Beiträge von ghost_god

    Nabend,


    Moechte aus geg. Anlass 100-200 oz Kruegerrand physisch kaufen. Meine Landesbank bot mir heute maximal 10 Stueck an, bisher gab es keine Mengenbegrenzungen...


    Da ich bisher ausschliesslich ueber diese Landesbank gekauft habe, hier die Frage an aktuelle (!) Erfahrungen zu grossen Mengen. Wie die Lage vor 4 Wochen aussah, ist irrelevant. Wo kann man eurer Erfahrung / Meinung nach aktuell kurzfristig 100-200 oz Kruegerrand kaufen? Pro Aurum? Falls ja, wie laeuft die Abwicklung bei Pro Aurum? Moechte ungern in Vorleistung gehen und einen 6-stelligen EUR Betrag an soeine kleine GmbH oder AG ueberweisen. Arbeitet Pro Aurum ggf. mit Banken zusammen, so dass ich bei meiner Bank bestellen und die sich ueber Pro Aurum eindecken koennen?


    Interessante Zeiten, wennauch erschreckend fuer sehr, sehr viele von uns. Die meisten wird es m.E. wesentlich haerter treffen, als sie z.Z. vermutlich annehmen. Das schliesst die klassischen Gold Bugs mit ein. Hoffen wir (auch wenn's unpopulaer auf diesen Seite ist), dass der Krug an der Weltwirtschaft voruebergeht.


    Es duerfte sich naemlich arm in einer wohlhabenden Gesellschaft wesentlich besser leben, als reich in einer armen Gesellschaft. Ich persoenlich habe vermutlich ausreichend Kapital um in einer Krise finanziell noch weiter zu erstarken. Aber (a) haben das die wenigsten und (b) fragt sich, wie gut es sich dann lebt.


    Gruss,
    g_g

    @ Fuenfvorzwoelf:


    Hast Du heute frueh noch gekauft? Bid/Ask spread liegt bei 0.10 EUR/OS, an der Euwax war heute eine Verkaufsorder von Privat, die ich komplett eingesammelt hab. Emittent quotierte 3.72/3.82 und privat wollte jemand bei 3.75 verkaufen. Leider hab ich nur 3,000 Stueck bekommen, obwohl direkt im Anschluss nochmal 6,000 Stueck umgesetzt wurden ehe ich mehr ordern konnte (hab immer wieder 1,000ender Scheibchen gekauft, weil die size leider nicht angegeben wird).


    Anyway, was auffaellt, ist, dass UBS die implied vola dieses Scheins deutlich angehoben hat von gestern auf heute. Gold steht unter 900 und UBS quotiert den OS mittlerweile 10 cent hoeher als gestern bei Gold @ 905.


    Sie lernen es noch ;)


    OS ist nachwievor zu billig.

    @ Fuenfvorzwoelf:


    Glueckwunsch! Ich bin offentlichtlich zu frueh ausgestiegen, aber 85% in 3 Tagen triggern bei mir einfach gewisse Begehrlichkeiten... zudem wurde mir das credit risk gegen UBS bei Gegenwert 130k EUR im Umfeld reihenweise kollabierender Banken zu gross. Prinzipiell halte ich die UBS aber fuer ueberdurchschnittlich sicher - die Schweizer werden keines ihrer beiden praestigetraechtigen Geldhaeuser Pleite gehen lassen. z.Z. bin ich long 1000er March09 Gold calls - kosten ca. 50$, was ich fuer deutlich zu billig halte. Achja, sollte Dir ja bescheid geben: UB9216. Hab heute 10,000 Stueck zu Mittelkurs 3.806 gekauft (6500 @ 3.82 und 3500 @ 3.78 ). Intraday liegt die Handelsrange mittlerweile selten unter 10$, im Mittel eher bei 20-30$. Ein 100$ out-of-the-money Call mit 6 Monaten Laufzeit fuer 50$ ist way too cheap (3.80 EUR pro Schein dividiert durch 1:10 Bezugsverhaeltnis * 1.47 FX conversion). Der Emittent uebertraegt die massiv gestiegene short-term Vola m.E. zu wenig auf laengere Zeitraeume und unterstellt damit implizit eine starke Mean-Reversion des Gold-Preises, i.e. eine Tendenz des Underlyings, immer wieder zu einem konstanten Gleichgewichtspreis zurueckzukehren. Dass das mitnichten der Fall sein muss, duerfte klar sein. Man male sich aus, was passiert, wenn sich bei Tagesschwankungen von 20-30$ ein Trend ausbildet, der 6 Monate Zeit hat, zu wachsen ehe der Call auslaeuft. Bei Gold @ 1500 im Maerz 09 (moeglich m.E.) und EUR/USD @ 1.50 haette sich der OS ca. verneunfacht.


