Beiträge von Bembelpetzer

    Auf der Webseite der Bundesbank hatte diese im Dezember Zahlen zum Baufinanzierungsgeschäft veröffentlicht (Stand Ende Q3 2022) - zwei Grafiken daraus hier anbei.



    Einmal eine Verteilung der Zinsbindungsfristen...



    Einmal die indexierte und bereinigte Veränderung des Auftragseingangs im Baugewerbe.

    Im Text und in den Rohdaten findet man den Hinweis, dass im Oktober es eine Volumenreduzierung um 39% gegenüber dem Vorjahresmonat gab.

    Ich hatte es auch bereits Anfang Juli geschrieben, dass man nun 10jährige Laufzeiten höher refinanziert, denn seit dem refinanziert man ja schon in der Regel zu einem höheren Zins. Die, deren 10jährige Laufzeiten seit Sommer 2022 auslaufen, werden es erst fühlen, dann spüren, die ersten lauten Schreie wird es wahrscheinlich in 2024 geben, da da die Differenz merklich größer wird. Spätestens da kann der anfängliche Tilgungsanteil nicht mehr ohne weiteres reduziert werden, um den höheren Zins zu kompensieren. Für sehr viele wird dann der Traum einer abbezahlten Immobilie zum Renteneintritt (zumindest was die erstmalige Finanzierung der Immo betrifft) platzen.
    Und Forwards haben die allerwenigsten abgeschlossen, selbst nach Hinweis nicht ... kostet ja doch Geld, was man nicht über hatte.

    Und das Framing geht weiter…. Dem Michel muss eingehämmert werden:
    Grün ist gut und wenn du ein Grünidiot bist, dann bist du nicht alleine….




    Anbei die zu Grunde liegenden Einzelwerte der Meldung mit den "dramatischen" Veränderungen ...


    "... veralteten Buchwerten ... im Schnitt um fünf bis zehn Prozent sinkenden Vermögenswerten ... Potenzielle Käufer warten derzeit lieber ab ... Investmentmarkt erlebt einen kompletten Transaktionsstopp ... Die Käufer hätten „Angst, ein fallendes Messer zu fangen“ ..."



    Handelsblatt: Immobilienriesen unter Druck


    Europas größte Vermieter planen eine Reihe umfangreicher Immobilienverkäufe, um angesichts steigender Zinsen ihre Schulden abzubauen. Doch das wird schwieriger als gedacht.


    So will beispielsweise Vonovia 49 Prozent des Wohnungsportfolios der baden-württembergischen Immobilienfirma Südewo im Wert von mehreren Milliarden Euro Buchwert an einen Investor abgeben. Ursprünglich sollten erste Gebote im Herbst eingehen, doch das Projekt stockt, heißt es in Finanzkreisen. Angesichts einer verbreiteten Käuferzurückhaltung will Vonovia nun lieber abwarten, als einen niedrigeren Preis zu akzeptieren. „Bislang gibt es kaum Anzeichen dafür, dass größere Veräußerungen bevorstehen, nicht zuletzt, weil das Vonovia-Management an veralteten Buchwerten festhält“, schrieb das Immobilienanalyseunternehmen Green Street jüngst in einer Mitteilung an seine Kunden. Eine Vonovia-Sprecherin betonte, dass sich der Konzern erst bei einem Abschluss zu dem Thema wieder äußern werde.


    Der Fall Südewo ist einer von vielen: Immobilienfirmen haben eine Reihe von Portfolios zum Verkauf gestellt, meist um ihre Schulden abzubauen. Angesichts gestiegener Zinsen müssen sie selbst bei der Kreditaufnahme mehr bezahlen. Gleichzeitig steigt ihre relative Verschuldung mit den derzeit im Schnitt um fünf bis zehn Prozent sinkenden Vermögenswerten. Potenzielle Käufer warten derzeit lieber ab. Angesichts der Unsicherheit über die künftige Entwicklung der Zinsen und der Immobilienpreise halten sie sich mit Akquisitionen lieber zurück. „Der Investmentmarkt erlebt einen kompletten Transaktionsstopp“, klagte Thierry Beaudemoulin, Chef des kriselnden Immobilienkonzerns Adler, jüngst unverhohlen. Die Käufer hätten „Angst, ein fallendes Messer zu fangen“.

