Moin moin,
ich habe den Company Maker von Uli Pfauntsch (korrigiert, danke BG) abonniert. In der aktuellen Ausgabe steht ein Artikel zu Energy Fuels.
Ich stelle ihn ausnahmsweise hier ein:
Energy Fuels – meist unterschätzter
Rare Earth Player!
CEO Mark Chalmers war bereits im letzten Mo-
nat – noch vor Eskalation des Handelskriegs
mit China – im Weißen Haus, um die Regierung
über die strategische Bedeutung seiner Seltene-
Erden-Assets zu informieren.
Der springende Punkt: Die White Mesa Müh-
le ist die einzige Anlage in den USA, die in
der Lage ist, Monazit zu verarbeiten und ge-
trennte REE-Oxide zu produzieren. Die Zu-
fuhr von Monazit-Erz kann allerdings nicht aus
Lagerstätten in den USA stattfinden – aus einem
einfachen Grund. Das Management hat sämt-
liche werthaltige Monazit-Projekte weltweit
analysiert – keines davon befindet sich in der
Ukraine oder den USA. Stattdessen akquirierte
Energy Fuels die kostengünstigsten Projekte in
Australien, Madagaskar und Brasilien. Da die
Verarbeitung zu getrennten REE-Oxiden (und
später Magneten) in den USA erfolgt, würden
Zölle auf die betreffenden Einfuhrländer keinen
Sinn machen. Das Ziel ist nichts weniger, als die
Schaffung der größten Critical Mineral Compa-
ny in den Vereinigten Staaten.
Seltene Erden, Titan und Zirkonium
Energy Fuels nutzt seine einzigartigen Fähig-
keiten in der Verarbeitung natürlich radioaktiver
Erze, um ein führender US-amerikanischer Lie-
ferant fortschrittlicher Seltenerdmaterialien zu
werden. Die White Mesa Mill in Utah ist nicht
nur die größte Uranproduktionsanlage der USA,
sondern dank bestehenden Lizenzen, Infrastruk-
tur und Expertise auch der ideale Standort für
die Produktion fortschrittlicher Seltenerdmate-
rialien.
Schwermineralsandprojekte gehören zu den
besten und kostengünstigsten Quellen für kriti-
sche Mineralien.
Schwermineralsandminen fördern hauptsächlich
Titan- und Zirkoniummineralien wie Ilmenit,
Rutil und Zirkon. Viele dieser Minen weltweit
produzieren jedoch auch wertvolles Seltenerd-
konzentrat als kostengünstiges Nebenprodukt.
Diese Monazitkonzentrate enthalten einige der
besten Verteilungen und höchsten Qualitäten
der sogenannten „magnetischen“ Seltenen Er-
den – Neodym (Nd), Praseodym (Pr), Dysprosi-
um (Dy) und Terbium (Tb).
Diese wichtigen Elemente sind Schlüsselkom-
ponenten zahlreicher sauberer Energietechno-
logien, darunter Elektrofahrzeuge (EVs), Plug-
in-Hybrid-EVs (PHEVs), Windenergie sowie
zahlreicher Verteidigungs- und anderer fort-
schrittlicher Technologien.
Energy Fuels sichert sich eigene kostengünstige
Lieferketten für Seltene Erden für die Verarbei-
tung in den USA und entwickelt sich gleichzei-
tig zu einem bedeutenden globalen Lieferanten
von Titan- und Zirkoniummineralien.
Energy Fuels hat sich vier (4) große Schwer-
mineralsand-Betriebe (HMS) in der südlichen
Hemisphäre gesichert. Mit der kürzlich erfolg-
ten Übernahme von Base Resources betreibt
das Unternehmen nun den etablierten Betrieb
Kwale in Kenia, entwickelt das Toliara-Projekt
in Madagaskar und führt ein Explorationspro-
gramm in Tansania durch. Anfang des Jahres
ging Energy Fuels ein Joint Venture mit der As-
tron Corporation Limited zur Entwicklung des
Donald-Projekts in Australien ein. Im Jahr 2023
erwarb Energy Fuels das sich derzeit in der Ent-
wicklung befindliche Bahia-Projekt in Brasilien.
