieren. Rückblickend zeigt sich jedoch, dass diese Maßnahmen strukturelle Probleme lediglich überdeckten. Sie konnten den Zerfall des Systems verzögern, aber nicht verhindern. Der Zusammenbruch 1989 macht deutlich, dass Marktmechanismen und wirtschaftliche Realitäten langfristig stärker wirken als vermeintliche Preismanipulationen.



    Das Ende der Illusion

    ... für die Zeit nach dem "Great Reset" und Gegenständen die während der Chaosphase ....

    Der Begriff „Great Reset“ taucht inzwischen inflationär auf. Aber was soll das konkret bedeuten? Wie ist ein solcher Umbruch überhaupt vorstellbar – und durch welchen Mechanismus? Ein Atomkrieg oder Bürgerkrieg? Der Zusammenbruch der Finanzmärkte? Oder werden wir schleichend von einem neuen autokratischen System überrollt, ohne es zunächst wirklich zu bemerken? Corona lässt grüßen.

    Auffällig ist: Die Idee eines radikalen Systembruchs ist nicht neu. Investoren und Kommentatoren wie Jim Rogers oder Marc Faber u.v.a. haben bereits um 2006-7 herum immer wieder einen grundlegenden Reset des globalen Wirtschafts- und Finanzsystems gefordert oder prognostiziert. Passiert ist – zumindest im großen Stil – nichts. Krisen wurden absorbiert, verschoben, monetarisiert. Das spricht für eine oft unterschätzte Überlebensfähigkeit bestehender Systeme. Sie sind träge, aber gerade dadurch erstaunlich robust.

    Historisch betrachtet zeigt sich zudem: Systeme brechen selten einfach „von selbst“ zusammen. Selbst die UdSSR hätte möglicherweise noch lange existieren können, wenn es nicht eine kleine Gruppe außergewöhnlich kluger – oder zumindest mutiger – Staatsmänner gegeben hätte, die den inneren Widerspruch des Systems erkannt und ihm bewusst ein Ende gesetzt haben. Solche Figuren, die Macht freiwillig begrenzen oder Strukturen auflösen, sind heute jedoch weit und breit nicht in Sicht.

    Gleichzeitig wirkt der ideologische Unterbau vieler heutiger Eliten zunehmend beunruhigend. Peter Thiel schrieb bereits 2009 sinngemäß:


    Zitat
    Peter Thiel : „Ich glaube nicht mehr, dass Freiheit und Demokratie miteinander vereinbar sind.“

    Nimmt man diese Aussage ernst und betrachtet die Denker, von denen Thiel und große Teile der Tech-Eliten beeinflusst sind – René Girard mit seiner Theorie von Gewalt und Sündenböcken, Curtis Yarvin (Mencius Moldbug) mit seiner offenen Verachtung für Demokratie, Carl Schmitt mit seinem Freund-Feind-Denken und dem Primat der Souveränität oder Leo Strauss mit der Idee elitärer Wahrheit und „edler Lügen“ –, dann entsteht ein klares Muster. Demokratie erscheint hier nicht als Wert, sondern als ineffiziente Übergangsform. Freiheit wird neu definiert: nicht als politische Teilhabe vieler, sondern als Handlungsfreiheit weniger. Dazu fällt mir gerade noch der Film „Mountainhead“ ein, eine düstere Satire über Tech-Giganten und Macht

    Vor diesem Hintergrund wirkt der „Great Reset“ weniger wie ein plötzlicher Bruch, sondern eher wie eine schleichende Verschiebung von Macht, Legitimation und Entscheidungsstrukturen. Kein Knall, kein offenes Ende der Demokratie – sondern eine technokratische, autoritäre Verdichtung unter dem Vorwand von Effizienz, Stabilität und Krisenmanagement.

    Bleibt also die unbequeme Frage: Steuern wir tatsächlich unausweichlich auf autokratische Strukturen zu, weil sie sich in komplexen, global vernetzten Gesellschaften als „überlegene“ Staatsform erweisen? Oder ist diese Annahme selbst Teil einer Erzählung, die Alternativen bewusst kleinredet, um Machtkonzentration zu rechtfertigen?

    Vielleicht ist die eigentliche Illusion nicht die Hoffnung auf den Reset – sondern der Glaube, dass politische Freiheit ohne bewusste Verteidigung einfach bestehen bleibt.

