@ Kalle14
..danke, habs gelesen...
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Rußland
Chodorkowskij bietet Kreml Aktien an
07. Juli 2004 Unmittelbar vor einem drohenden Insolvenzverfahren haben die Großaktionäre des russischen Ölkonzerns Yukos ihre Aktienmehrheit dem Staat angeboten, um das Unternehmen in letzter Minute zu retten.
Der seit acht Monaten inhaftierte Ölmilliardär und Firmengründer Michail Chodorkowskij sei bereit, alle oder einen Teil seiner Aktien abzugeben, um eine Pleite von Yukos zu verhindern, meldet die „Financial Times“ am Mittwoch. Ein entsprechender Vorschlag sei von Yukos in einem Schreiben Ministerpräsident Michail Fradkow und Finanzminister Alexej Kudrin übermittelt worden.
Chodorkowskij besitzt mit seinen Partnern 44 Prozent an Yukos. Im Gegenzug erwarte Yukos, daß Gerichtsurteile aufgehoben werde, nach denen die Konten des Unternehmens eingefroren sind und dem Unternehmen die Veräußerung jeglicher Aktiva untersagt ist.
Vorschlag zum Ende der Zahlungsfrist für Steuerschuld
Der Vorschlag der Aktionäre erfolgte unmittelbar bevor die Zahlungsfrist für eine Steuerschuld von 2,8 Milliarden Euro am Mittwoch ablief. Der Betrag ist die Hälfte der 5,6 Milliarden Euro, die der Staat bisher als Steuerschuld von Yukos fordert. Der Ölkonzern kann die Schuld nicht zahlen, da ihm durch die Gerichtsurteile die Hände gebunden sind. Ab diesem Donnerstag kann der Staat deshalb auf die Vermögenswerte von Yukos zurückgreifen. Yukos hatte mehrfach vorgeschlagen, die Steuerschuld in Raten im Laufe von drei Jahren zu zahlen, was jedoch bisher abgelehnt wurde.
Bis zum Mittwochnachmittag sah es nicht danach aus, als würde die russische Führung auf das Angebot eingehen. Der Büroleiter von Ministerpräsident Fradkow teilte mit, man habe bisher keinen solchen Brief erhalten. Finanzminister Kudrin sagte, er habe „wegen eines Kurzurlaubs“ keine Möglichkeit gehabt, den Brief zu lesen.
Reaktion Putins steht offenbar noch aus
Offenbar wartet man auf eine Entscheidung von Präsident Putin. An diesem Donnerstag nimmt Bundeskanzler Schröder gemeinsam mit Putin an einem Wirtschaftsforum in Moskau teil. Die Yukos-Affäre, so hieß es vorher, werde dabei kein Thema sein.
Yukos nahm zu der neuen Entwicklung am Donnerstag keine Stellung, doch einer von Chodorkowskijs Anwälten, Anton Drel, bestätigte indirekt den Vorschlag. Chodorkowskij habe „wiederholt gesagt, daß er zu finanziellen Einbußen bereit ist - einschließlich solcher im Zusammenhang mit Aktien“, sagte Drel der Agentur Reuters. Die Aktie von Yukos, deren Wert sich in den vergangenen Monaten halbiert hatte, legte am Mittwoch an der Moskauer Wertpapierbörse mehr als zehn Prozent zu.
Kompensation für Großaktionäre noch unklar
Unklar blieb am Mittwoch, ob die Großaktionäre für ihre Aktien im Wert von mehreren Milliarden Euro eine finanzielle Kompensation erwarten. Nach Meinung unabhängiger Beobachter hat der Kreml derzeit wenig Veranlassung, auf den Vorschlag einzugehen. Die Zeit spiele für den Staat, solange die Behörden Yukos mit immer neuen Steuernachforderungen in die Enge treiben könnten, heißt es.
Dabei sind sich die Fachleute einig, daß Yukos Gesetzeslücken zur Verminderung seiner Steuerlast im In- und Ausland nutzte, was möglicherweise als amoralisch, aber nicht als illegal galt und übliche Praxis aller russischen Großunternehmen war.
Die Yukos-Affäre entspringt einem Machtkampf zwischen Präsident Putin und dem ehrgeizigen Unternehmer Chodorkowskij, der seinen Reichtum auch in politischen Einfluß umzumünzen versuchte. Daß das ehemals größte Unternehmen des Landes dabei gezielt in den Ruin getrieben wird, verunsichert die Investoren in Rußland.
Amerikanische Regierung zweifelt an Einhaltung der Investorenrechte
Die amerikanische Regierung äußerte sich abermals besorgt über den Fall. Es gebe ernsthafte Zweifel, daß Investorenrechte respektiert würden; auch scheine es einen Mangel an Rechtsstaatlichkeit in dem Verfahren zu geben, sagte der Sprecher des Außenministeriums am Mittwoch.
Kritik übte auch die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in Paris. Es gehe im Yukos-Fall um eine „hochgradig selektive“ Durchsetzung von Recht, heißt es in einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht zur russischen Wirtschaft. „Die Gerichte unterwerfen sich oft der Exekutive, während die Sicherheitskräfte, die Staatsanwaltschaft und Polizei in hohem Maße politischem Einfluß unterliegen“, heißt es weiter.
Quelle: http://www.faz.net
.... Ja...die Entscheidung steht aus... wie es ausgeht läßt sich momentan nicht sagen...doch wie heißt es ...nicht gierig werden...auch mal zufrieden sein...
Aus diesem Grund habe ich meine Position soeben bei einem Kurs von 25,25 € glattgestellt.
Ja, ich muß sagen...die Yukos Aktie hat mir viel Freude bereitet... im letzten trade sind wieder weit über 20 % hängen geblieben...
Schön wäre es, wenn der eine oder andere User im Forum ebenfalls den Mut hätte, uns Life an seinen Aktivitäten teilhaben lassen würde...
...natürlich kann auch mal was in die Hose gehen... doch das wissen wir alle...