    @ Alaska:


    Ja, das credit risk besteht - und es besteht immer.


    @ Nepton:


    CFDs koennen attraktiv sein, agreed. Sie bergen aber erhebliche Risiken fuer unerfahrene Investoren und defakto nicht nur fuer solche. Zum einen duerften viele der Versuchung erliegen, mit starkem Hebel zu traden. Einen Hebel bei linearen Investments bekommt man aber durch zwangslaeufige stop-losses. Investiere ich 1000$ equity mit Hebel 10 habe ich automatisch ein "stop-loss" bei einem Move von 100$ gegen mich. Denn dann ist mein equity weg, egal wie bullish ist zu dem Zeitpunkt fuer das Investment auch sein mag. Ich bin raus, end of story. Ich traue den wenigstens Privatanlegern die Faehigkeit zu, dauerhaft erfolgreich zu traden. Und solch fehlende Faehigkeiten noch zu hebeln wirft zwangslaeufig gewisse Fragezeichen auf.


    Auch fallen Transaktionskosten in Form weiter bid/ask spreads an und keiner bzw. geringer Verzinsung auf dem Marginkonto an. Meistens gehen Rueckueberweisungen auch nur mit erheblicher Zeitverzoegerung raus - alles Zinsverluste fuer den Kunden. Ich moechte auch eindringlich davor warnen, sich auf die Liquiditaet bei solchen Anbietern zu verlassen. Dem Anbieter steht es frei, quotes zu stellen - und auch wenn dies ebenfalls fuer Emittenten von Optionsscheinen gilt, so kann ich bei OS wenigstens nur max 100% verlieren. Bei CFDs kann es auch schnell mehr werden, wenn Liquiditaet weg ist und ich keinen stop-loss gesetzt habe.

    Vollste Zustimmung - war auch erschrocken ueber (a) die geringe size auf dem bid und (b) das massive runter Quotieren nach meinen Verkaeufen obwohl Silber stieg.


    Entweder haben sie da wirklich soeinen armen Trottel sitzen, der die manuell preist obwohl der Umsatz meistens nahe Null liegt, oder sie haben einen so dermassen kundenunfreundlichen Algorithmus im System, dass sie soetwas automatisiert abziehen.


    Bei 0.70 war der Schein aber vola-technisch zu billig - unabhangig vom Silber upmove.


    Anyway, good luck!

    Was ich aber erschreckend finde, ist, dass ich als kleine Privatperson gegen den groessten Vermoegensverwalter der Welt (!) - UBS - handel, auf ihren Preis (indirekt ueber den Makler) "yours in 130k EUR" sage und die Weicheier erwidern "sorry, max gut fuer 26k EUR". Das sind doch peanuts fuer ne UBS. Was fuer ein langweiliger, unbedeutender Job muss es sein, bei UBS OS zu handeln. Ein "normaler" Haendler bei IBs schiebt 2-4 stellige Millionen-Betraege taeglich hin und her.


    Bei der Dresdner sass mal eine Pflaume, die credit derivatives (CDS und tranches auf iTraxx indices) handelte und teilweise in einem einzigen spec trade 1.5 Mrd. USD notional handelte. Der Typ war zwar desk head aber eben "nur" ein einfacher Haendler und DRKW war kein grosses Haus. Was haben die fuer eine Philosophie bei der ein einziger Mitarbeiter Dimensionen von Vorstandsebene entfernt solche Notionals handeln durfte?!


    Wunder mich nicht ueber die aktuellen Verwerfungen, dafuer hab ich zu viel gesehen.

    Haha, ja das koennte ich eigentlich machen... Die Euwax hat darauf hingewiesen, dass sie rechtlich angeblich die Moeglichkeit gehabt haetten, die bereits bestaetigten Ausfuehrungen wieder zu annulieren, in diesem Fall aber aus Service am Kunden darauf verzichten moechten, da ich - so die Worte - so fair war, eigenstaendig ueberhaupt anzurufen und nachzufragen, obwohl ich die Ausfuehrung ja auf dem Screen hatte.