    Ich habe in den Jahren 2006–2008 alles verkauft, was ich hatte – bis auf die Immobilien, die „unter Wasser“ waren – und bin in AU, PA und AG gewechselt. Sogar einige KLV mit garantierter 6-%-Verzinsung habe ich aufgelöst. Damals haben mich alle für verrückt erklärt. Gab damals noch ganz normal Schließfächer bei SPK.

    Wenn ich mir jedoch die Performance von 2008 bis heute anschaue, liege ich im Vergleich zu einem diversifizierten Portfolio immer noch hinten. Allerdings kann sich das in diesem Jahr noch ändern. Und die Immos sind auch mit über 100% im Sack bzw. EM + BTC.

    Warren Buffett hat übrigens auch physisches Silber im Wert von rund 0,5 Mrd. USD gekauft, etwa zu 4,50 $, und später bei rund 7 $ wieder verkauft – weil er Edelmetalle grundsätzlich ablehnt.

    Japan zeigt gerade live, warum MMT ein akademisches Märchen ist: Langlaufende JGB-Renditen steigen, der Yen-Carry-Trade wackelt, und Gold in JPY bleibt stabil. Das ist keine Hyperinflation, sondern ein Vertrauensproblem. Zinsen sind kein politischer Schieberegler, Schulden kein Gratis-Lunch – und Gold reagiert nicht auf CPI, sondern auf systematische Selbstüberschätzung der Politiker.

    Gold steigt nicht, weil Inflation kommt oder ZB so viel kaufen, sondern weil Politiker glauben, Zinsen kontrollieren zu können. Japan beweist gerade das Gegenteil.

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    Das ist, was mir gerade einfällt, wenn ich das hier alles lese.


    Zitat

    Everybody knows that the dice are loaded. Everybody rolls with their fingers crossed

    Everybody knows that the war is over. Everybody knows the good guys lost

    Everybody knows the fight was fixed. The poor stay poor, the rich get rich That's how it goes

    Everybody knows that the boat is leaking. Everybody knows that the captain lied

    Everybody knows that you've been faithful. Ah give or take a night or two

    Zitat
    Zitat von Lukas 21 Ignore Funktion fleißig nutzen hilft.

    :thumbup: [smilie_blume] :burka:



    Zitat

    Zitat von Lukas 21 „Börsencafe mit KI Beiträgen 2“


    Ja, genau. 😊 Bitte alle ins Börsencafé – gern mit all deinen Freunden und Kumpels, von denen du immer die tollen Bewertungen für nichts bekommst – und lasst die Fäden, in denen es um Inhalte, nicht um Personen geht, ungestört. 8)


    1000 Dank für deinen Beitrag @Silberlilly – Ehrlich, ich würde gerne 1000 Reaktionspunkte vergeben, auch wenn ich gleich einiges zerpfücken werde. Risiko, unbeliebt zu sein, nehme ich gern in Kauf, denn genau solche offenen Debatten treiben Wohlstand und Wachstum voran – solange der Staat es nicht vorher verschlingt.

    Beginnen wir mit der Modern Monetary Theory. Ich bin klarer Gegner der MMT. Sie ist ein akademisches Konstrukt, das in der Realität kaum Bestand hat. Die Theorie suggeriert, ein Staat mit souveräner Währung könne unbegrenzt Geld drucken, solange die Ressourcen nicht voll ausgelastet sind. Realität: Geld wird überwiegend in konsumtive Staatsausgaben, Militär, Bürokratieausbau, neue Reglementierungen, Erhöhung der Besoldung der Versorgungsinstitutionen und ineffiziente Programme von NGO's gesteckt, während Infrastrukturausbau, Bildungsqualität, Wettbewerbssteigerung, technologische Produktivität, Robotik und Innovationen unberücksichtigt bleiben. Ergebnis: Asset-Inflation. Aktien, Immobilien, Rohstoffe – das Vermögen einer kleinen Elite steigt massiv, während die breite Bevölkerung in realer Kaufkraft stagniert.

