Auch wenn wenig über die 1856er Krise geschrieben wird: sie muss wohl recht heftig gewesen sein: ähnlich wie 1929 und auch heute gab es massenhaft Weltuntergangsphantasien.
Wiki zu den Folgen der Krise:
'Vom 1. Juli 1857 bis zum 1. Juli 1860 hatten sich die Regierungsschulden von $28 Mio. auf $64 Mio. mehr als verdoppelt.
Durch die Krise verschärften sich einige Gegensätze zwischen den Nord- und Südstaaten weiter, so dass es letztendlich zur Sezession der Südstaaten kam, die den amerikanischen Bürgerkrieg auslöste.
Im Laufe der Krise forderten die Nordstaaten, insbesondere Pennsylvania, Schutzzölle auf Waren aus Europa, um die eigene Wirtschaft zu stützen. Für den Süden war jedoch die Finanzkrise der Regierung ein Vorteil, da man dort eine starke Regierung in Washington fürchtete, die sich gegen die Ausdehnung der Sklaverei wehren könnte.
Einige Nordstaaten forderten weiterhin, dass Ländereien im Westen verschenkt werden sollten. Man hoffte, dass arbeitslose Menschen dann ihre eigene Farm eröffnen und so selber für ihr Einkommen sorgen könnten. Für die Südstaaten war ein solches Gesetz aber nicht hinnehmbar, da zu erwarten war, dass Siedler aus dem Norden dann gegen Sklaverei in den Territorien stimmen würden und die Sklaverei somit eingeschränkt werden würde.'
Friedrich Engels am 15.11.1857 an Marx:
'...Das Merkwürdigste ist, daß die Yankees zwar, wie immer, mit ausländischem Kapital, aber diesmal besonders mit kontinentalem geschwindelt haben. Die Bürokraten und Rentiers, die in Deutschland alles für sich aufgekauft haben, was nur amerikanisch war, werden schön bluten müssen...'
Man sieht, die deutschen Deppen haben sich nicht geändert seitdem.
Friedrich Engels am 7. 12. 1857 an Marx:
'In Hamburg sieht es großartig aus. Ulberg & Cramer (Schweden), die mit Schulden von Banko Mark 12.000.000 falliert sind (worunter sieben Millionen Wechsel auf sie!), hatten ein Kapital von nicht mehr als 300000 Mark!! Eine Masse Kerls sind bloß dadurch hereingeritten, daß sie für einen einzigen fälligen Wechsel keine Bargelder auftreiben konnten und vielleicht den hundertfachen Betrag in momentan wertlosen Wechseln im Pult hatten. So komplett und klassisch ist noch nie Panic gewesen wie jetzt in Hamburg.
Alles ist wertlos, absolut wertlos außer Silber und Gold. (...) Die ganze Geschichte in Hamburg beruht auf der großartigsten Wechselreiterei, die je gesehen worden. Zwischen Hamburg, London, Kopenhagen und Stockholm ist dies am tollsten getrieben worden. Der amerikanische crash und der Fall in Produkten brachte dann die ganze Geschichte an den Tag, und für den Moment ist Hamburg kommerziell vernichtet. Die deutschen Industriellen, besonders in Berlin, Sachsen, Schlesien, werden damit wieder schwer gepackt. (...)
Unter den Philistern hier wirkt die Krisis stark aufs Trinken. Niemand kann es zu Hause allein mit der Familie und den Sorgen aushalten, die Klubs beleben sich, und die Konsumtion von liquor wächst stark. Je tiefer einer drein sitzt, desto gewaltsamer strebt er, sich aufzuheitern. Am nächsten Morgen ist er dann das schlagendste Exempel von moralischem und physischem Katzenjammer.'
Friedrich Engels am 31. 12. 1857 an Marx:
'Augenblicklich schwindelt sich das Volk hier in dem Glauben, die Krise ist vorüber, weil die erste Phase, die Geldkrisis mit ihren unmittelbaren Folgen, vorüber ist. Im Grunde glaubt doch immer noch jeder einzelne Bourgeois, daß sein spezieller Geschäftszweig und namentlich sein eigenes Geschäft völlig gesund gewesen sei (...) Lange wird das nicht dauern (...) Jetzt Prosit Neujahr für die ganze Familie auf das Krawalljahr 1858.'
Na dann Prost!