Dass unseren Regierenden schwerwiegende Fehleinschätzungen zur Last fallen, bestreitet hier, glaube ich, niemand. Spahns anfängliches Verharmlosungsgerede war genau so falsch wie die spätere Panikmache. Hätte man rechtzeitig für Testmöglichkeiten und Masken gesorgt, eine Linie formuliert und mitgeteilt, die eingreifenden Schutzmaßnahmen auf hotspots und Risikogruppen konzentriert, so hätte der Schaden - nicht nur der wirtschaftliche - weit geringer sein können. Emotionalisierte Massenauftriebe, wie Konzerte und Fußball, hätte man wohl in jedem Fall in den virtuellen Raum verlegen müssen. Das hätte ich auch nicht schlimm gefunden.
Nichtstun war keine Alternative. Hätte sich das Virus weltweit ungehemmt ausgebreitet, so hätte es wohl etwa 2/3 der Menschen erfasst - rund 5 Milliarden. Und wenn davon nur jeder tausendste stirbt, sind das eben 5 Millionen.
Vergleicht nur mal die Verläufe in China und Brasilien, zwei Länder, die nach Klima und Entwicklungsstand in etwa vergleichbar sind (und deren Regierungen ich beide nicht mag). Da sieht man den Unterschied zwischen durchgreifendem Handeln und Verharmlosen.
Gruß! Fritz