    LandGeldmenge M2 2000–2023CPI InflationAssetpreisentwicklung
    USA4,3 → 21,2 B$3,4 % → 3,2 %S&P500 +400 %, Gold +650 %, Immobilien +200 %
    DE1,6 → 3,6 B€2,0 % → 3,1 %Immobilien +150 %

    MMT ignoriert zudem den technologischen Fortschritt und Robotik. Produktivität steigt exponentiell, Kosten sinken, Output steigt – aber in MMT‑Modellen wird Geldschöpfung als Haupttreiber von Wohlstand betrachtet, nicht reale Produktion. In Wahrheit wäre jede rationale Wirtschaftspolitik darauf angewiesen, Produktivitätsgewinne den Bürgern zugutekommen zu lassen, nicht sie im Staatsapparat zu versenken. Betrachtet man das Verhältnis von Wirtschaftswachstum, Nettolöhnen und Staatsquote, zeigt sich die Realität brutal:

    LandBIP-Wachstum p.a.StaatsquoteNettolohnsteigerung p.a.
    USA (2000–2020)~2 %35 → 42 %~0,5–1 %
    DE (2000–2020)~1,5 %44 → 50 %~0,8 %

    Die enormen Ressourcen, die durch Geldschöpfung gewonnen werden, landen nicht beim Bürger, sondern fließen in Staatsapparat, Transferprogramme und ineffiziente Projekte – was MMT als theoretische Wohlfahrtslogik suggeriert, verkehrt sich in der Praxis ins Gegenteil.

    Die Realität der Geldschöpfung lässt sich mit einem Sandhaufen vergleichen: Jeder neue Kredit, jede weitere Staatsausgabe ist ein Sandkorn, das den Haufen steiler macht. Niemand kann vorhersehen, wann das nächste kleine Sandkorn – sei es ein Finanzschock, eine geopolitische Krise oder ein unerwartetes Defizit – den gesamten Haufen ins Rutschen bringt oder einfach einen kleinen instabilen Finger in den Abgrund reißt, ohne den ganzen Haufen zu zerstören. Aber ein winziges Sandkorn, das den ganzen Haufen einstürzen lässt, ist genau dieses Risiko, das das System trägt. Das ist der Minsky-Moment: zu viel finanzielle Belastung ohne reale Wertschöpfung, ein fragiles Gleichgewicht, das jederzeit zusammenbrechen kann.

    Zur Absurdität der Modern Monetary Theory fällt mir als konsequente Steigerung eigentlich nur noch die Efficient-Market-Theorie ein, die in den USA unter dem wohlklingenden Namen Efficient Market Hypothesis (EMH) firmiert. Ihr zentrales Dogma lautet, dass sämtliche verfügbaren Informationen jederzeit vollständig und unverzüglich in den Marktpreisen enthalten seien und es daher prinzipiell unmöglich sei, über längere Zeiträume eine Überrendite zu erzielen.

    Der Markt wird damit zur neuen Religion erhoben: allwissend, allgegenwärtig, unfehlbar – und vor allem unangreifbar. Kritik gilt nicht als Analyse, sondern als Ketzerei.

    Theoretisch klingt das elegant, fast beruhigend. In der realen Welt jedoch versagt dieses Modell regelmäßig und spektakulär. Die EMH beruht auf einer Reihe von Fehlannahmen, die weder historisch noch empirisch haltbar sind:

    1. Alle Marktteilnehmer sind rational. Psychologische Verzerrungen, Panikverkäufe oder Übertreibungen ignoriert.

    2. Alle Informationen sind perfekt verfügbar. Insiderwissen, politische Machtspiele oder manipulative Finanzpraktiken werden ausgeblendet.

    3. Preise spiegeln immer den fairen Wert wider. Historische Blasen – Dotcom, Immobilienkrise 2008 – zeigen, dass Märkte oft völlig irrational reagieren.

    EMH und MMT haben gemeinsam: Sie sind akademische Konstrukte, elegant auf dem Papier, realitätsblind, blind für Ungleichverteilung, Produktivitätsfortschritt oder die Gefahr eines Minsky-Moments. Die Asset-Inflation, die heute zu beobachten ist, zeigt, dass reale Vermögensverteilung und Finanzsystemrisiken völlig außer Acht gelassen werden. Gold, Rohstoffe oder liquide Assets sind daher nicht nur Versicherung, sondern Frühwarnsysteme für den nächsten Abrutsch. Deshalb ja mein erster Beitrag zu den Vigilanten und ob das wirklich so funktioniert, das hätte mich mal interessiert hier unter den Experten der Runde.