    Da haette meine Bank aber was zu hoeren bekommen - Boerse ist mir egal, mein Vertragspartner ist meine Bank.


    Leider laufen nicht alle Tage so rentabel... wenn man das doch extrapolieren koennte... ;)


    Sorry, da war ich temporaer m.E. schuld. Silber stand bei ca. 12.45 und OS 1.30/1.36. Hab 4 x 25.000 OS mit limit 1.30 verkauft (die 100.000 musste ich splitten, um bei meiner Bank nicht in die OS Sperre fuer Orders > 40.000 EUR zu fallen). Euwax hat die 4 Orders aber nicht ausgefuehrt und ihre quotes rausgenommen waehrend Franfurt schon 1.32/1.38 quotierte. Nach 5 min alle 4 Orders zu 1.30 ausgefuehrt und schwubs ging Silber kurzfristig wieder runter. Da meine deals wie von meiner Bank bestaetigt so nicht in den "times&sales" standen, fragte ich bei der Euwax nach. Der Makler hatte voreilig ausgefuehrt und blieb auf den Scheinen gegenueber UBS sitzen.. UBS weigerte sich doch tatsaechlich zum Verkaufszeitpunkt mehr als 20.000 OS zu ihrem 1.30er bid anzukaufen ! Der Makler war also long 80.000 OS und Silber fiel. Weitere 20.000 hat er bei 1.26 rausgehauen und die letzten 60.000 bei 1.20. Der UBS schien der ganze Verkaufsdruck (relativ zum Gesamtvolumen der letzten Monate war das wohl viel) nicht zu gefallen und zog die implied vola runter, preiste also ab da erstmal deutlich niedriger. Als Silber spaeter wieder bei 12.45 stand quotierte UBS nicht mehr 1.30/1.36 sondern igrendwas um die 1.14/1.20.


    Anyway, ich bin meine 100.000 OS zu 1.30 los bei Durchschnittseinstieg von 0.704.


    85% in 3 Tagen sind super, da konnte ich nicht widerstehen, zumal mir die UBS nicht um die Ohren fliegen sollte - weiteres Risiko war, dass sie die OS kuendigen und zu unfairen Preisen abfinden. Der OS Prospekt - wie alle anderen auch - gibt das her. Und das Umfeld in EM ist fast so weit, dass UBS das koennte...


    Bin z.Z. nur in cash und immos in D. Warte auf guenstige Kaufgelegenheiten ;)


    Viel Glueck weiterhin!

    Meinen Glueckwunsch Herr Kollege... ;)


    Underlying und Vola massiv hoch und seit 0.71 Einstieg stehen wir mit knapp 60% Gewinn in 2-3 Tagen da. Ich habe gestern gluecklicherweise noch mal 30,000 OS zu 0.69 nachgekauft - das macht auf aktueller Basis also gut 65 oz Gold Gewinn.


    :thumbup:


    Ich halte nichtsdestotrotz weiter. Das war noch nicht das Ende des upmoves und z.Z. bin ich bei UBS noch bereit, das credit risk zu tragen.

    Nach "butterfly" (short / long staddle und long / short strangle dagegen) und "straddle" (long bzw short put und call mit identischen strikes) moechte ich zumindest noch die Begriffsverwirrung aufklaeren. Die Strategie heisst "strangle", wird aber meist mit 2 out-of-the-money options gehandelt. Voellig normale Strategie. Google mal.


    Gruss.

    Gute Entscheidung. Ich war drauf und dran, heute nochmal nachzulegen, hab mit 50k EUR fuer meine Verhaeltnisse aber schon ausreichend investiert.


    Wo hast Du die OS gekauft? Ich habe Freitag 70.000 Stueck zu ebenfalls 0,71 gekauft. Heute konnte ich aber keine trades bei 0.71 sehen - handeln die Scheine noch an anderen Boersenplaetzen?


    Times & Sales Frankfurt (Scoach)
    Kurs Volumen
    0,790 0
    0,760 1700
    0,760 0
    0,690 300
    0,620 0
    0,650 0
    0,680 0
    0,710 0
    0,740 100




    Times & Sales Stuttgart (Euwax)
    Kurs Volumen
    0,800 22000
    0,810 22000
    0,800 33000
    0,800 33000
    0,670 0
    0,750 7000


    Gruss.

