Die letzte Bastion der Optimisten sei bei $ 1330 - so wie z.B. heute gerade. Falle der Goldpreis gar unter die 200-Tage-Linie bei $ 1270, sei die gesamte seit 2001 andauernde Goldrally in Gefahr, sagen die Experten im Handelsblatt.
http://www.handelsblatt.com/fi…te-gegen-aktien;2744308;4
Experten raten von Gold ab
Vor einem Jahr setzten die vier Experten an gleicher Stelle auf Gold - und alle behielten Recht. Die Feinunze Gold verteuerte sich seitdem um 30 Prozent. Diesmal raten sie einträchtig vom Edelmetall ab. Der jüngste abrupte Preisverfall um mehr als 100 Dollar ist für die technischen Analysten mehr als nur ein Ausrutscher.
Seit Anfang Januar hat sich der Preis für die Feinunze Gold um acht Prozent verbilligt. Grund dafür ist nach Ansicht der meisten Finanzmarktexperten die höhere Risikobereitschaft vieler Anleger, angesichts der rasanten Konjunkturerholung wieder vermehrt auf Aktien zu setzen. Dabei verliert Gold seinen Nimbus als Angstwährung. Vor allem kurzfristig orientierte Investoren lösten in den vergangenen Tagen abrupt Goldpositionen auf, nachdem der Preis charttechnische Unterstützungen gerissen und damit automatische Verkaufsaufträge auslöst hatte.
"Das Chartbild hat alles, was eine typische Trendwende nach unten erfordert", urteilt Wieland Staud. Schon seit vielen Wochen kündigte sich das Ende der Hausse an: Erst bauten sich negative Divergenzen auf, so Staud. Das heißt vereinfacht ausgedrückt, der Goldpreis tat sich in den vergangenen Wochen immer schwerer, neue Hochs zu erklimmen. Jede Korrektur fiel dafür umso deutlicher aus.
Dann erreichte der Goldpreis keine neuen Hochs mehr. Nun lasse das Chartbild gar eine klassische "Topbildung" erkennen: dicht beieinander stehende Hochs, wobei die mittleren Kursspitzen höher als die seitlichen ausfallen - ähnlich einem Halbkreis oder einer Tasse, einem sehr bearishen Signal. Dies nutzen viele Anleger zum Ausstieg.
Während Staud und Kollege Deppermann nun Kurse von 1.000 Dollar in Reichweite sehen, also noch einmal 300 Dollar weniger als aktuell, halten Henke und Altmann die "letzte Bastion der Optimisten" bei 1.330 Dollar im Auge. Fällt der Goldpreis nachhaltig unter dieses Niveau, also auf Basis mehrerer Tagesschlusskurse, dann beurteilen auch Henke und Altmann die Trendwende nach unten als vollzogen.
Als "letzten Halt" sieht Henke schließlich noch die 200-Tage-Linie: Der Durchschnittspreis der letzten 200 Handelstage liegt derzeit bei 1 270 Dollar. Fällt Gold auch darunter, dann gerate sogar die gesamte - und 2001 bei nur 250 Dollar gestartete - Goldhausse in Gefahr.