In der Europäischen Union (EU) soll der Verkauf von Fleisch und Milch von geklonten Tieren künftig erlaubt sein. Die Bundesregierung habe ihren Widerstand gegen die Neuregelung aufgegeben, meldet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" unter Berufung auf einen deutschen Diplomaten in Brüssel. Sonst drohe eine "Regelungslücke".
Beim Agrarministerrat heute in Luxemburg steht eine Änderung der EU-Verordnung für neuartige Lebensmittel auf der Tagesordnung. Darin sei die Freigabe für den Verkauf von Fleisch und von Milch von direkten Nachkommen geklonter Tiere enthalten.
Kommission soll Regelung schaffen
Eine von der EU-Kommission eingesetzte Ethikgruppe für Wissenschaft und neue Technologien war zuvor zu dem Schluss gekommen, es gebe keine überzeugenden Argumente für die Nahrungsmittelerzeugung mit Hilfe geklonter Tiere. Um auf die Gegner einer Zulassung von "Klon-Lebensmitteln" einzugehen, würden die Mitgliedstaaten die Europäische Kommission aber auffordern, eine eigene EU-Regelung für Klonprodukte vorzulegen, in der sie auf die ethischen Bedenken eingehe.
Nach Angaben der FAZ war der Einigung im Ministerrat eine heftige Debatte über die Zulassung von Klonfleisch vorausgegangen. Insbesondere der deutsche Bauernverband habe sich strikt dagegen ausgesprochen. Die Bundesregierung hatte zunächst erklärt, in Supermärkten dürfe es kein Klonfleisch geben. Die Grünen hatten davor gewarnt, dass mit einem "Ja" zum