Mit den ADR habe ich auch immer gewisse Bauchschmerzen, weil es am Ende auch nur wieder ein Zertifikat einer US-Bank ist, die das ADR Programm einstellen könnte, wenn ihr danach ist. In der US-Außenpolitik kann dies als Baustein einer Anti-Russland oder Anti-China Politik nciht ausgeschlossen werden.
Für das ADR-Problem gäbe es noch einen andere Alternative: Ein physisch replizierender ETF, der in die Originalaktien investiert. Damit hätte man zumindest mittelbar ein Sondervermögen, wobei auch hier jederzeit der ETF aufgelöst werden könnte.
@nicco hatte bereits einen entsprechenden ETF genannt, wobei der HSBC MSCI Russia Capped UCITS ETF (DE000A1JXC86) vor kurzem eine neue ISIN bekommen hat: IE00B5LJZQ16
Ich bin mittlerweile ernstaft am Überlegen, in diesen ETF zu investieren, bevor ich mir die ganzen einzelnen ADR/GDR hole. Hier zahlt man zwar Gebühren von 0,6% p.a., allerdings zahlt man auch bei den ADR/GDR eine Gebühr, die von der Dividendenausschüttung abgezogen wird, von daher nimmt sich das nicht viel.
Mit dem ETF wäre man zumindest im europäischen Rechtsraum, was für uns sicherer sein sollte als der US-amerikanische.
Die Bestandteile des ETFs finde ich größtenteils interessant:
Sberbank of RussiaPJSC 17.94%
Gazprom PJSC 17.82%
LUKOIL PJSC 15.82%
MMC Norilsk NickelPJSC 7.89%
Tatneft PJSC 7.56%
Novatek PJSC 7.49%
Surgutneftegas PJSC 4.06%
Rosneft Oil Co PJSC 3.42%
Mobile TeleSystemsPJSC 2.05%
Magnit PJSC 1.74%
Einziges Risiko, das ich bei HSBC entnehmen konnte: Anscheinend werden bei deren ETFs bis zu 20% des Wertpapierbestands für besicherte Wertpapierleihen genutzt, die andere für Leerverkäufe missbrauchen können.
Mit bis zu 20% Verlustrisiko muss man im Worst Case also rechnen. Das ist allerdings wesentlich besser als die möglichen 100% Verlust bei den ADR/GDR, da diese nur wie ein Zertifikat sind.