Hallo Pauli,
erstmal, ich möchte bestimmt nicht infragestellen, daß der WGC, vorsichtig ausgedrückt, ein "Verschleierungskartell" ist.
Trotzdem scheint mir Deine Argumentation nicht ganz sauber.
Erstmal, Recycling heißt nun mal Recycling (Industrie-/Schmelz-/Zahngold etc.) und eben nicht "Sekundärmarkt für Münzen/Barren"
Auch hat der WGC nicht ganz unrecht, wenn er den Markt nur "von oben" betrachtet und die zahlreichen, überhaupt nicht erfaßbaren privaten Deals außen vor läßt. Und wenn's dann heißt, "Goldnachfrage in Indien um 40% abgenommen", dann sagt das - natürlich! - rein gar nichts darüber aus, wieviel sich die Inder untereinander verschachert/vererbt/umgeschmolzen oder sonstwas haben, sondern lediglich, daß die Neuaufnahme des gesamten Marktes entsprechend zurückgegangen ist. Natürlich gibt es auch hier Unsauberkeiten, nicht erfaßte Im-/Exporte, aber auch für diese gilt, wo ein (nicht registriertes) "Plus" ist, ist anderswo ein (nicht registriertes) "Minus".
Nimm's mir nicht übel, aber Deine ausschweifende Argumentation ist diesbezüglich zumindest irreführend.
Der WGC rechnet halt "vereinfacht" und nimmt nur die Bewegungen von Zentralbanken, Minen, Schmelzen, Metallbörsen zur Kenntnis. Das andere läßt er außen vor, weil eben "nicht erfaßbar". Ich halte das für methodisch durchaus legitim und korrekt - was natürlich längst nicht heißt, daß die WGC-Zahlen stimmen, usw. Und selbst wenn Gold aus Minen "schwarz" verkauft wird, dann erhöht das die faktische Goldproduktion, denn das Gold geht dann ja wohl nicht durch die Minenbücher!?
Natürlich, die Knackpunkte sind Minenhedges, ETFs und die Undurchsichtigkeit bzgl. der Zentralbanken. Aber das andere, "private Bartergeschäfte" etc., sorry, streich das aus Deiner Rechnung, es ist letztlich irrelevant, weil wo ein Käufer ist, ist auch ein Verkäufer ![]()
Gruß Milly