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Für mich ist der Fall relativ eindeutig. Und ich sehe es anders.
Nicht nur wegen dieser Vorwürfe, sondern allgemein hat Wirecard ein Geschäftsmodell, dessen Profitabilität sich in den nächsten 10 Jahren erheblich abschwächen könnte.
Die Fin-Tech Branche lebt davon, dass sie etwas \"neues\" kreiert. Aber im Endeffekt sind es doch nur \"Dienstleister\", die im Wettbewerb stehen.
Dass sich Wirecard hier im Gegensatz zu anderen Anbietern (Paypal, Visa,...)
Märkte und Nischen ausgesucht hat, die als schwer zu beackern gelten, hat das Unternehmen in den letzten Jahren erheblich wachsen lassen.
Nur dieses Wachstum würde ich nicht fortschreiben. Darum hinterfrage ich die aktuelle Bewertung einmal.
Die Aktie hat sich in den letzten Jahren in den Himmel geschraubt, wie andere Techs. Es ist eine allgemeine Überzeugung in der breiten Anlegerschicht eingekehrt, dass Techs nur wachsen können, ohne Unterbruch. Erstaunlicherweise kommen diese Phasen immer, nachdem der NASDAQ eine Jahresrendite von 20% p.a. über längere Zeiten erreichte. Wer dann - allgemein gesprochen - für das nächste Jahrzehnt investierte, fuhr bestenfalls unterdurchschnittliche Gewinne ein.
Bei Wirecard kommt hinzu, dass hier doch zumindest einige Auffälligkeiten bestehen, die selbst der größte Optimist nicht erklären kann [Blockierte Grafik: http://www.dasgelbeforum.net/img/smilies/freude.gif]
1.) Warum werden die Umsatzprognosen stets und immer praktisch exakt getroffen bzw. übererfüllt, ohne jemals ein Haar in der Suppe?
2.) Warum ist Wirecard in Ländern aktiv, die Kapitalverkehrskontrollen haben und baut das Geschäftsmodell nicht zum Teil darauf auf, dass genau diese Kontrollen umgangen werden können?
3.) Warum gerät Wirecard ins Licht der Ermittlungen, im Hinblick auf Geldwäschevorwürfe? Arbeitet die Singapurer Polizei etwa mit der FT zusammen?
4.) Weshalb tut der Vorstand relativ wenig um alle Fakten aufzuklären? Er sagt nur wiederholt, wie Du es auch aufgreifst, dass absolut nichts an den Vorwürfen dran sei, aber tut in der Öffentlichkeit relativ wenig, um die Vorwürfe wirklich zu entkräften.
5.) Weshalb wird ein CFO, was ja nicht mal eben eine unwichtige Position ist, in einem hochregulierten Umfeld wie Singapur frei gestellt?
Sollte das mit den Vorwürfen und Ermittlungen in Zusammenhang stehen, warum geschah das dann nicht schon vorher? Wollte man intern die Dinge aussitzen?
Hätte Wirecard bereits vor Monaten reagiert, wäre an die Öffentlichkeit getreten, hätte von einem möglichen \"Fehlverhalten\" des Asien-Office gesprochen und hätte sofort Konsequenzen gezogen, wären sie viel glaubwürdiger gewesen.
Nun hängt der Anleger in der Luft.
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Warum sollte es dann wieder zu neuen Höchstkursen über 150 Euro in nächster Zeit kommen? Ist es nicht vielleicht ebenso wahrscheinlich, dass die Aktie noch unter 60 Euro fällt, falls die Vorwürfe doch nicht \"konstruiert\" wurden und könnte die Aktie nicht auch einfach 2-3 Jahre zwischen 80-120 Euro seitwärts tendieren?
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