Chinas riesige Goldvorräte erfuhren im Mai einen weiteren Aufschwung und markierten einen kontinuierlichen Anstieg für einen sechsten Monat in Folge, so die neuesten von der People's Bank of China veröffentlichten Daten.
"In der Kasse nützt das Geld nichts" sagte ich mal zu einem jungen Freund und Computerspieler, dem ich über die Schulter schaute. Er sollte eine Stadt aufbauen, hortete aber Geld, statt zu investieren. Er gewann schließlich, zum Teil weil er auf mich gehört hatte.
Dasselbe gilt für China. Die riesigen Dollarbestände sind wertlos, wenn und weil man nichts damit anfangen kann. Deshalb setzen die Chinesen so viel wie möglich davon in reale Werte um. Siehe z.B. die Neue Seidenstraße.
Beim Gold tun sie das möglichst heimlich, um die Preise nicht zu verderben. Welche Massen von Gold laufend nach China strömen, ist in diesem Forum ja oft dargelegt worden. Das landet nicht alles bei Privaten.
Darum bin ich mir ziemlich sicher, dass China eine mindestens vierstellige Zahl von Tonnen Goldes bei Staatsfirmen gebunkert hat, die davon nichts berichten. Davon wird jeweils so viel zur Zentralbank transferiert und damit offengelegt, wie gerade propagandistisch zweckmäßig erscheint.
Darum sollte man die Goldbestände der PBoC nicht überinterpretieren. Allenfalls kann man daraus auf die propagandistischen Absichten der Staatsführung schließen. Dass gegenwärtig Drohgebärden in Richtung Trump angesagt sind, überrascht wohl niemanden.
Gruß! Fritz