    Kurz gesagt: Hyperinflation mag theoretisch möglich sein, doch die wahre Gefahr liegt im stillen Aufbau von Spannungen im System, die niemand genau quantifizieren kann – ein kleines Sandkorn kann den ganzen Haufen zum Einsturz bringen oder eben gar nichts machen. Wer sich ernsthaft auf MMT oder die Efficient-Market-Theorie verlässt, ignoriert die Realität, in der produktive Wertschöpfung, technologische Innovation und Ungleichverteilung die wahren Triebkräfte sind.

    Es sind jene komplexen Systeme, deren unsichtbare Regeln unser Leben weben, während wir ohne jeden Blick in ihr Innerstes umhertappen, unfähig, sie zu verstehen oder vorherzusehen.

    Über viele Jahre hinweg wurde oftmals die Geldmenge in Bezug auf den Goldpreis gesetzt, wobei halt 5 stellige Goldpreise ermittelt wurden, auch in diesem Faden und dem anderen Goldfaden! :]

    Vielen Dank für die bisherigen Beiträge, die haben mir tatsächlich geholfen, einige Denkweisen hier im Forum besser zu verstehen. Gerade die Sorgen rund um Inflation, Liquiditätsausweitungen und die Rolle von Gold als Absicherung sind nachvollziehbar – insbesondere vor dem Hintergrund der Erfahrungen seit 2008 und 2020. Je länger ich mich allerdings mit den Zahlen, Strukturen und realen Handelsmechaniken beschäftige, desto mehr habe ich den Eindruck, dass manche Risiken überschätzt und andere systematisch unterschätzt werden.


    Ein Punkt, der mir dabei immer wieder auffällt, ist die Annahme, Gold sei quasi der natürliche Gegenpol zum heutigen Geldsystem und müsse zwangsläufig explodieren, sobald Inflation oder geopolitische Spannungen zunehmen. Das klingt intuitiv richtig, hält aber einer nüchternen Betrachtung nur bedingt stand. Gold reagiert historisch nicht auf Geldmenge, sondern auf Vertrauensbrüche – und davon gibt es viele Formen, von denen nur ein Teil inflationär ist.


    Gerade die häufig zitierte Hochrechnung historischer Goldpreise – etwa der Vergleich mit 1930 – verkennt, dass der Goldpreis damals kein Marktpreis war, sondern ein politisch festgelegter Zwangspreis. Der Preis von rund 20 Dollar pro Unze war Teil eines Systems, das letztlich selbst zum Weltwirtschaftsdesaster beigetragen hat, weil es Anpassungen verhinderte, Deflation exportierte und nationale Wirtschaftspolitik strangulierte. Diese Preise als „fairen Referenzpunkt“ zu nehmen und auf heutige Geldmengen hochzurechnen, ist keine Analyse, sondern eine Projektion eines gescheiterten Ordnungssystems in einer völlig anderen Welt.


    Hinzu kommt, dass Wechselkurse generell keine neutralen Marktpreise sind, sondern Wirtschaftspolitik in Reinform. Die norwegische Krone ist ein Fiskalinstrument, der Schweizer Franken wird aktiv verteidigt oder geschwächt, der chinesische Renminbi existiert faktisch in zwei Versionen (onshore CNY und offshore CNH) und unterliegt massiven Kapitalverkehrskontrollen. Selbst der US‑Dollar ist kein freier Marktpreis mehr, sondern zunehmend Ergebnis geopolitischer Interessen, Sanktionen und institutioneller Macht. Wer Wechselkurse oder Goldpreise als „wahre“ Bewertungsmaßstäbe behandelt, ignoriert, dass Preise im Geldsystem fast immer politisch sind.


    Vor diesem Hintergrund wirkt auch die verbreitete Angst, ohne Swift könne internationaler Handel kaum noch funktionieren, eher wie Augenwischerei. Swift ist ein Nachrichten‑ und Abwicklungssystem, kein Zahlungssystem im materiellen Sinn. Handel findet statt, weil Werte ausgetauscht werden – nicht weil ein bestimmtes Netzwerk existiert. Länder wie Russland, China und Indien verfügen über genügend Alternativen, um bilateral oder multilateral abzurechnen, selbst wenn das weniger elegant ist. Allein Russland und China fördern zusammen deutlich über 600 Tonnen Gold pro Jahr, dazu kommen erhebliche Silbermengen. Diese physischen Volumina würden – rein rechnerisch – ausreichen, um selbst große Teile ihrer bilateralen Handelsströme zu besichern, wenn man das denn wollte.