    Ich bin doch tatsaechlich geneigt, noch mehr Calls auf Silber (oder auch Gold) zu kaufen. Die Emittenten preisen ihre Optionen mit unveraenderter implied vola - als waere nichts passiert. Da die Vola m.E. ohnehin schon zu niedrig eingepreist wurde, sieht's nun umso guenstiger aus.


    Ein wenig off topic - sorry.


    Dass ganz nebenbei auch Merrill von der Bildflaeche verschwunden ist, amuesiert beinahe. 2 weitere US Banken weg, eine steht unter Glaeubigerschutz, die andere wurde in einer 48-Stunden Aktion am Wochenende notuebernommen, auch wenn das "not" gerne weggelassen wird ;)


    mfG

    Im aktuellen Umfeld wird Gold m.E. sehr schnell wieder 4-stellig und Silber wieder Richtung 20$+ gehen. Als Amerikaner wuerde ich Montag zur Bank gehen und meine Einlagen abziehen.. bank runs werden immer wahrscheinlicher und mit ihnen der Liquiditaetsdrang ins Edelmetall, vor allem Gold.


    By the way, meine Tage als Investment Banker sind gezaehlt ;)


    Morgen erster Arbeitstag beim neuen Arbeitgeber... schien mir ein gelungenes timing ;)


    Mind my words: Gold > $1000 before Feb09.

    Hi Misanthrop,


    Dann sind wir uns also einig, dass der Future-Markt neben einigen realen Hedgern gleichermassen von Kaeufern und Verkaeufern als Spekulationsplattform genuzt wird und es nicht nur die Verkaeufer sind, die manipulieren? Ich stimme ja voll und ganz mit Dir ueberein, dass der future Markt ein riesiger Spekulationsmarkt ist (wie erwaehnt kommen <10% zur physischen Andienung), nur gilt das eben sowohl fuer denjenigen, der auf Deinem Marktplatz "HIER" schreit wenn's ums Kaufen geht, dabei aber gar kein wirkliches Kaufinteresse hat, als auch fuer die bekannten Verkaeufer, die die Ware noch gar nicht besitzen.


    Das ist wirklich gehuepft wie gesprungen - ob man nun in grossen Mengen Silber mit Lieferung in der Zukunft kauft ohne heute zu bezahlen und ohne es spaeter wirklich haben zu wollen oder ob man es heute mit Lieferung in der Zukunft verkauft ohne es bisher zu haben macht faktisch keinen Unterschied. Nachweislich hat die Mehrheit am Terminmarkt kein Interesse am physischen Material - und das gilt fuer Kaeufer und Verkaeufer... nicht nur fuer Verkaeufer.


    Wenn man also von Manipulation spricht (und die leugne ich gar nicht), dann muss man sie auf beiden Seiten sehen und nicht nur beim Verkaeufer. Die ausufernde Spekulation an den Terminboersen fuehrt naemlich nicht, wie von einigen hier postuliert, zu tieferen Preisen als fundamental gerechtfertigt, sondern schlicht zu hoeherer Volatilitaet. Preise werden von "manipulierenden" Spekulanten in beide Richtungen gedrueckt.. kurzfristig unabhaengig vom Verbrauch der Industrie und von der Foerderung durch Mienen. Volatilitaet kann man also kritisieren, aber tiefe Preise?


    Nebenbei gesagt waere es doch ein Leichtes, all die Leerverkaeufer ins offene Messer laufen zu lassen. Die Future-Kaeufer muessten ihre Positionen einfach nur bis zum Liefertag halten und die gekaufte Ware komplett bezahlen. Dann muessten die Leerverkaeufer physisches Silber liefern. Gerade wo es Dollar doch in der Ueberzahl gibt und Silber so knapp ist, sollte das doch ein Kinderspiel sein. Nur finden sich einfach nicht genuegend Kaeufer, die (a) das physische Material wirklich haben und lagern wollen und (b) es auch tatsaechlich voll bezahlen koennten (statt nur eine 5% Margin an der Comex zu hinterlegen). Die Nachfrage nach der physischen Ware ist also nicht gross genug - ergo frage ich mich, was man hier dann kritisiert...