    Weitere Aspekte, die sich auf die Bautätigkeit von Privatpersonen zur Eigennutzung auswirken sollte ...


    KfW-Newsletter vom 01.01.2023


    Antragsstopp im Zuschuss Baukindergeld (424)
    Der Zuschuss wurde finanziert aus Mitteln des Bundesministeriums für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB). Dafür stellte der Bund Fördermittel in Höhe von insgesamt 9,9 Mrd. Euro bereit. Die Förderung war sehr erfolgreich, die Fördermittel sind erschöpft. Bitte stellen Sie keinen Antrag mehr.
    Bitte beachten Sie: Ab dem Jahr 2023 stehen keine Fördermittel für das Baukindergeld zur Verfügung.
    Laufende Anträge sind nicht betroffen


    Antragsstopp im Zuschuss Brennstoffzelle (433)
    Ab sofort können Sie keine Anträge mehr für das Programm "Energieeffizient Bauen und Sanieren – Zuschuss Brennstoffzelle" stellen.
    Bereits eingereichte Anträge sind nicht betroffen.

    Update per Ende Juni:10 Jahre von 1,00% auf 3,35%, macht +235%
    15 Jahre von 1,28% auf 3,59%, macht +180%
    20 Jahre von 1,43% auf 3,68%, macht +157%


    Laut Chart liegen die Zinsen der herausgegebenen Konditionsangeboten nun höher als in den letzten 10 Jahren ... weiter zurück reicht der Chart leider nicht.

    Zum Jahresabschluss wollte ich zumindest den Jahresendstand noch posten...


    1y-Chart


    hier der 15y-Chart (10y-Werte ab Beginn 2013, senkrechte Linie)

    ok, verstanden.


    Aber heute beträgt das Durchschnittseinkommen ~39.000€ brutto bzw. ~23.000€ netto.
    Bei vier Jahreseinkommen wären wir da bei 156k€/92k€ ... dafür bekomme ich hier noch nicht mal ein Baugrundstück, geschweige denn noch ein Haus inklusive.


    Ich denke, in Deutschland kauft aktuell niemand ein Baugrundstück und baut da noch ein Haus drauf - alles für insgesamt 156k€ ... und wenn doch, da nur mit erheblichen Abstrichen.

    BaFin


    08.12.2022
    OPHIRA Handelshaus GmbH: BaFin untersagt der OPHIRA Handelshaus GmbH das öffentliche Angebot der Investitionsmöglichkeit in handelsübliche Edelmetalle mit der Bezeichnung „Strategie Plus“ (Vermögensanlage nach § 1 Abs. 2 Nr. 8 VermAnlG)

    Die BaFin hat am 2. Dezember 2022 das öffentliche Angebot von handelsüblichen Edelmetallen unter der Bezeichnung „Strategie Plus“ der OPHIRA Handelshaus GmbH, mit Sitz in 74740 Adelsheim, Deutschland, wegen Verstoßes gegen das Vermögensanlagengesetz (VermAnlG) untersagt. Daher darf die OPHIRA Handelshaus GmbH diese Vermögensanlage mit der Bezeichnung „Strategie Plus“, soweit sie sich auf handelsüblichen Edelmetallen bezieht, nicht zum Erwerb in Deutschland anbieten.


    Die Maßnahme ist noch nicht bestandskräftig. Sie ist aber sofort vollziehbar.


    Die Untersagung erfolgte, weil die OPHIRA Handelshaus GmbH keinen von der BaFin gebilligten Verkaufsprospekt für das öffentliche Angebot dieser Vermögensanlage veröffentlicht hat, der die nach dem VermAnlG erforderlichen Angaben enthält.


