Hallo Theo.
Wo ungefähr fängt die obere Mittelschicht an? 80.000 Euro Brutto Einkommen pro Person?
Puhh, das mag ich garnicht an einer Zahl festmachen.
Einkommenstechnisch bin ich wahrscheinlich selber nur mittlere Mittelschicht.
Aber ich bin sehr gut im Konsumverzicht und habe dadurch hohe Überschüsse.
Genauso kenne ich genug Leute mit 6-stelligen Jahreseinkommen, die extrem verschuldet sind und keine Rücklagen haben.
Ob das Einkommen der richtige Maßstab ist, ist also fraglich. Das müssen wir aber an dieser Stelle garnicht weiter diskutieren, weil es nicht wichtig ist.
Fakt ist, in Deutschland gibt es ca. 5 Billionen Euro an Geldvermögen.
Dieses ist sehr wahrscheinlich zu größten Teilen bei den obersten 10% verteilt.
Wie es da im Detail aussieht und wo die Grenze liegt ist garnicht so wichtig.
Die decken sich hauptsächlich mit Immobilien ein.
In meinem Arbeitsumfeld habe ich ein paar Leute mit Millionenvermögen, die setzen mehrheitlich nur auf Immobilien und zum Teil auch auf Aktien.
EM: Fehlanzeige („zu teuer“)
Wieviele Menschen im Verhätnis zur Gesamtbevölkerung sind das? Die "mittlere" Mittelschicht wird arg nach hinten gequetscht. Das heißt ganz deutlich, hochwertige Waren werden nur noch von wenigen Menschen konsumiert. Das was hier als CrackUp Boom bezeichnet wird, scheint sich auf weniger wertvolle Chinawaren zu beschränken. Die eigenen Produkte werden ja exportiert.
Die einzigen größeren Brocken, die auch die mittlere Mittelschicht derzeit noch pusht, sind Autos und Immobilien. Beides aber nur auf Pump, weil die mittlere Mittelschicht dafür größtenteils nicht das Geld übrig hat. („wird ja weginflationiert“)
Ich seh es an meinen Nachbarn.
Links und rechts von mir stehen lauter neue Autos da. Auch Bonzenkarren. Aber alles nur geleast oder finanziert. (die Eigenmittel haben aber noch für die Anzahlung gereicht)
Und Immobilien werden schnell noch gebaut, gekauft oder renoviert. Auch auf Pump.
An Bankguthaben haben die nicht viel, außer einer Riesterrente, mehrere Lebensversicherungen und ein paar Bausparer, während sie auf der anderen Seite massiv verschuldet sind. Aktien haben sie keine mehr, seitdem sie 2008 oder 2001 alles zu Tiefstkursen verkauft haben und kurz vorher zu Höchstkursen eingekauft hatten.
Einen Boom gibts also nur bei Immobilien und Autos. Dieser ist aber rein kreditgetrieben und wird damit wieder zusammenbrechen.
Daher glaube ich auch nicht an eine weiter anhaltende „etwas höhere“ Inflation, so wie sich die Leute das vorstellen.
Ich habe hier lauter Kontra-Indikatoren um mich rum.
Ich sehe aktuell eher die letzte Phase des kreditgetriebenen Konsums.
Die Zinsen sind künstlich auf einen historischen Tiefpunkt gedruckt. Mehr Verschuldung als jetzt ist kaum mehr möglich.
Auch die Unterschicht hat man schon vollkommen mit Kreditkonsum ausgepresst.
Man beobachte nur mal die ständigen 0%-Finanzierungen von Mediamarkt, den Versandhändlern, Möbelhäusern & Co.
Die hat es vor 10 Jahren noch nicht so extrem häufig wie heute gegeben.
Aber all das reicht nicht mal für einen Crack-Up-Boom, sondern gerade mal dafür, den Konsum halbwegs aufrecht zu erhalten!
Wenn ich wissen will, wie man es mit Sicherheit falsch macht, dann brauche ich mir nur meine Nachbarn und Arbeitskollegen ansehen.
Im groben Verlauf schließe ich mich dem Szenario von G&B an, also erst eine brutale Deflation, danach Hyperinflation.
Im Detail bin ich aber anderer Meinung, ich denke nicht, dass Gold derart tief fallen wird.
Die Sicherheit dafür geben mir meine Nachbarn und Arbeitskollegen als Kontraindikatoren, von denen kein einziger EM hat.
Riskant sehe ich nur Silber. Das könnte auch brutal abstürzen oder auch nicht. Da kommts dann stark darauf an, ob sich der monetäre oder der industrielle Charakter durchsetzt.