    Dazu kommt ein oft übersehener Aspekt: Sowohl Russland als auch China stellen jeweils grob 10–15 % der globalen Bitcoin‑Hashrate. Das bedeutet nicht, dass Bitcoin morgen Weltreserve wird – aber es bedeutet sehr wohl, dass diese Länder technisch und infrastrukturell Zugang zu einem alternativen, nicht sanktionierbaren Settlement‑Layer haben. Wer behauptet, ohne Swift sei Handel praktisch unmöglich, unterschätzt massiv die Vielfalt an Clearing‑ und Abwicklungswegen, die bereits heute existieren oder bei Bedarf hochskaliert werden können.


    Gerade deshalb halte ich die Vorstellung, die BRICS‑Staaten könnten oder wollten einen neuen Goldstandard einführen, für eher romantisch als realistisch. Kein einziger dieser Staaten vertraut seinen eigenen Bürgern vollständig freie Kapitalbewegungen zu. Alle BRICS‑Länder haben in unterschiedlicher Ausprägung Kapitalmarktkontrollen, administrative Eingriffe und politische Steuerung der Währungen. Unter diesen Voraussetzungen freiwillig ein starres, goldgedecktes System einzuführen, das fiskalische und geldpolitische Flexibilität massiv einschränkt, wäre ökonomischer Selbstmord. Ein Goldstandard diszipliniert nicht nur Regierungen – er entzieht ihnen Macht. Und genau darauf verzichtet kein Staat freiwillig.


    Auch das oft zitierte chinesische CIPS‑System relativiert sich bei genauerem Hinsehen. Ja, das abgewickelte Volumen wächst, liegt inzwischen im Bereich mehrerer Billionen Dollar pro Jahr – aber ein Großteil davon entfällt auf Transaktionen zwischen Hongkong und dem chinesischen Festland. International bleibt die Nutzung überschaubar. Von einem Ersatz für Swift kann keine Rede sein, eher von einem parallelen System für ausgewählte Korridore. Das ist rational, aber weit entfernt von einer globalen Revolution.


    All das führt für mich zu einer unbequemen, aber schwer zu ignorierenden Schlussfolgerung: Gold ist im heutigen System kein Gegenspieler, sondern ein Stoßdämpfer. Es darf steigen, es darf beruhigen, es darf Narrative bedienen – solange es nicht zur Recheneinheit wird. Genau deshalb existieren Papiergoldmärkte, Leasing, Derivate und Mehrfachverpfändungen. Nicht aus Bosheit, sondern weil ein vollständig physischer, unkontrollierter Goldmarkt das bestehende Finanzsystem destabilisieren würde.


    Wer Gold hält, tut gut daran, es als Versicherung zu sehen – nicht als mathematisch zwingende Wette auf das Ende des Dollars oder einen historischen Reset. Und wer glaubt, die Lösung für komplexe geopolitische Handels‑ und Geldsysteme liege in einer simplen Rückkehr zu Goldpreisen vergangener Epochen, unterschätzt nicht Gold – sondern die Macht moderner Staaten, ihre Systeme länger am Leben zu halten, als viele Modelle es erlauben.


    Ich bin gespannt auf die weiteren Gedanken dazu – gerade weil diese Perspektive vermutlich nicht überall auf Zustimmung stößt.

    zu Robert Kiyosaki Trading Ansatz fällt mir nur noch Newton und die South See Company ein:



    Deswegen keine Meinung, sondern ein Trading-System, das sauber gebackgetestet wurde.


    Und über @Deflationator’s Gold-Kaufkraft-Chart ( vielen Dank für die Charts) könnte man wahrscheinlich ganze Bücher schreiben – mit völlig unterschiedlichen Ergebnissen.

    Das entscheidende Missverständnis ist, dass der Goldanstieg von 1980 nicht mit dem heutigen vergleichbar ist: heute haben wir ein völlig anderes Setting.

    Ich hoffe nur, dass die meisten das hier verstehen – und nicht die gleichen Fehler machen wie Newton oder Kiyosaki. Die entscheidende Frage ist: wie ist die Exit-Effizienz.

    Warum diese Grafik so stark ist: Das ist keine Anekdote, das ist ein zeitloses Marktgesetz:

    • Früh richtig → Geld verdienen

    • Zu früh raus → emotional schwer

    • Zu spät wieder rein → ruinös

    Newton war nicht dumm. Er war menschlich. Wenn du beim parabolischen Anstieg nicht dabei bist:

    Lass dich wie Odysseus an den Mast fesseln und dir Wachs in die Ohren stopfen.

