US-Wirtschaft: Infusionen der US-Zentralbank und von Wall Street verschleiern die harte Realität der Rezession
- Was sich hinter den offiziellen Nachrichten verbirgt (5. Juni 2007) -
Die Rezession hat sehr wohl eingesetzt. Mit einem US-Wirtschaftswachstum von nur noch 0,6% im ersten Quartal 2007 (1) (also noch schwächer als die von LEAP/E2020 in seiner Multi-Devisenberechnung derUS-BSP-Entwicklung veranschlagten 0,8%) tritt die US-Wirtschaft faktisch auf der Stelle, und wird bald zu schrumpfen beginnen (was sie, wenn man ihre Entwicklung in Euro, Pfund Sterling oder Yuan berechnet, bereits seit zwei Quartalen macht; vgl. 15. Ausgabe des GEAB).
Der Immobilienmarkt stürzt weiter ab (die Verkaufszahlen sind im April um 3,2% zurück gegangen), die Einkommen der US-Haushalte sinken (-0,1%), während gleichzeitig die Sparquote immer weiter in negative Bereiche rutscht (-1,3% im April) (2), ... die Liste der objektiven Indizes im roten Bereich ist lang. Aber die "Traumfabrik", zu der inzwischen die Mehrzahl der Medien und der Wirtschafts- und Finanzexperten verkommen sind, richtet lieber das Augenmerk auf die "Vertrauensindizes" (d.h. subjektive und damit ungenaue Indizes, die von Moden und Stimmungen abhängen, und die ja gerade die Schöpfungen genau dieser Medien und Institutionen mit dem Ziel der Manipulation sind) (3).
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Sparquote der US-Haushalte - Quelle Federal Reserve of Saint Louis
Zeit zu verschaffen, um sich auf den Umbruch vorzubereiten. Die "kleinen" Investoren zahlen in der Regel die Zeche dieser Aktionen, denn ihnen wird dadurch erschwert, die neuen Realitäten frühzeitig zu erkennen. Und wenn sie dann zur Einsicht gelangen, ist es zu spät und Verluste sind unvermeidbar.
Zur Zeit stellt man sich die große Frage, ob das US-Wachstum wieder anziehen oder ob die Rezession sich vertiefen wird. Deshalb ist es angebracht, nun einmal einen der Schlüssel-Indizes der letzten Wochen unter die Lupe zu nehmen, aus dem wir sehr wohl ableiten können, dass es keinen Zweifel mehr daran geben kann, dass sich die US-Wirtschaft in einer Rezession befindet; und warum ohne die unheilige Allianz zwischen US-Zentralbank und Wall Street die allgemeine Erkenntnis davon schon längst eingesetzt hätte.
Dazu wollen wir den Index der wichtigsten Wirtschaftsindikatoren (leading indicators) vom (17.) Mai 2007 anschauen, ein Index, der jeden Monat vom Conference Board herausgegeben wird. Dieser Index umfasst die wichtigsten Wirtschaftsindikatoren des Monats und versucht, einen allgemeinen Wert zu bestimmen, der geeignet sein soll, die Tendenz der US-Wirtschaft in den folgenden Monaten erkennbar werden zu lassen. Im Mai 2007 rutschte dieser Index der wichtigsten Wirtschaftsfaktoren in den negativen Bereich (-0,5%), was wohl ein Hinweis darauf sein dürfte, dass die Wirtschaft in den folgenden Monaten schrumpfen wird. Aber es nicht der Index an sich, der uns hier interessiert, sondern wie er zusammen gestellt und berechnet wird.
Denn wenn man sich seine 10 Bestandteile im einzelnen anschaut (Baugenehmigungen, wöchentliche Arbeitslosigkeit, Industrieaufträge ohne Verteidigungsausgaben, Verbraucheroptimismus, Einzelhandelsumsatz, Arbeitsstunden im herstellenden Gewerbe, Staffelzinsen, Aktien und Geldmengenzuwachs), stellt man fest, dass im Mai 2007 nur die Bestandteile Aktien und Geldmengenzuwachs sich im positiven Bereich bewegten. Alle anderen waren negativ.
Seit Februar 2006 hat LEAP/E2020 immer wieder und in mehreren Ausgaben des GEAB darauf hingewiesen (4), dass die US-Zentralbank und die großen, in den USA tätigen Geschäftsbanken an einem Strang ziehen, um die politischen, wirtschaftlichen und finanziellen Interessen der USA zu bedienen. Diese Kollusion zwischen der Zentralbank und inbs. den großen US-Geschäftsbanken hat einen Umfang erreicht (5), den es in der bisherigen US-Geschichte noch nicht gegeben hat, und zwar in verschieden Bereichen und mit verschiedenen Zielen, sei es, um die Menge der in der Welt im Umlauf befindlichen US-Dollars zu steigern, um somit die kollosalen Schulden der USA zu verwässern, sei es, um mit Hilfe des Plunge Protection Teams einen Kurssturz an den Börsen zu verhindern bzw. nunmehr unmittelbar zur Aktienhausse beizutragen, um zu verschleiern, dass die US-Wirtschaft sich in einer Rezession befindet.
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Aktiva Goldman Sachs im Verhältnis zum Bankenkredit der US-Zentralbank (Quelle Financial Sense University)
Wenn die Zukunft einer nationalen Wirtschaft nur noch vom Geldmengenzuwachs und von den Aktienkursen abhängt, dann drängt sich die Erkenntnis auf, dass diese Wirtschaft eigentlich nur noch auf dem Papier existiert. Dies insbs. dann, wenn, im Gegensatz zu dem, was die "Traumfabrik" verbreiten möchte, die Resultate der US-Unternehmen im ersten Quartal extrem schwach ausfielen: durchschnittlich 3% für die US-Unternehmen. Da fehlt viel zu den 10 und mehr Prozent der vergangenen Jahren und den "guten" Zahlen der Rendite pro Aktie, die die Unternehmen des Dow Jones angekündigt haben, die im wesentlichen nur darauf zurück zu führen sind, dass deren Zahl dank der massiven Rückkäufe der US-Unternehmen sich verringert hat.
Auch hier muss man hinter die schöne Fassade der Wall Street schauen, um die Wirklichkeit zu erkennen. Und das ist die Aufgabe, der sich jeden Monat neu der GlobalEuropa Antizipations-Bulletin verschrieben hat.
http://www.leap2020.eu/US-Wirt…t-der-Rezession_a689.html