Ich lese die Artikel von Herrn Eichelburg seit längerer Zeit und habe seinen Aufstieg vom autodidaktischen Goldbug hin zu einem der meist- und kontroverstdiskutiertesten Finanzexperten des deutschsprachigen Raums unserer Tage mit Interesse verfolgt. Ich schätze seine immense Produktivität im Zusammenstellen und Interpretieren von Fakten sehr. Darüber hinaus unterstelle ich Herrn Eichelburg in seinem Sendungsbewußtsein die edelsten und uneigennützigsten Motive.
Bzgl. der Kritik ist es einfach: Wer sich mit seiner Meinung in die Öffentlichkeit begibt, muß mit Kritik rechnen und mit ihr umgehen können - unabhängig davon, ob sein Sendungsservice kostenfrei oder die Kritik im Einzelfall berechtigt ist. Wer will letzteres auch entscheiden? Ich kritisiere ihn ja ebenfalls in gewissem Sinne, allerdings aus ganz anderer Richtung als die veröffentlichten Leserbriefe. Aber in einem viel höheren Maße als ich ihn kritisiere, mache ich mir um Herrn Eichelburg als Menschen Sorgen; letzteres wahrscheinlich, weil er mir auf seine Art sympathisch ist.
Herr Eichelburg hat sich zu einem Propheten - im streng nichtreligiösen Sinne - entwickelt. Wer seine zugespitzten und mit recht bizarren Stilmitteln versehene Artikel verfolgt und ihn auf z.B. der Edelmetallmesse in München erlebt hat, kann mir vielleicht folgen. Er predit Edelmetalle und - vor allem - stellt den Zusammenbruch unseres Fiat Money Systems als greifbares Ziel dar. Schon allein diese Zieldefinition gepaart mit seinem Sendungsbewußtsein empfinde ich persönlich als moralisch bedenklich, aber die projizierte kurzfristige Greifbarkeit wird sich zu seinem Hauptproblem entwickeln, wenn der Crash dann nicht bald eintritt. Hier könnte er könnte das Schicksal aller (falschen) Propheten teilen.
Gesetzt den Fall, der Crash kommt in den nächsten fünf Jahren nicht. Wie lange kann ihn Herr Eichelburg noch Monat um Monat verschieben? Wie kann er das als Person aushalten, ohne dem Wahn zu verfallen? Wie gesagt, ich mache mir eben aus Sympathie Sorgen...