Bewährtes Management- und Betriebsteam für
Schwermineralsand
Das Unternehmen hat das renommierte Ma-
nagement- und Betriebsteam von Base Resour-
ces übernommen, das über eine nachweisliche
Erfolgsbilanz bei der Durchführung von HMS-
Projekten verfügt, darunter auch traditionel-
le HMS-Produktlinien, die vor Ort verarbeitet
werden. Der Hauptsitz von Energy Fuels HMS
befindet sich in Perth, Australien.
China dominiert die Lieferkette für Seltene Er-
den und besitzt mit 90% Anteil an der Erzverar-
beitung praktisch ein Kartell. Inzwischen wird
zunehmend klar, dass die USA die Hauptbedro-
hung weniger in Russland sehen, sondern im
immer mächtiger werdenden China. Die Ame-
rikaner, zusammen mit den westlichen Verbün-
deten, müssen sich aus dieser Umklammerung
befreien. Deshalb war CEO Mark Chalmers im
März im Weißen Haus, um der Trump-Partei
zu erklären, was man im Bereich der Seltenen
Erden zu bieten hat. Die Zusammenarbeit mit
POSCO zielt darauf ab, eine von China unab-
hängige Lieferkette, mit Sitz in den USA, auf-
zubauen.
Zur Erinnerung: Zum jüngsten Conference-
Call äußerte sich das Management auch zum
geplanten Rohstoff-Deal von Donald Trump
mit der Ukraine. Curtis Moore sagte, dass es in
der Ukraine nicht viele Projekte gebe, die wirt-
schaftlich rentabel seien. Und falls die USA
beschließen sollten, einige dieser Projekte zu
entwickeln, sei White Mesa Mill bereit, bei der
Verarbeitung der dortigen Mineralien zu hel-
fen. CEO Mark Chalmers fügte hinzu, dass bei
der Suche nach Seltenerdmetall-Projekten von
11Fazit Energy Fuels !
Weltklasse keines der Projekte auf der Top-
10-Liste in der Ukraine liege.
Stattdessen sicherten sie sich das Toliara-Pro-
jekt in Madagaskar und das Donald-Projekt in
Australien. Wenn alle Seltene-Erden-Projekte
laufen, vergleicht Chalmers die Monazitquellen
von Energy Fuels mit denen von Lynas Resour-
ces (Börsenwert circa 4,5 Milliarden Dollar).
In den letzten Jahren verlangte Energy Fuels
nichts von der Regierung. Jetzt, wo sie alle Pro-
jekte am Laufen haben, sieht die Sache anders
aus, weil sie planen, dieses Projekt so wenig
verwässernd wie möglich zu finanzieren. Mark
fügte außerdem hinzu: „Wir werden die end-
gültigen FID-Entscheidungen erst genehmigen,
wenn unsere Finanzierung in Ordnung ist.“
Fazit
Während andere Unternehmen unmittelbar nach
der „Executive Order“ von Donald Trump Pres-
semitteilungen veröffentlichten, in der sie die ei-
gene Bedeutung einer inländischen Lieferkette
für Seltene Erden hervorhoben, zeigt sich Ener-
gy Fuels (noch) bedeckt. Der Mehrheit der US-
Anleger dürfte die strategische Bedeutung des
Unternehmens im Hinblick auf Seltene Erden
und Uran noch nicht bewusst sein.
Trotz des Kursrückgangs hat das Management
von Energy Fuels über die vergangenen Jahre
hervorragend abgeliefert. Es wird nun interes-
sant zu sehen, was das Unternehmen im wei-
teren Jahresverlauf erreichen wird – im Hin-
blick auf die Joint-Ventures mit Chemours und
POSCO, die finale Investmententscheidung für
das Donald Projekt in Australien (zweite Jahres-
hälfte), potenzielle Finanzierungshilfen der US-
Regierung und schließlich das Hochfahren der
Uranproduktion.
Per Ende März lag das Short-Interest bei un-
glaublichen 36,5 Millionen Aktien oder 17,36%
aller ausstehenden Aktien. Derzeit ist Energy
Fuels mit etwa 874 Millionen Dollar bewertet
– deutlich weniger als The Metals Company
mit 1,45 Milliarden Dollar – ein Unternehmen,
das kaum Cash besitzt und beabsichtigt, Seltene
Erden aus der Südsee zu gewinnen. Gehen die
Pläne von Energy Fuels auf, dürfte das Unter-
nehmen bis Ende des Jahrzehnts nicht für unter
20 Dollar je Aktie zu bekommen sein.
Energy Fuels ist mit 11% die größte Position in meinem Depot.
LG Vatapitta