Die schnallen einfach nicht, dass die Russen nicht unser Feind und die Yankees und Israelis nicht unsere Freunde sind.
Völlig d’accord!
Zitat von blackpearlKrall hat das Problem das er manches schlichtweg nicht begreift, sich selbst aber für quasi allwissend hält, deshalb merkt er es nicht.
Was mich an deinem Beitrag wirklich fasziniert, ist die fast schon göttliche Erhabenheit, mit der du über Markus Krall urteilst. Ihn als jemanden darzustellen, der schlichtweg ‚nichts begreift‘ und sich seit Jahren im Kreis dreht, während du dich als derjenige positionierst, der die ‚Boomer-Falle‘ und die Weltlage exklusiv durchschaut hat, ist schon ein starkes Stück. Wer Krall zur intellektuellen Amöbe degradiert, nur weil er seine Kernthesen konsequent beibehält, verwechselt Standhaftigkeit mit Stagnation.
Dass du bei der Rollenverteilung von Freund und Feind (Russland/USA) die Kurve kriegst, rettet den Beitrag zwar inhaltlich, aber deine Analyse der deutschen Lage bleibt an der Oberfläche.
Man muss den Mut haben, die Dinge beim Namen zu nennen: Deutschland agiert nicht als souveräner Staat, sondern faktisch immer noch unter einem Besatzungsrecht der Nachkriegszeit. Die strategische Sabotage einer deutsch-russischen Kooperation ist kein neues Phänomen der letzten zwei Jahre – das ziehen die Angelsachsen (erst London, dann Washington) seit über 150 Jahren konsequent durch. Jedes Mal, wenn Deutschland und Russland sich annähern, fliegen irgendwo ‚Sicherungen‘ raus.
Nord Stream 2 ist das ultimative Denkmal dieser Unfreiheit. Eine lebenswichtige deutsche Infrastruktur wird erst politisch stranguliert und dann am Ende im Auftrag der USA gesprengt. Allerdings erst nach dem RUS den Hahn zugedreht hat. Bitte nicht vergessen.
Das ist die Realität, in der wir uns bewegen. Wer das als ‚Coronazirkus-Nachfolger‘ oder einfache ‚Boomer-Falle‘ abtut, verkennt, dass es hier um die nackte Existenz unserer industriellen Basis geht.
Bevor du also Krall vorwirfst, er würde sich nicht weiterentwickeln, solltest du dich fragen, ob deine eigene Analyse der ‚Schaltstellen der Macht‘ nicht noch viel radikaler sein müsste.
Krall benennt die systemischen Fehler im Geldwesen – die geopolitischen Fehler der Fremdbestimmung Deutschlands sind die beiden Seiten ein und derselben Medaille. Er rüttelt Menschen auf, die mit betreutem Denken des MSM vor sich hin dümpeln.
Einige Punkte, die man bei aller Eloquenz kritisch hinterfragen muss:
- Die Timing-Falle: Wer seit fast einem Jahrzehnt (man erinnere sich an seine Prognosen von 2017, 2019, 2020...) den totalen Systemkollaps innerhalb von 'Monaten' vorhersagt, betreibt keine seriöse Ökonomie, sondern monetäre Endzeit-Prophetie. Ein blindes Huhn findet zwar irgendwann ein Korn, aber wer permanent den Weltuntergang ausruft, verliert bei der zehnten Fehlprognose schlicht seine Glaubwürdigkeit als Stratege.
- Der 'Draghi-Crash'-Irrtum: Kralls These, dass das Bankensystem unter der Zinswende sofort implodieren würde (Stichwort: Zombifizierung), hat die enorme Anpassungsfähigkeit der Märkte und die Liquiditätsmechanismen der Zentralbanken unterschätzt. Die Realität hat seine mathematischen Modelle zur Kernschmelze bisher schlicht widerlegt.
- Die politische Sackgasse: Sein Versuch, libertäre Prinzipien mit einem fast schon autoritär-monarchistischen Gesellschaftsbild zu kreuzen, ist ein logischer Widerspruch, den er rhetorisch zwar gut verpackt, der aber bei näherer Betrachtung in sich zusammenfällt.
Beides gehört zusammen, auch wenn es nicht in das bequeme Bild einer ‚Weiterentwicklung‘ passt, die du bei anderen vermisst.