    Und ein kurzer Kommentar zu Amerikanischen vs. Europaeischen Optionen:


    Du verwechselst da einiges. Es gibt Optionen mit physical und Optionen mit financial settlement, also Optionen die bei Ausuebung in einen physischen forward / future Kontrakt muenden und solche die lediglich zur Ausgleichszahlung fuehren. Das settlement (physical or financial) ist voellig unabhaengig vom "style" der Option, i.e. Amerikanisch oder Europaeisch. Amerikanische Optionen verbriefen das Recht, die Option jederzeit (!) vor Laufzeitende auszuueben (das fuehrt bei financial settled American options aber nicht zur physischen Ware). Europaeische Optionen verbriefen das Recht, die Option lediglich am Laufzeitende (und nicht davor) auszuueben - und auch hier ist financial oder physical settlement denkbar. Du bringst also ein paar Dinge durcheinander, wenn Du schreibst, dass nur Amerikanische Optionen "echte" Optionen seien.


    Ganz nebenbei freu ich mich ja ueber Goldseiten-Leser wie Dich, weil Du Dich quasi fuer die Allgemeinheit opferst und durch Deine physischen Kaeufe das Angebot kuenstlich verknappst. Ich als Spekulant profitiere davon in ueblicherweise deutlich groesserem Ausmass als Du und kann mein Geld verzinslich anlegen, statt die physischen Barren rumliegen zu haben.


    Physische Ware hat allerdings den Vorteil der Unabhaengigkeit vom Staat. In Zeiten in denen ueber Vermoegenssteuer ab Eigenkaputal > 1 mio EUR nachgedacht wird, haben Gelder auf Bankkonten und Derivate so ihre Nachteile gegenueber dem ein oder anderen Kilogramm Gold. Ich hatte Jahrelang 10kg Gold und 150kg Silber als eiserne Reserve liegen - argumentiere also nicht gegen den Kauf physischer Ware, nur gegen die einseitigen und paranoiden Verschwoerungsgeschichten.


    Gruss

    Hi Misanthrop,


    Welche Verwendung hast Du denn fuer die Barren, ausser (a) auf steigende Preise zu spekulieren und (b) sie dem Markt zu entziehen, damit die Kurse steigen? Die beiden Gruende hast Du bisher ja aufgezaehlt.. beides sind klassische Intentionen von "manipulierenden" Spekulanten. Silber ist ein Gebrauchsgut, das Du nicht brauchst.


    Vielleicht wird es deutlicher, wenn man sich Wasser statt Silber vorstellt. Stell Dir vor, es gaebe Menschen wie Dich, die Wasser kaufen und horten um (a) auf steigende Preise zu spekulieren und (b) es dem Markt zu entziehen, damit der Preis steigt. Das traefe die Menschheit noch viel mehr als die kuenstliche Verknappung vom Oel. Bei Silber stoert's keine Sau - aber das Prinzip ist das gleiche.


    Zu dem viel zitierten "Papiersilber":


    Was genau bezeichnest Du denn als Papiersilber? Es gibt 2 Arten von "Papiersilber".


    1. Derivate, die den Silberpreis nachbilden und direkt von ihm abhaengen, die aber nicht durch physisches Silber gedeckt sind
    2. Futures / Forwards, die die Lieferung physischen Silbers verbriefen


    Erstgenannte spielen keine Rolle, da sie den Silberpreis nicht beeinflussen, sondern umgekehrt durch ihn beeinflusst werden. Futures / Forwards enden in der physischen Andienung. All die Kontrakte, die nicht zur physischen Andienung fuehren, sind vor Lieferung durch ein entsprechendes Gegengeschaeft glattgestellt worden. Damit die ach so boesen Leerverkaeufer ihre Shortpositionen aber vor Lieferung glattstellen koennen, muessen sie die Kontrakte von vorigen Future-Kaeufern zurueckkaufen. Das geht aber nur, wenn diese ihre gekauften Kontrakte auch wieder hergeben wollen. Wenn sie das wollen, dann hatten sie bei Kauf offensichtlich ebensowenig Interesse an der physischen Lieferung wie die Leerverkaeufer. Denn wenn sie die Waren haben wollten, lassen sie ihre Longposition in die physische Andienung laufen. Das passiert aber im Mittel in weniger als 10% der Faelle. Es haben also gleichermassen Future / Forward Kaeufer und Verkaeufer zu grossen Teilen kein Interesse an der physischen Ware. Beide verhalten sich also wie klassische Spekulanten, vorgeworfen wird es aber nur den Verkaeufern. Warum? Richtig, weil's ins einfache Bild der Goldseiten Leser passt. Die sind ja bekanntlich notorisch long und erbost ueber fallende Kurse.


    ;)