Jetzt wagen sich die ganz harten Goldfeinde wieder aus der Deckung -- Gold runter auf $ 500 - es gibt keinen Grund, warum es seine alten Höchststände wieder erreichen wird in einer "Japanisierung" der Welt, die uns bevorsteht, schreibt dieser Herr:
Die Goldblase ist geplatzt – wieder einmal
Und jetzt? Eigentlich müsste der Goldpreis doch steigen, aus mindestens drei Gründen:
1. Es sieht danach aus, als ob das allgemeine Zinsniveau angesichts der miesen Wirtschaftsaussichten nicht steigen, sondern sinken wird – das heißt, es wird relativ attraktiver, Gold zu halten; der Zinsvorteil von Geldmarktanlagen gegenüber dem unverzinslichen Gold schwindet;
2. Die Staatsschuldenkrise wird im Euroland immer kritischer, und niemand weiß, wie das alles enden soll – die Pleite von Lehman Brothers könnte sich schon bald als idyllisches Vorspiel erweisen;
3. Der Schweizer Franken ist seit neuestem eine Art Ersatzeuro, verzinst sich aber viel schlechter und taugt daher noch weniger als safe haven als der Euro selbst – da bleibt doch nur noch Gold, oder?
Warum also ist der Goldpreis seit dem 5. September um knapp 13 Prozent eingebrochen? Ich glaube, meine Stunde ist jetzt gekommen. Es wird weiter in Richtung Süden gehen, vermutlich bis hinunter auf ein Niveau von 500 Dollar. Jetzt geht es darum, wer der letzte Dumme sein wird, der auf seinem Gold sitzen bleibt. Was ist diesmal anders als im Januar? Hier die Gründe:
Die Blase war schon im Januar sehr dick, Anfang dieses Monats dann noch mal viel dicker – ihr Platzen war immer wahrscheinlicher geworden.
Die Prognosen für das Wachstum der Weltwirtschaft sind in den vergangenen Wochen auf geradezu dramatische Weise nach unten revidiert worden. Der Internationale Währungsfonds erwartet für die Jahre 2011 und 2012 nunmehr Zuwachsraten von 4,0 Prozent; damit wird die Outputlücke wieder größer und die Arbeitslosigkeit steigt. In den reichen Ländern wird die Inflationsrate im nächsten Jahr auf 1,4 Prozent zurückgehen (WEO September 2011, S. 2) – niemand braucht Gold mehr als Inflationsschutz.
Gewinnmitnahmen! Da die Aktienkurse angesichts der zunehmend mauen Wirtschaftslage purzeln und Anleger daher zunehmend gezwungen sind, ihre Kredite zurückzuzahlen und margin calls zu bedienen, werden solche Aktiva verkauft, bei denen man noch Gewinne realisieren kann. Gold gehört dazu.
Die Preise fast aller anderen Rohstoffe sind seit Monaten rückläufig: Die Assetklasse “Rohstoffe” hat, jedenfalls vorläufig, ihre Attraktivität verloren, da die Anleger zunehmend auf einen stetigen und sicheren Cash Flow achten; der Goldpreis lebt von seinem Anstieg, und der ist höchst unsicher in einer Welt, die auf japanische Verhältnisse zutreibt. Wenn die laufenden Zinsen immer weiter sinken, müssen die Sparer noch mehr sparen, wenn sie im Alter ein bestimmtes Einkommen aus ihren Kapitalanlagen haben möchten. Das ergibt einen sich selbst verstärkenden Prozess, der eine neue Rezession wahrscheinlicher macht. Jedenfalls ist den Sparern – und den Versicherungen – mit Rohstoffen nicht geholfen.
Gold ist zudem ein sogenanntes high beta asset, will heißen, sein Preis übertreibt gewaltig auf dem Weg nach oben, und verliert umso mehr, wenn es in die andere Richtung geht.
Ich wage außerdem die Behauptung, dass die Eurokrise nicht in die Katastrophe führt und der Euro nicht untergehen wird. Wie immer, wird es nach einigen Brüsseler Nachtsitzungen und unerfreulichen Kompromissen zu einer Lösung kommen – vermutlich in Gestalt gemeinsamer Anleiheemissionen und verstärkter gegenseitiger Haftung; damit rückt die politische Union wieder einen Schritt näher. Der Euro bekommt Schützenhilfe von einem europäischen Finanzministerium, auch wenn das bis auf Weiteres unter dem unschönen Namen European Financial Stability Facility (EFSF) firmiert. Das hatte ihm bisher gefehlt und ihn gegenüber Dollar, Yen und Pfund in der Wahrnehmung der Anleger benachteiligt.
http://blog.zeit.de/herdentrie…%80%93-wieder-einmal_3572