Hallo Torsten,
willkommen im Forum (darf ich das sagen? bin kein Mod).
Auch ich denke, dass sich unser derzeitiges System seinem Lebensende nähert; die restliche Lebensdauer liegt nach meiner Schätzung zwischen 3 und 30 Jahren. Das konkurrierende moskowitische System des bürokratischen Staatskapitalismus ist letztlich überraschend zusammengebrochen, nachdem das über Jahrzehnte vergeblich prophezeit wurde. Den Gorbatschow des Privatkapitalismus sehe ich bisher nicht.
Politiker und Politikerinnen (Frauen bitte immer mitdenken, sie sind oft die schlimmsten) wollen gewählt werden, sonst sind sie keine. Bei ihrer Beurteilung sollte man die Zwänge bedenken, denen sie unterliegen. Erfahrungsgemäß wählen die Leute den, der sagt, was sie hören wollen. Der Kandidat muss also den Wählern (möglichst vielen) nach dem Munde reden. Nach der Wahl, jedenfalls in der Regierung, muss er Kapitalinteressen bedienen; sonst ist das Kapital sauer, es investiert nicht mehr, die Wirtschaft geht den Krebsgang - schlecht für die Wiederwahl.
Wie das Ende des Systems aussehen wird und was danach kommt, wäre interessant zu diskutieren. Schön muss es nicht werden. Zur Sicherheit gehört in meinen Augen eine eingeübte Bedürfnislosigkeit und Kreativität, z.B. in der Verwertung von Reststoffen, und vor allem ein möglichst großes Netzwerk von Menschen, die sich bei Bedarf gegenseitig helfen (Großfamilie, Nachbarschaft, weitere Verwandtschaft, Freunde usw.). Jeder Akt der Hilfe für andere stärkt dieses Netzwerk.
Gruß! Fritz