    Odysseus wusste: Zwischen Skylla und Charybdis wird nicht diskutiert, sondern überlebt.

    Also ließ er sich an den Mast binden und den Männern Wachs in die Ohren stopfen, während die Sirenen sangen. Er hörte alles, wollte alles – durfte aber nichts tun. Genau so sollte man sich verhalten, wenn Märkte parabolisch werden: lieber gefesselt und genervt als frei und ertrunken. Schöne Grüße an alle T‑Com-Aktionäre der ersten Stunde! 😄

    Erst nach einem ordentlichen Crash von 50–90 % darfst du wieder über einen Einstieg nachdenken.

    Hat bei Krypto erstaunlich gut funktioniert. 🚀💥

    aaaah sry nicht nachgedacht das ist bei mir so drinnen: SDV = stdDev = sigma bzw. σ = Standardabweichung in der gaußschen Standard- Normalverteilung


    Neben der auf der gaußschen Normalverteilung beruhenden Standardabweichung existieren statistische Verfahren zur Beschreibung von Streuungs- und Lageparametern auch für nicht normalverteilte Zufallsvariablen. Dazu zählen insbesondere die Bestimmung des Erwartungswerts (Mittelwerts), der Varianz beziehungsweise Standardabweichung (Sigma) sowie des Modalwerts.

    In diesem Zusammenhang ist die Tschebyscheff-Ungleichung (auch Chebyshev-Ungleichung, unterschiedliche Transliterationen) zu nennen, die auf den russischen Mathematiker Pafnuti Lwowitsch Tschebyscheff zurückgeht. Sie liefert eine untere Schranke für den Anteil der Beobachtungen, die innerhalb eines gegebenen Vielfachen der Standardabweichung um den Erwartungswert liegen – unabhängig von der konkreten Verteilungsform.

    Damit stellt die Tschebyscheff-Ungleichung eine Verallgemeinerung des gaußschen Ansatzes dar: Während die Normalverteilung präzise Wahrscheinlichkeiten für feste Sigma-Intervalle ermöglicht, liefert die Tschebyscheff-Ungleichung eine verteilungsfreie, konservative Untergrenze. Sie gilt für jede Renditeverteilung mit endlicher Varianz und erlaubt somit Aussagen, die auch ohne Annahmen über die zugrunde liegende Verteilungsform belastbar sind.

    Für jede Renditeverteilung mit endlicher Varianz gilt:



    Gauss glaubt an die Vernunft der Welt: Abweichungen sind selten, Extreme Ausnahmen.

    Tschebyscheff hingegen rechnet mit dem Schlimmsten. Er verspricht keine Schönheit, keine Symmetrie, keine elegante Glocke. Er sagt nur: Wenn es einen Mittelwert und eine Streuung gibt, dann kann das Chaos nicht völlig außer Kontrolle geraten.

    In einer Welt aus Finanzkrisen, Ausreißern und Black Swans ist Tschebyscheff der Statistiker für Erwachsene: weniger Hoffnung, mehr Garantie.


    Hätte man vor 2008 – und leider vielfach auch heute noch – nicht schlicht unterstellt, dass die Risiken der eingegangenen Positionen annähernd standardnormalverteilt seien, sondern ergänzend verteilungsunabhängige Vergleichsrechnungen herangezogen, könnte Lehman Brothers womöglich noch existieren. Doch Konjunktive sind im Risikomanagement bekanntlich no-valeur-Ware.


    Aber logisch was hat das Gold der BB in London oder NY verloren?!

    wie im kleinen, so im großen ?)

    Und genau so ist es und na klar habe ich ein bisschen Gold bei meiner Nachbarin liegen.

    Ihr ahnt ja gar nicht, welche Vergünstigungen man dafür so bekommt. 😉 8) :P


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    Hier noch mal vom Großmeister Felix Zulauf  persönlich: Gold Ziel 8.000–12.000 US-Dollar – für alle, die meine Ausführungen zu den Viliganten etwas zu anstrengend fanden. Wehe das kommt nicht .......

    Aber solange die Gold-Preise zwischen SDV 1,5–2,6 schwanken und der Turbo rotglühend läuft, gibt es eigentlich nur eine Möglichkeit: abwarten und Tee trinken ☕️

    Bei Silber wurde er natürlich mal wieder krachend von der Realität überholt. :thumbup: :D

    So wie auch der hochgeschätzte Max Otte in seinem Buch: Weltsystemcrash – Stichwort Wirecard: Das Buch liest sich wie ein Wirtschaftskrimi im Stil von Ocean’s Eleven, Twelve oder Thirteen.


