US-Wirtschaft Auf breiter Front
von Matthias Eberle
Allmählich wird das ganze Ausmaß deutlich, mit dem die Kreditkrise quer durch die US-Wirtschaft wütet. Das Schlussquartal 2008 ist für "Corporate America" verheerend ausgefallen, die Folge sind Massenentlassungen in der größten Volkswirtschaft der Welt. Unter Ökonomen gilt zwar als unstrittig, dass viele Konzerne schlanker in den Abschwung gehen als etwa nach dem Platzen der Internetblase. Dennoch wird die Lage am Arbeitsmarkt dramatisch, weil der scharfe Einbruch der US-Konjunktur mit herkömmlichen Methoden nicht mehr aufzufangen ist.
Wer keinen anderen Ausweg mehr sieht, die Kosten den gesunkenen Erlösen anzupassen, legt die Axt ans Personal. Überraschend ist dabei allenfalls, welche Breite die Entlassungsorgie bereits erreicht hat: Dass konjunkturabhängige Firmen wie Alcoa<img src="http://www.handelsblatt.com/images/icon/loading.gif" align="center" /> (Aluminium) ihre Belegschaften ausdünnen, liegt auf der Hand. Wenn aber zeitgleich Kraftwerke wie General Electric<img src="http://www.handelsblatt.com/images/icon/loading.gif" align="center" /> ausfallen, Microsoft<img src="http://www.handelsblatt.com/images/icon/loading.gif" align="center" /> Alarmsignale sendet und selbst Google<img src="http://www.handelsblatt.com/images/icon/loading.gif" align="center" /> erstmals in seiner Firmengeschichte Personal abbaut, sagt das einiges aus über den aktuellen Zustand der US-Wirtschaft.
Dabei befinden wir uns noch in einer Frühphase des Stellenabbaus. Erst am Ende einer Rezession kommt es zu den meisten Entlassungen. Blicken wir etwa auf die US-Autoindustrie: Über den bevorstehenden Totalschaden in Detroit ist zwar schon viel geschrieben worden, die schmerzlichen Personaleinschnitte stehen aber noch bevor. Das Gleiche gilt für die Handelsbranche, die nach einem miserablen Weihnachtsgeschäft vor einer Welle von Pleiten steht. Der neue Präsident Barack Obama wird 2009 allenfalls die Hoffnung verbreiten können, dass auch diese Krise irgendwann vorbeiziehen wird. Ein Jobwunder ist aber weit und breit nicht in Sicht.
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Gruß Henry