    In Deutschland dürfen Vermögensanlagen im Grundsatz nicht ohne die Veröffentlichung eines von der BaFin zuvor gebilligten Verkaufsprospekts öffentlich angeboten werden. Im Rahmen einer solchen Billigung prüft die BaFin, ob der Verkaufsprospekt die gesetzlich geforderten Mindestangaben enthält und ob der Prospektinhalt verständlich und kohärent (widerspruchsfrei) ist. Sie prüft die Prospektangaben jedoch nicht auf inhaltliche Richtigkeit. Ebenso erfolgt weder eine Überprüfung der Seriosität des Emittenten noch eine Kontrolle des Produkts. Hierauf müssen Emittenten von Vermögensanlagen in ihren Verkaufsprospekten ausdrücklich hinweisen. Die Emittenten haften für die Richtigkeit der im Verkaufsprospekt getätigten Angaben.

    Wenn nicht gebaut wird, sollen die Preise sinken? Dieses grüne "Wirtschaftsverständnis" ist schon merkwürdig in einem Goldforum. Gewiss, es sind nicht nur Libertäre hier unterwegs.

    Die Preise sinken hauptsächlich weil die Marktrendite steigt.
    Die Aufzinsung des Wohnwerts/Mietwerts mit einer höheren Rendite führt zu niedrigeren Immobilienwerten.

    Ein völlig schwachsinnige Beispielrechnung wird dort gezeigt.
    Junge Familie kauft für 600k ein Haus. Ddie meisten zahlen die Hälfte für die erste Immobilie, die nicht in München Hamburg liegt. Dann verkaufen sie ein bis zwei Jahre später das Haus. Völlig bescheuert. Wer macht das denn?

    Das ist das amerikanische System, das in den letzten Jahren auch in Deutschland (aber auch anderen europäischen Ländern) immer mehr Mode wurde. Da wird nur geschaut, welche Rate man sich leisten kann, kauft für den rückgerechneten maximalen Darlehensbetrag ein Haus und wohnt darin solange es passt. Die Rate wird einfach als Miete betrachtet - Punkt. Sollte bei einem Immobilienwechsel ein Wertzuwachs anfallen (was in den letzten Jahren der Normalfall war), ist das ein netter Nebeneffekt. Dieses System war auch mit ein Auslöser der Immobilienkrise.
    Wenn nun aber die Immopreise nicht mehr stabil bleiben oder steigen, sondern fallen, wird das zu einem Problem und dies ist in dem Artikel beschrieben.


    PS: Und nicht nur in der Großstadt war es in der vergangenen Jahren üblich 80% bis 120% der Gesamtkosten (inkl. Einbauküche und neuem SUV) zu finanzieren. Die aller wenigsten können die Hälfte aus eigener Tasche zahlen. Heute wird es zum Glück schwerer an die 100% ranzukommen, wenn auch nicht unmöglich - denn es interessiert hauptsächlich die Schuldendienstfähigkeit.

    aus dem Artikel:


    [...] Mit der Warnstufe in der App will das Unternehmen daher vor allem die Kosten senken, die durch die Umstellung auf die erneuerbaren Energien ohne den dafür notwendigen Netzausbau entstehen. Die Verbraucher sollen diese Fehler beim Umbau der deutschen Stromversorgung nun durch Verbrauchsanpassungen ausgleichen.
    In der App heißt es unter dem Punkt „Warum gibt es diese App“: „Der zunehmende Anteil wetterabhängiger Energien bei der Stromerzeugung, wie Wind- und Solarenergie, sowie aktuelle geopolitische Entwicklungen stellen die Sicherung der Stromversorgung vor große Herausforderungen.“ [...]


    ... ob dieser aus der App zitierte Satz schon bald politisch motiviert auf "geopolitische Entwicklungen" reduziert wird ???