    Tja, irren ist eben menschlich. Und genau das macht das Mensch sein für mich ja eben auch aus.

    Ich stehe da eindeutig auf der Seite von Nassim Nicholas Taleb: also auf der Seite des Menschen – und gegen Ray Kurzweil mit seinen teils absurden Ideen des Transhumanismus. Auf einen solchen Gedankengang muss man erst einmal kommen; doch wer zu viel Zeit im Umfeld von Peter Thiel abhängt, kann durchaus bei derartigen absurden Ideen landen.

    Man ich möchte wirklich nur allzu gern wissen, was diese Tech-Tycoons eigentlich so rumgeht und was die meisten so rauchen. Ich denke die Menschen gewinnen den Wettlauf gegen die kommende Singularität mit der KD( Künstliche Dummheit). Und ja: Dafür kämpfe ich. Wer ist mit dabei?

    444,44 $

    In China sind Zahlen keine Mathematik, sondern Schicksal. Die 4 klingt wie „Tod“ – und ist entsprechend beliebt wie ein platter Reifen. Die 8 dagegen verspricht Reichtum, weshalb man in Hongkong für Nummernschilder mit vielen Achten locker sechsstellige Beträge hinlegt.

    Dass man das ernst nehmen sollte, lernen westliche Unternehmen gern auf die harte Tour. Eine oft erzählte Messe-Anekdote berichtet von einem deutschen Vorzeigeauto, das bei einer Weltausstellung unberührt stehen blieb – nicht wegen fehlender PS, sondern wegen einer 4 auf dem Kennzeichen.

    Im chinesischen Straßenbild gelten Autos mit einer 4 im Nummernschild als Pechträger. Sie wechseln schwerer den Besitzer, werden weniger geliebt und sehen manchmal auch genau so aus. Fazit: In China entscheidet nicht nur der Motor über den Wert eines Autos – sondern auch, ob sein Kennzeichen Unglück buchstabiert.

    sry wo kann mann in seinen Beiträgen etwas editieren? Ansonsten hilft bei mir nur den HTML code reinkopieren.

    Bei mir geht seit heute Nachmittag der Beitragseditor im Firefox / LibreWolf nicht mehr. ......

    Ich kann mir allerdings behelfen, indem ich mit der Maus drüberfahre, dann sehe ich die Buttons....

    Haben andere Firefox / LibreWolf User dasselbe Problem oder liegt es möglicherweise an meiner UTM-Firewall?

    oder Problem von der Forensoftware?

    Na ja anscheinend hast du ja gefunden wonach du gesucht hast. Worauf möchtest du genau hinaus? Welchen Wert meinst du?

    Was möchtest du konkret wissen? Und welchen Nutzen haben Informationen aus einem einzelnen Moment, wenn im nächsten Moment schon ein ganz anderes Lied gespielt wird?

    Genau das ist mir nämlich aufgefallen: Es wird zwar mit allen Formalitäten gearbeitet – Hallo, guten Tag, vielen Dank im Voraus, tschüss und so weiter – aber inhaltlich bleiben einfach nur große Fragezeichen.

    Was könnte er damit gemeint haben? Was hat er vor? Wofür braucht er diese Information überhaupt?

    Heute kauft derjenige, morgen verkauft wieder ein anderer. Ist das ein Boilerroom oder die nächste Nivdia? Ein Momentum-Trader? Ein Staatsfonds? Ein Bietergefecht ? usw. Der Trade-Preis und das Trade-Volumen sagen alles, alles andere ja: nice to have.

    Vielen Dank für die Freischaltung ☺ – ging ja in unter einem Monat! Als HFT ist das umgerechnet in „Erdzeit“ Äonen, pi mal Daumen – aber egal, geschafft ist geschafft. Vielen Dank!

    Entschuldigt bitte meine Ungeduld, ich hatte gerade Zeit und mich gefreut, mich mit anderen Goldbug's auszutauschen. Dann habe ich ein wenig mit der KI herumgespielt, und dabei kam etwas heraus, das so gar nicht meinem Naturell entspricht. Also so bin ich nicht, wenn man mich mal persönlich trifft. 8)

    Nun ja, ändern kann ich das nicht mehr. Jetzt habe ich den „Hut“ hier eben auf. Besonders interessant fand ich, durch das „Säurebad“ der Reaktionen die lieben Foristen persönlich kennenzulernen. Am besten gefiel mir dabei das Verständnis und die Proklamation des „Welpenschutzes“. Das hat mich überhaupt erst veranlasst, hier eventuell wieder mal etwas zu posten.

    Insgesamt bin ich jedoch von den einzelnen Reaktionen ein wenig vom Niveau und Gehalt hier im Forum enttäuscht obwohl ich natürlich sehe, dass es hier sehr viel Spezialwissen und Fähigkeiten gibt, die sehr interessant sind: Viele Beträg waren inhaltsleere Ein Zeiler oder bezogen sich nur auf Personen – offensichtlich mit der Absicht, den Beitrags- und Reaktionszähler hoch zutreiben. Auch die Grundhaltung „Wir sind die Schlauesten und haben immer recht“, verborgen hinter einer stocksteifen Sparbuchmentalität, ohne jede Makro- oder Tradingerfahrung bzw. totaler Ablehnung gepaart mit absolut übersteigertem Sicherheitsdenken, hat mich etwas schockiert. Es gibt keine Sicherheit. PUNKT! Es kann alles passieren. ;)

    Natürlich werden die Narrative über Edelmetalle, die nun schon „ewig alt“ sind – ich meine nicht Dekaden, sondern Jahrhunderte – immer mal wieder durch die Kursentwicklung, wie aktuell, bestätigt. Warum das so ist, konnte mir bisher auch noch keiner schlüssig darlegen. Und zwar unter der Prämisse, dass sich die Rahmenbedingungen in den letzten 3 Jahren nicht wesentlich geändert haben, also vom Zwischentief von Gold 1617 US/unze 10/2022 aus gerechnet. Außer dass wir seit ca. 1 Jahr einen neuen US-Präsidenten haben. LOL

    Das ist jedoch kein Timing oder korrektes Eskomptieren fundamentaler Entwicklungen, sondern erinnert eher an eine Uhr, die stehen geblieben ist – und dennoch zweimal am Tag die richtige Zeit anzeigt. Auch 1929 oder 2008 hätte alles völlig anders laufen können, wenn niemand als Erster „geschrien“ hätte: Der Kaiser hat keine Kleider.

    Das Fatale daran ist: Solange die Illusion besteht, kann die Irrationalität weitergehen und Realität bleiben. Ganz ähnlich wie bei Schrödingers Katze – erst wenn man hinschaut, entscheidet sich, ob sie „pari“ oder „unpair“ ist.

    Bitte nicht vergessen: Das Fiat-System hat zu dem Wohlstand geführt, den wir alle so schätzen, außer vielleicht Ulrike Herrmann, die ja ein ausgewiesener Kapitalismusfan ist, aber mit dem BIP von 1970 – und gerade in der EU wird der Wohlstand, in Deutschland 20 % weniger Industrieproduktion seit 2018, mit vollen Händen zum Fenster hinausgeworfen. Wir sind bald das wo Frau Herrmann hin will, dann will es aber keiner mehr gewesen sein. In China und Russland sieht es nicht viel besser aus, bei den USA wissen wir es noch nicht so genau. Weil: "The United States is the indispensable nation" M.A. 1998 :P

    Und nein, die Staatsverschuldung ist kein Indikator vor allem wenn man "le privilège exorbitant du dollar" hat – wie auch ohne das Privileg in Japan seit 35 Jahren gezeigt wird, kann das noch sehr lange so weitergehen, und wie das 1923 ohne den Ruhrkampf ausgegangen wäre, wissen wir auch nicht. Märkte können länger irrational bleiben, als Markteilnehmer liquide sind. Und RUS hat etwa 15 % Staatsverschuldung und produziert jedes Jahr ca. 330t Gold u.a. zum Beginn eines neuen Rohstoffsuperzyklus, und hat eine relativ unabhängige Zentralbank, die ich mir für US, EU, JP von CN ganz zu schweigen, wünschen würde. :saint: S.L.


    Zitat

    Madson, Wir können deine künftigen hochgeschhätzten Beiträge nach diesem Intro kaum erwarten. Nomen est Omen oder wie? Grüße Connor

    Bitteschööön lag nicht an mir das es so lange gedauert hat.

    An t-àite dhan bhuin mi